
„Noch in den 1880er Jahren beschränkte sich die Nutzung der nordwestdeutschen Moore in der Hauptsache auf Schafweide, Torfgewinnung und Buchweizenanbau mittels Brennkultur. Die Torfgewinnung geschah zumeist für den eigenen Bedarf; für den Verkauf wurde nur in solchen Mooren Torf gewonnen, die nicht zu weit von Städten und Dörfern entfernt lagen.
Versuche, dem Torf ein größeres Absatzfeld zu schaffen, um ihn etwa für den Eisenbahnbetrieb oder für die Industrie zu verwerten, scheiterten aufgrund der Konkurrenz durch die Kohle.
Weite Teile des Emslandes waren ohne befestigte Straßen; im Winter waren die Sand- und Moorwege oft wochenlang unpassierbar. Die Bausubstanz vieler Häuser in den Mooren bestand aus wiederverwendeten Holzbalken alter Häuser und Lehm, das Dach aus bemoostem Stroh oder Erdplaggen.

Kleine Öffnungen in den Wänden dienten als Fenster. Diese häufig nicht einmal mit einem festen Boden ausgestatteten Behausungen dienten einer Vielzahl von zumeist kinderreichen Heuerlings-, Torfarbeiter- und Kleinbauernfamilien als Wohnstatt. Eine Untersuchung der Niedersächsischen Heimstätte vermerkt hierzu: „Sind doch heute noch, im Jahre 1929, die Bewohner ganz weiter Landstriche mit Dörfern und größeren Siedlungen auf dem Kulturniveau entlegener Polendörfer, und es ist nicht zu viel gesagt, wenn sie uns in ihrer Primitivität wie Hottentottengründungen anmuten.“
Dieser Text stammt von einer Informationstafel im Museum. Ich war schockiert und sehr verärgert. Schockiert über die Lebensbedingungen der Bevölkerung und verärgert über den letzten Satz auch wenn es Zitat der Niedersächsischen Heimstätte ist. Diese fremden feindlichen Bemerkungen sind abwertend rassistisch und diskriminierend gegenüber anderen Bevölkerungsgruppen. Sie haben im Museum nichts verloren oder müssen im richtigen Kontext erklärt werden.
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