PRO-GE Wien – Rundfahrt mit der Bim

ArbeiterInnengeschichte aus einer anderen Perspektive

Mehr als 30 BR-Innen und Mitglieder starteten am Samstag Nachmittag mit einer „Oldtimer-Bim“ in der Schlachthausgasse zur Rundfahrt. Über den Landstrasser Gürtel, die Prinz-Eugen-Strasse erreichten wir den Ring. Viele Straßennamen erinnern an Menschen, die Großartiges für die ArbeiterInnenbewegung geleistet haben – ob als Arzt/Ärztin, WiderstandskämpferIn, KünstlerIn oder FunktionärIn. Wir passieren Orte, Denkmäler und Gedenkstätten, die schmerzhafte Erinnerungen wecken und Orte sozialer und demokratischer Errungenschaften.

Hier eine ehemalige geheime Wohnung, wo sich GewerkschafterInnen trafen, um Österreichs Demokratie vor den Austrofaschisten oder Nazis zu retten, hier die Arbeiterkammer oder das Bildungszentrum für BetriebsrätInnen, dort das Denkmal zur Republiksgründung oder hier eine Ausstellung, die an die sozialen Errungenschaften in Wien erinnern, die bis heute wirksam sind. Immer wieder passieren wir auch Gedenkstätten, die uns gerade am heutigen Tag (9. November) an die Pogrome an der jüdischen Bevölkerung erinnern. Stille und Trauer umgibt uns in diesen Augenblicken.

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Mahnwache und Gedenken am Aspangbahnhof

In den Jahren 1939 – 1942 wurden vom ehemaligen Aspangbahnhof zehntausende österreichischen Juden, Roma und Sinti in Vernichtungslager transportiert. Gestern versammelten sich mehrere hundert Menschen anlässlich des Novemberpogroms 1938 an der Gedenkstätte des ehemaligen Aspangbahnhofes.

Axel Magnus, von den Sozialistischen FreiheitskämpferInnen, erinnerte in einer sehr persönlichen Rede weshalb Gedenken und aktiver Widerstand gegen diese rechte Politik nötiger denn je ist.
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Jüdische Geschichte an der Mosel

Anläßlich unseres Besuchs an der Mosel und der kommenden Gedenktage zu den Novemberpogromen haben wir nach Gedenkstätten, öffentlichen Denkmälern und Geschichtsinitiativen Ausschau gehalten.

  • Traben-Trarbach: ein Geschichtsprojekt einer Schule
  • Bernkastel: Gedenktafel an der ehemaligen Synagoge
  • Trier: Deportationen der jüdischen Bevölkerung und eine Gedenkveranstaltung von SchülerInnen
  • Zell an der Mosel: eine Infotafel an der ehemaligen Synagoge
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Allerliebstes Wiener Fabriksmädel

Sibylle Hamann widmet sich in dieser Autobiografie über Adelheid Popp, geborene Dworschak, der Lebensumstände mit denen die spätere Abgeordnete in ihrer Kindheit zu kämpfen hatte. Die damaligen Mechanismen, die Frauen in Abhängigkeit halten wie „Scham und Ohnmacht, Patriarchat und Religion, Stress und Vereinzelung“ wirken heute nach wie vor. Innnerhalb der heutigen ArbeiterInnenklasse braucht es gemeinsame Strategien, um die systemischen Ursachen dafür, zu bekämpfen. Ein breites Betätigungsfeld für Gewerkschaften und die Sozialdemokratie.

Die gesamte Buchbesprechung ist im Falter 43/19 nachzulesen.

Rovinj

Ein Denkmal zu Ehren der PartisanInnen und Opfer des faschistischen Terrors

Während des Zweiten Weltkrieges kämpften italienische zusammen mit den kroatischen und slowenischen Partisanen gegen den italienischen Faschismus. Unser Auslandskorrespondent Heinz hat uns dieses Foto zukommen lassen.

Aspangbahnhof – Mahnwache und Kundgebung

Woran gedenken wir am 9. November?
Schon in der Nacht vom 11. zum 12. März 1938, also anläßlich des Einmarsches der deutschen Wehr- macht in Österreich, begannen Ausschreitungen gegen Jüdinnen und Juden in Österreich. Viele wur- den von SA- und HJ-Leuten wie von „einfachen“ Parteimitgliedern, die sich ihre Hakenkreuzbinden und Orden angeheftet haben, verhaftet, geschlagen und öffentlich gedemütigt. Fensterscheiben wurden eingeschlagen. Mehr dazu von Susanne Scholl (Omas gegen Rechts)

Adelhaid Popp

Eine Zusammenfassung erstellt von Pia Lichtblau für den Rundgang zum Int. Frauentag 2019

  • geboren am 11. Februar 1869 in Inzersdorf,
  • gestorben am 7. März 1939 in Wien
  • jüngstes von 5 überlegenden Kindern und einziges Mädchen (ihre Mutter hatte insgesamt 15 Kinder zur Welt gebracht! 10 davon sind schon als Säuglinge gestorben)

Der Vater war Weber, alkoholabhängig und aggressiv. Er hat seine Frau häufig geschlagen. Die Familie war sehr arm, dazu gab der Vater auch noch einen Teil des ohnehin kargen Lohns für Alkohol aus. Als Adelheid 4 Jahre alt war, wurde der Vater schwer krank – die Kosten für Ärzte und Medikamente verschlangen fast die gesamten Einkünfte der Familie. Zwei Jahre später starb er.

„Ich empfand keine Betrübnis, ja, als ich die von einer wohlhabenden Familie geliehenen Trauerkleider mit Hut und Schleier trug, empfand ich weit eher ein Gefühl der Genugtuung, auch einmal so schön angezogen zu sein.“

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Christlicher Widerstand gegen das faschistische Mörderregime

Eine Gedenktafel in der Kirche St. Michael Neu im Tisner Ried in Vorarlberg erinnert an Pater Alois Grimm, die wir bei einer Geocachingtour nach Liechtenstein entdeckten.

1943 bat ihn ein Gefreiter aus Berlin Pater Alois Grimm um Aufnahme in die Kirche. Er kam regelmäßig zum privaten Unterricht, ließ sein Kind von Pater Grimm taufen und brachte schließlich „seinen Freund“ ebenfalls mit zum Glaubensunterricht. Im Oktober 1943 wurde Pater Grimm von der Gestapo verhaftet und ins Gestapogebäude nach Innsbruck gebracht. Dort trat ihm zu seiner Überraschung dieser „Freund“ als Gestapobeamter gegenüber.

Pater Grimm wurde von der Gestapo verhört und misshandelt, nach Berlin gebracht, angeklagt und nach weiteren Misshandlungen am 12. August 1944 von Roland Freisler wegen Wehrkraftzersetzung in zwei Fällen sowie Defätismus zum Tode verurteilt und für ehrlos erklärt.

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