Partisan:innen stoppten Nazi-Barbarei

Am 9. Mai 1945 endete in Europa der Zweite Weltkrieg, die deutsche Wehrmacht kapitulierte. Dieser Tag ist ein Freudentag, weil er das Ende des Mordens, der Folter, der Hinrichtungen und der Barbarei bedeutete. Österreich befreite sich nicht selbst, nur die wenigsten leisteten Widerstand. Der Kampf der Partisan*innen, unter anderem in Kärnten/Koroška, war dabei der wichtigste, effektivste und militärisch relevanteste „eigene Beitrag“ zur Befreiung Österreichs von der nationalsozialistischen Herrschaft.

Das Foto wurde im Vorjahr bei der Gedenkfeier aufgenommen. Am 9. Mai 1986 wurde Wiens einziges Partisan*innen-Denkmal eingeweiht, somit feiern wir heuer sein 40-jähriges Bestehen.

Der Landesverband Wien österreichischer Antifaschist*innen, WiderstandskämpferInnen und Opfer des Faschismus (KZ-Verband/VdA Wien), der Klub slowenischer Student*innen in Wien / Klub slovenskih študentk*študentov na Dunaju (KSŠŠD), der Verband der Kärntner Partisanen und Freunde des antifaschistischen Widerstands / Zveza koroških partizanov in prijateljev protifašističnega odpora (ZKP) laden zu einer Feier beim Denkmal der jugoslawischen Partisan*innen.

Artikel von unserer Studienreise nach Kärnten und Slowenien

Zum Gedenken in Oberpullendorf

Uschi und Willi haben uns aus Oberpullendorf zwei Fotos zukommen lassen. Wir erinnern an diesem Blogeintrag an das Schicksal der Rominija im Burgenland.
Eine Ansiedlung von Romafamilien in Oberpullendorf ist erstmals im 19. Jahrhundert belegt1.

Sofort nach dem „Anschluss“ setzten die Verfolgungsmaßnahmen gegen die Roma ein. So wurde der Rom Julius Karall Opfer der rassistischen Politik.

Meine beiden Verurteilungen wegen Übertretung nach dem § 156 StG und § 129 1 StG durch das Landesgericht Wiener Neustadt erfolgten zu dem Zwecke, um bei mir die Voraussetzung einer Entmannung künstlich zu konstruieren. Ich konnte mich in diesen Strafverfahren als Angehöriger der Zigeunerrasse nicht entsprechend verteidigen, da ich nur mangelhaft die deutsche Sprache beherrsche und auch sonst weder lesen noch schreiben kann. Ich habe daher in diesen Verfahren die mit mir aufgenommenen Protokolle nicht lesen und daher nicht überprüfen können. Ich war in diesen Strafverfahren völlig rechtlos und der Willkür der nationalsozialistischen Richter ausgeliefert2.

Der Retter von Oberpullendorf

Die Stollen des Grauens des ehemaligen KZ Gusen

Bei unserem Besuch in Gusen wandern wir zum Eingang der Stollenanlage „Bergkristall“ des ehemaligen KZ Gusen. Wir sind auf der Suche nach Eindrücken und Informationen für unsere zukünftige Studienreise der Roten Spuren im Frühjahr 2027. Die Fotos bei diesem Artikel stammen grossteils von den Informationstafeln1 vor der Gedenkstätte.

Das Stollensystem „Bergkristall“ war Teil des KZ-Komplexes Mauthausen-Gusen. Tausende Häftlinge errichteten das unterirdische Stollensystem, das für die Rüstungsindustrie genützt wurde.2

ZUM GEDENKEN AN DIE VIELEN TAUSENDEN POLNISCHEN HÄFTLINGE DER KONZENTRATIONSLAGER VON GUSEN,
DIE DURCH SKLAVENARBEIT FÜR DIE RÜSTUNGSINDUSTRIE DES DRITTEN REICHES IN DEN BERGKRISTALL-STOLLEN AUSGEBEUTET, GEPEINIGT UND ERMORDET WURDEN

Weitere Informationen zur Gedenkstätte

Der Bockerer

Der Fleischhauer Karl Bockerer ist schon ein bisserl enttäuscht, als er an seinem Geburtstag aufwacht: Es ist der 20. April 1938, aber statt der erwarteten Familienfeier begeht seine Frau Binerl

nicht seinen, sondern “Führers Geburtstag”, und sein Sohn Hans präsentiert schneidig seine SA-Uniform, bevor er zu einem Aufmarsch ausrückt. Zeiten sind das!

Und die wöchentliche Tarockpartie mit dem netten Doktor Rosenblatt soll künftig auch nicht mehr stattfinden können? Und als ihm der Herr Polizeiinspektor auch noch erklärt, dass man an einem Feiertag wie diesem die Fleischhauerei geschlossen halten und stattdessen die Hakenkreuzfahne heraushängen muss, ist ihm der Tag endgültig versaut. Aber es wird bald noch schlimmer kommen …

Kartenbestellung …

Wer war Ignaz Bockberger?

Bei einem Spaziergang in Simmering entdecken wir dieses Strassenschild und fragen uns „Wer war Ignaz Bockberger?“.
Die Bockbergergasse in Simmering wurde 1971 nach ihm benannt1.

1934 erhielt Bockberger wegen seines politischen Engagements 14 Monate Arrest, die er in Stein verbüßte. Während des Zweiten Weltkriegs organisierte Bockberger, der von den Nationalsozialisten 1938 wieder eingestellt worden war, eine antifaschistische Widerstandsgruppe im Betrieb.

1945 wurde Bockberger wieder Betriebsratsobmann und Mitglied des Vorstands der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten.

Telegraf am 18. Juni 1934, Seite 32
Innsbrucker Nachrichten, 22. Juni 1934, Seite 23
Nachruf zum Begräbnis

Gedenkfahrt zur Befreiungsfeier nach Mauthausen

Sonntag, 10. Mai 2026
Treffpunkt am Westbahnhof: 6:45 Uhr hinter der Parkgarage (Vom Bahnhof – Ausgang zu den Gleisen) – Abfahrt pünktlich um 7:00 Uhr

Bereits seit 1946 findet eine Zeremonie zur Wiederkehr der Befreiung des KZ Mauthausen statt. widmet sich heuer dem Thema „Täterinnen und Täter“.
Vor der internationalen Befreiungsfeier um 11 Uhr findet um 10 Uhr wieder unsere sozialdemokratische Gedenkfeier bei den Gedenktafeln für den ermordeten Schutzbundkämpfer Richard Bernaschek statt.

Wir freuen uns heuer Frau Korinna Schumann, BM Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, als Hauptrednerin begrüßen zu dürfen. Anschließend nehmen wir an der Hauptfeier am ehemaligen Appellplatz teil.

Anmeldung noch bis 7.Mai 2026 möglich per Mail kaempfer@spoe.at
Telefon+43(0)1 53427/277

Organisatorisches:
Nach der Feier treten wir die Heimreise nach Wien. Reservierungen waren nicht möglich, weil am Muttertag es keine freien Plätze gab. Daher bitte ich euch das bei eurer Planung des Tages zu berücksichtigen und euch mit Proviant zu versorgen oder die in der Gedenkstätte befindliche Kantine aufzusuchen.
WICHTIG: Bitte in den Tagen davor die Wettervorhersage verfolgen und sich dementsprechend vorbereiten (Schirm, Regenjacken, Getränke, Sonnenschutz usw.)

Die Teilnahme ist kostenlos, bitte beachtet, dass es sich um keine Führung durch die KZ-Gedenkstätte handelt, sondern um den Festakt zur Befreiung des KZ-Mauthausens.

Fensterblicke ins Krematorium

Brigitte und ich besuchten während unserer Ostertour die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslager in Gusen. Vorher besuchten wir im November 2025 eine Informationsveranstaltung im Roma-Dokumentionszentrum, wo der Historiker Mag. Robert Vorberg die Erweiterungspläne zur Neugestaltung der Gedenkstätte vorstellte.


Die Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers Gusen war in Österreich über Jahrzehnte weitgehend unbekannt. Das KZ Gusen in Oberösterreich war ein wesentlicher Teil des KZ-Lagersystems Mauthausen. Nach 1945 wurde das Areal des Lagers Gusen mit Wohnhäusern überbaut und von Gewerbe- und Industriebetrieben genutzt. Nur um den Krematorium-Ofen entstand eine von ehemaligen Häftlingen initiierte internationale Gedenkstätte.

Die ehemalige Krematoriumsanlage
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Erinnerungszeichen für Opfer des Nationalsozialismus in Linz

Die Erinnerungszeichen sind permanente, von der Linzer Stadtverwaltung errichtete Stelen, die ein personalisiertes Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus im Stadtraum ermöglichen — insbesondere als Erinnerung an verfolgte, vertriebene und ermordete Linzer Jüd:innen.

Quelle: https://linzerinnert.at/

Im Dezember 2022 haben wir in einem Blogartikel erstmals an großteils jüdischen Opfer der Verfolgung erinnert – Erinnerungsstelen für die jüdischen Opfer in Linz. Heute nutzen wir einen Rundgang im Rahmen eines Adventure Lab, um uns mit den Stelen und den darauf genannten Opfern auseinander zu setzen.

Hier auf der Stele im Schillerpark wird Johanna Richter genannt. Johanna Richter kam 1878 als Johanna Fischer und Tochter des Bernhard Fischer und der Julie, geborene Herman, in Chiesch (Chyse, ČR) zur Welt.
1907 erfolgte die Übersiedlung der Familie nach Linz. Sie bezog ihre Wohnung an der Landstraße 71. Im selben Haus richtete Julius Richter seine Arztpraxis ein. Das Ehepaar war in mehrere Linzer Vereine, nichtjüdische wie jüdische, eingegliedert.
Ihr älterer Sohn Hans folgte seinem Vater im Arztberuf nach. Er war Sozialdemokrat und unter den Linzer Arbeiterinnen und Arbeitern als moderner und uneigennütziger Arzt sehr gefragt. Ab 1934 gelang es den Protagonisten des austrofaschistischen Regimes den jüdischen Arzt sukzessive an seiner Arbeit zu hindern. Diese schleichende Verfolgung mündete schließlich in einer Anklage, in einem Schauprozess und einem Dr. Hans Richters weitere Arbeit zunichte machenden Urteil. In dem ganzen Vorgehen wird der dem christlich-deutschen Ständestaat innewohnende und von Bischof Gföllner noch geförderte Antisemitismus deutlich.
Dem Sohn gelang eine Flucht nach Argentinien. In letzter Minute konnte er auch seine betagte Mutter zu sich holen. 
Johanna Richter starb 1955 und wurde in Buenos Aires begraben.

Zu weiteren Stelen

5 vor 12 – Unerhörter Widerstand

Am OK-Platz in Linz treffen wir gute Freun d:innen. Den Treffpunkt haben wir wegen eines interessanten Mahnmals ausgewählt.

Es ist nie zu spät, Frauen,
die unter höchstem Risiko Widerstand leisteten,
ein Denkmal zu setzen.
Sie sind Vorbilder für Demokratie – die Brücke zur Gegenwart.

Martina Gugglberger, Historikerin

Jeden Samstag um 5 vor 12 Uhr würdigt die Audio-Skulptur am OK Platz mit einem lauten Aufschrei eine Frau, indem ihr Name, sowie der Ort und die Art ihrer Widerstandshandlung genannt werden. Mit diesem einzigartigen Projekt entsteht inmitten der Landeshauptstadt ein Ort, der auf die von der Gesellschaft bisher kaum beachtete Rolle von Frauen im Widerstand gegen das NS-Regime aufmerksam macht.
Wir treten durch die Ringe wird durch einen Bewegungssensor eine Tonspur ausgelöst und wir erfahren mehr über die mutigen Taten der bisher wenig bekannten Heldinnen.

Zu den Frauen

Gedenkstein am Mexikoplatz

Die Regierung von Mexiko, in steter Beachtung der Grundsätze der Satzung und getreu ihrer internationalen Politik, die keine durch Gewalt erfolgte Eroberung hinnehmen kann, protestiert auf das entschiedenste gegen die Aggression von außen, der Österreich vor kurzem zum Opfer gefallen ist. Sie erklärt vor der öffentlichen Meinung der Welt, dass ihrer Meinung nach der einzige Weg zur Erreichung des Friedens und zur Vermeidung weiterer internationaler Anschläge, wie jene auf Äthiopien, Spanien, China und Österreich, die Erfüllung der Verpflichtungen aus der Satzung, den abgeschlossenen Verträgen und den Grundsätzen des Völkerrechts ist. Andernfalls würde die Welt leider früher oder später von einer weit größeren Katastrophe erfasst werden als jener, die man zu vermeiden sucht, indem man außerhalb des Gefüges des Völkerbundes handelt1.

In der Sitzung des Völkerbundes unterstützten das republikanische Spanien, die Sowjetunion und Chile den Protest2. Bei unserer gestrigen Tour durch die Leopoldstadt besuchten wir dieses Denkmal.

Gestiftet wurde das Denkmal von Stadt Wien
Enthüllung des Gedenksteins im Jahre 1985 durch Bürgermeister Helmut Zilk und den Botschafter von Mexiko Roberto de Rosenzweig-Diaz.

Zum Gedenken an die mexikanische Protestnote stiftete die Republik Österreich 1988 ein Denkmal in Mexiko City3.

Künstler: Herbert Josl4

Es gab hier bereits eine temporäre Installation, die gegen den Opfermythos Österreichs, der nach dem Zweiten Weltkrieg bis weit in die 1990er Jahre strapaziert wurde.


Quellenverzeichnis

  1. Die Arbeiter von Wien, Hrsg. Kurt Stimmer im Auftrag des Bildungsausschusses der Wiener SPÖ, Jugend und Volk 1988, Seite 69 ↩︎
  2. Antifaschistische Denkmäler und Gedenkstätten – das rote Wien ↩︎
  3. www.nachkriegsjustiz.at ↩︎
  4. Wikipedia ↩︎