Die erste Gedenkstätte, die wir bei einem Radausflug besuchen gilt dem ehemaliger Kz-Lager Aschendorfermoor. Wo das einstige Lager stand sieht man heute nur landwirtschaftliche Nutzflächen. Eine Krigesgräberstätte erinnert an das Strafgefangenenlager, das ab April 1935 hier geschaffen wurde. Von Juli 1937 bis Mai 1940 wurden hier über 2.200 politische Gefangene der Emslandlager zusammengezogen.


Die Luftaufnahmen zeigen das damalige Lager und die heutige landwirtschaftliche Nutzung1.

Mein erster Eindruck war Enttäuschung, weil ein einzelner Stein an das Grauen des KZ erinnert. Dann fragte ich mich, welche Bedeutung wird der Birke in diesem Kreis gegeben. In einigen europäischen Gesellschaften steht die Birke für Neubeginn oder symbolisiert einen Übergang zum Beispiel den Übergang vom Nationalsozialismus in die demokratische Nachkriegsordnung von 1945?

Misshandlungen durch die Willkür der Wachmannschaften ausgesetzt. Standesamtlich sind 237 Todesfälle beur-kundet; die tatsächliche Zahl dürfte aber höher liegen. Die Toten wurden auf dem Lagerfriedhof Börgermoor, heute Begräbnisstätte Esterwegen, beigesetzt.2

Gedenkstein der Fédération des Victimes du Nazisme enrolées de Force aus Luxemburg auf der Kriegsgräberstätte Aschendorfermoor
Ab 1940 kam es hier zu Inhaftierungen von durch Wehrmachtsgerichte verurteilte Soldaten unter ihnen Zwangsrekrutierte aus Luxemburg.

Das Massaker im Lager Aschendorfermoor in der Endphase des Krieges
Willi Herold ist Ende März 1945 Gefreiter und eignet sich eine Hauptmannuniform an und sammelt Versprengte Soldaten um sich. Ab nun beginnt ein von ihm inszenierter Todesreigen.
Am 12. April beginnt um 10:00 ein Hinrichtungsritual. Die letzten 30 Deliquenten werden um 18:30 mit einer Kanone erschossen. Da viele als Verletzte in eine ausgehobene Grube fallen werden einfach Handgranaten in die Grube geworfen. Insgesamt sterben 98 Gefangene.
Am 13. April werden 8 Gefangene in Burlage per Genickschuss auf seinem Befehl hin erschossen.
Am 18. April wird die Küche im Lager von alliierten Jagdbombern getroffen. Gefangene die ihren Hunger mit den verstreuten Lebensmitteln stillen wollten, werden von Herolds Soldaten erschossen. Die Schwerstverwundeten des Angriffs bekommen Morphium und werden auf Herolds Anweisung erschossen.
Auf einem requirierten Opel steht jetzt „Standgericht Herold“. Am 25. April lässt Herold fünf holländische Widerstandskämpfer erschiessen.

Nach Kriegsende wird Wilii Herold von einem Britischen Militärgericht in Oldenburg zum Tode verurteilt. Am 14. November 1946 werden er und fünf Mitangeklagte im Gefängnis Wolfenbüttel hingerichtet.