Nach den schweren Themen von den Moorlagern im Emsland zu etwas Leichterem. Wir machen Station in Ljungby in Småland in Schweden. Bei unserer Stadtrundfahrt mit den Rädern fallen uns riesige Wandgemälde auf.

Standort: Fassade des Postamtes (Kreuzung Stationsgatan/Storgatan)
Ljungy erhielt 1936 das Stadtrecht und liegt an der E4 und Hagenern industriellen Charakter. Ljungby ist Standort von Electrolux Laundry Systems und Wascator. Beide Firmen sind Hersteller für professionelle Waschmaschinen.
Bei unserem Sightseeing hielten wir nun Ausschau nach weiteren Objekten, die etwas mit Arbeitswelt und Kunst im öffentlichen Raum zu hatten.


In der Beschreibung zu diesen Kunstwerken steht: Ein riesiges, 80 Quadratmeter großes Kunstwerk aus dem Jahr 1982, das in der sogenannten Sgraffito-Technik (Kratzputz) direkt in die Hauswand eingearbeitet wurde. Es zeigt das rege Treiben vergangener Tage genau in diesem Stadtviertel: Man sieht Pferdehändler, Passanten, ein altes Café, eine Bäckerei, die nahegelegene Eisenbahnstation und den Bau des Postgebäudes selbst.
Brigitte hat positiv angemerkt, dass die Figur der Frauen nicht den üblichen Models nachempfunden sind, sondern Frauen so darstellen, wie sie mehrheitlich sind. Am dritten Bild, wo körperlich schwere Arbeit dargestellt wird sind nur Männer zu sehen. Meine bisherigen Erfahrungen in Schweden sind, dass ich auf Baustellen schon öfters Frsuen in diesen Berufen gesehen habe. Im Kaffee sitzen nur gut gekleidete Männer und eine Frau arbeitet hier als Servicekraft.

Diese Denkmal bezieht sich auf die Schließung einer Fabrik.
Die Vibro-Verken wurden 1934 gegründet und stellten Innenvibratoren (Tauchvibratoren) für den Betonbau sowie elektrische und druckluftbetriebene Vibrationsgeräte her. Später folgten Vibrationswalzen für den Straßen- und Erdbau. Ein großer Erfolg war die Walze CG10, die sich in Skandinavien über tausendfach verkaufte. Das Unternehmen besaß damals sogar eine eigene, renommierte Werkschule (verkstadsskola) zur Ausbildung von Fachkräften.
Die Betriebseinstellung in Ljungby erfolgte im Jahr 2011. Dieses Denkmal erinnert an die ehemals 300 Arbeitnehmer:innen des Unternehmens.
Heute hält der lokale Historikerverein (Vibro-Verken Ljungby Historiska Sällskap) die Erinnerung an die Fabrik, ihre Maschinen und die damalige Arbeitskultur durch Dokumente, digitalisierte Werksfilme und Bücher lebendig. Zwei Bilder aus deren Fotoarchiv


Der Kunstspaziergang „Sveriges mest avmålade stad“
Entlang einer etwa 2 Kilometer langen Route durch das Zentrum wurden sechs doppelseitige Kunsttafeln aufgestellt. Eine dieser Tafeln haben wir entdeckt.

Diese Schilder zeigen berühmte Gemälde von Sven Ljungberg, der über 75 Jahre lang die städtebauliche Entwicklung Ljungbys in seinen Werken dokumentierte. Die Schilder sind exakt an den Orten und in den Blickwinkeln platziert, an denen der Künstler damals seine Staffelei aufstellte, sodass Passanten die historische gemalte Szene direkt mit der heutigen Realität vergleichen können.

Rainer, der sich mit Arbeitnehmer:innenschutz beschäftigt, wird bei diesem etwas die Augen verdrehen. Kunst soll und darf provozieren unter dem Motto so soll man Arbeitsgeräte nicht transportieren. Eigentlich ganz „unschwedisch“.
Zum Absvhluss – Ljungby ist auch die Stadt der Sagen und Märchen. Wer schon einmal bei uns zu Hause war, kennt unsere Schwäche für Trolle. Wir sind einem begegnet. Ob der gerade arbeitet überlassen wir den Bezrachter:innen.
