Arbeiter – Zeitung 1848
Am 7. September 1848 erschien sdas Vereinsorgan des Arbeiterbildungsverein (gegr. 1848), die erste wirklich diesen Namen verdienende Arbeiterzeitung Österreichs. Schon am 9. August war auf Antrag Hillisch’, der sich erboten hatte, die Redaktion und die Bestreitung der Druckkosten zu übernehmen, die Gründung eines Vereinsorganes beschlossen worden. AnfangSeptember, als der Verein schon nahezu 800 Mitglieder zählte, konnte dieses Projekt verwirklicht werden. Der Titel war „A r b e i t e r – Z e i t u n g1“.
Als verantwortlicher Redakteur zeichnete: „J. H. H i ll i s c h, Arbeiter.“ Das Erscheinen der Zeitung war mit zweimal wöchentlich festgesetzt. Von Nr. 3 bis 5 führte sie den Untertitel: „Organ des ersten allgemeinen Wiener Arbeitervereines“; ab Nr. 4 hieß sie: „Österreichische Arbeiter-Zeitung.“
In dem ersten Artikel der neuen Zeitung finden sich folgende charakteristische Sätze: „…Man will nicht mehr wissen, dass die Opfer des 13. März größtenteils aus Arbeitern bestanden, dass das Blut unserer getöteten Brüder auch für uns geflossen…“ — „Dieses Blatt“, heißt es an einer anderen Stelle, „ist euren Interessen gewidmet, jedem Arbeiter ist hiemit ein Organ geboten, durch welches er zu Brüdern sprechen kann, und wenn ihr einig seid, wie es unglückliche Brüder sein sollen, so wird auch Gott, unser Streben segnend, mit uns sein.“
Ein langes Leben war der „Arbeiter-Zeitung“ leider nicht beschieden, schon die Nr. 6 am 24. September 1848 war die letzte.
Weitere Zeitungen 1848
Am 5. April erschien in 2 Nummern das Blatt “An meine Brüder Arbeiter” von Leopold Schmid, Nationalgardist, 3. Komagnie, Schottenviertel.
Das “Wiener Allgemeine Arbeiter-Blatt”, 7 Nummern, Redaktion M. Grützner – am 2. Juni stellte sie ihr Erscheinen ein.
Von großem Einfluss auf die Arbeiterschaft war “Der Radikale”, Abendzeitung für das In- und Ausland, als dessen Redakteur Dr. A.J. Becher zeichnete2.
Arbeiterzeitung ab 1860
Die lassalleanische Richtung der Arbeiterbewegung vertrat eine seit dem Februar 1868 erscheinende Beilage der „Vorstadt-Zeitung“, die sich „Wiener Arbeiter-Zeitung“ betitelte; das Blatt erschien zweimal wöchentlich in einer sehr großen Auflage. Als Herausgeber zeichnete der Eigentümer der „Vorstadt-Zeitung“ Eduard Hügel.
Erst im April 1869 erschien als erstes selbständiges sozialdemokratisches Blatt „Die Volksstimme“, ein von Hartung herausgegebenes Wochenblatt, das einen ziemlich großen Einfluß besaß.
Der Volkswille
Die Zeitung wurde von Andreas Scheu 1870 als Nachfolgeorgan der Volksstimme gegründet. Während der Haftzeit von Andreas Scheu wurde sie von dessen Bruder Heinrich weitergeführt. Die Zeitung hatte eine Auflage von 6000 bis 7000 Stück.3