Loibltunnel

Nach unserer Wanderung am Karnischen Höhenweg (Friedensweg) besuchten wir wieder einmal die Gegend rund um den Loiblpass. Ein Bericht eines Ortes, dessen Geschichte noch nicht ganz aufgearbeitet ist – ein Bericht von Peter Drizhal.

Ein verkehrstechnisch wichtiges Element über den Loiblpass, ein auf 1368 m Seehöhe gelegener Alpenpass über die Karawanken, ist der Loibltunnel. Der erste Tunnelbau erfolgte um 1560, er war 150 Meter lang. Im 17. Jahrhundert wurde der alte Tunnel entfernt und durch einen vier Meter breiten Einschnitt mit 130 m Länge ersetzt. Zwei Obelisken auf der Passhöhe sollen an die Vollendung der Baumaßnahmen unter Kaiser Karl VI. erinnern. Sie markieren heute den Verlauf des ehemaligen Tunnels.

Seiji Kimoto, Skulptur des Mauthausen Komitees, 2019 – Foto Peter Drizhal

Im September 1942 setzte Friedrich Rainer, der Gauleiter von Kärnten, den Bau eines neuen Loiblüberganges durch, dessen Kernstück ein neuer Tunnel sein sollte: 1570 m lang in 1068 m Seehöhe. Die mangelnden Verbindungen über die Karawanken rechtfertigten diese militärwirtschaftlich wichtige Nord-Süd-Verbindung. Zur Errichtung schloss die SS einen Vertrag mit der „Universale Hoch- und Tiefbau AG“, in dem sie sich zur Bereitstellung von Menschenmaterial aus Konzentrationslagern verpflichtete.

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Zwangsarbeit in Wien während der NS-Zeit

Fremdenfeindlichkeit und Alltagsrassismus versus heimliche Unterstützung

Monument aus der Gedenkstätte Buchenwald


Die Männer und Frauen aus Böhmen, Mähren, Polen, Ungarn und besonders den Balkanländern trafen in Wien auf bereits tief sitzende und lang eingeübte fremdenfeindliche Ressentiments und ein Gefühl der Überlegenheit gegenüber den unterpriviligierten und rechtlosen Fremd- und ZwangsarbeiterInnen.

Stefan August Lütgenau

In seinem Beitrag “Zwangsarbeit im Reichsgau Wien 1938 bis 1945” erschienen im Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Wien im Jahr 2003 schildert Lütgenau die täglich geübte Praxis des Rassismus bei der Ausbeutung der AusländerInnen und ZwangsarbeiterInnen in Wien.

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„Menschenmaterial: unbefriedigend“

Zwangsarbeit bei den Wiener Verkehrsbetrieben
Eine Buchvorstellung von Werner Drizhal

„MENSCHENMATERIAL: UNBEFRIEDIGEND“
Zwangsarbeit bei den Wiener Verkehrsbetrieben
Walter Farthofer
2017 echomedia buchverlag
ISBN: 978-3-903113-25-1
Herstellungsort: Wien

Aber wir haben die Verantwortung dafür, dass die Erinnerung an diese Schandtaten aufrecht bleibt. Nur wenn wir diese Pflicht wahrnehmen, können wir dafür gewappnet sein, das Ähnliches nie wieder passiert.

Günter Steinbauer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Wiener Linien
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Betontürme voller Leiden

Der 42 m hohe Flakturm im Arenbergpark war der erste Turm in Wien – Baubeginn: 1942

Die Wiener Flaktürme, errichtet zwischen 1942 und 1945, sind Produkte von Zwangsarbeit. Zahlreiche österreichische Bauunternehmen waren Nutznießer dieses Unrechts, an das bis heute kaum erinnert wird.

Gemeinderat Ernst Woller und Doris Zametzer
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Das kleine Lager in Buchenwald

Am nördlichen Rand des Häftlingslagers richtete die SS Ende 1942 eine Quarantänezone, das “Kleine Lager”, ein. Es wurde mit Stacheldraht vom Hauptlager getrennt. Deportierte aus allen von Deutschland besetzten Ländern blieben einige Wochen im Kleinen Lager, bevor sie in die Außenlager weitergeschickt wurden.

Mit der Ankunft von Massentransporten aus Auschwitz, Groß-Rosen und anderen Lagern im Osten 1944/45 wurde das Kleine Lager zum Sterbe- und Siechenort, in dem insbesondere Tausende jüdische Häftlinge untergebracht waren.

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