Splitter der schwedischen Gesellschaft in Grisslehamn

Wir fahren mit der Fähre von Grisslehamn auf die Åland Inseln. Einen Tag vor der Abfahrt hatten wir Gelegenheit uns im Ort umzusehen. Dabei entdecken wir Werke von Albert Engström im öffentlichen Raum. Das Museum hatte leider noch geschlossen. Es öffnet seine Türen erst zur Ferienzeit.

Der Blick der Armut durch das Fenster: „Auf geht’s, Grafen und Barone!“

Der Autor, Künstler und Karikaturist Albert Engström (1869–1940) war seit 1925 kommissarischer Professor für Zeichnen an der Kunstakademie in Göteborg und lehrte dort bis 1935. Er engagierte sich 1922 im schwedischen Volksentscheid über das Alkoholverbot. Seine Sympathien galten der Nein-Seite, was zu dem Plakat „Krebse fordern diese Getränke!“ führte. Engström trat 1917 dem Svea-Orden bei und blieb zeitlebens Mitglied.

„Krabben fordern diese Getränke!“, das bekannteste Wahlplakat der Nein-Seite im Zusammenhang mit dem Referendum über das Verbot alkoholischer Getränke in Schweden im Jahr 1922, wurde von Albert Engström entworfen.

Wir wissen, das die Schwed:innen im August ihre Krebsfeste, die sogenannten Kräftskiva feiern. Wichtiger kultureller Bestandteil einer Kräftskiva ist das gemeinsame Singen traditioneller, schwedischer Schnaps-Weisen. Diese sind meist kurze, komische Lieder, von denen während des Essens immer wieder eine Strophe gesungen und mit einem Schnaps beendet wird. Ein Trinkspruch lautet beispielsweise: „Ein Krebs, ein Schnaps, ein Lied“.

Wir haben dabei schon die wildesten Feste beobachtet. Einmal auf einem Campingplatz feierten alle miteinander und der/diejenige, die sang tanzte dazu am Tisch. Na ja, nicht viel anders wenn bei uns zur fortgeschrittenen Stunde zur Polonaise eine Menschenkette auf Partys bilden, bei der man sich an den Schultern des Vordermanns festhält und dementsprechende Lieder singen.

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