1848 – Erster Wiener allgemeine Arbeiterverein gegründet

Wir müssen uns aufraffen, dahin zu gelangen, wo andere durch Mittel und Erziehung von selbst ankamen.

Friedrich Sander, Obmann des Wiener allgemeinen Arbeiterverein 1848

Als am 13. März 1848 das Bürgertum in Wien eine demokratische Verfassung forderte, erhoben sich auch die Proleatierer in den Vororten. Das Militär erstickte den Aufstand der Arbeiter in Blut. 50 tote Arbeiter (siehe Denkmal am Zentralfriedhof) und 500 Personen, die zu langjährigen Kerkerstrafen verurteilt wurden.
Friedrich Sander gründete 1848 den Ersten Wiener allgemeinen Arbeiterverein, der sich später zur Keimzelle der österreichischen ArbeiterInnen- und Gewerkschaftsbewegung entwickelte. (2)

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Zwangsarbeit in Wien während der NS-Zeit

Fremdenfeindlichkeit und Alltagsrassismus versus heimliche Unterstützung

Monument aus der Gedenkstätte Buchenwald


Die Männer und Frauen aus Böhmen, Mähren, Polen, Ungarn und besonders den Balkanländern trafen in Wien auf bereits tief sitzende und lang eingeübte fremdenfeindliche Ressentiments und ein Gefühl der Überlegenheit gegenüber den unterpriviligierten und rechtlosen Fremd- und ZwangsarbeiterInnen.

Stefan August Lütgenau

In seinem Beitrag „Zwangsarbeit im Reichsgau Wien 1938 bis 1945“ erschienen im Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Wien im Jahr 2003 schildert Lütgenau die täglich geübte Praxis des Rassismus bei der Ausbeutung der AusländerInnen und ZwangsarbeiterInnen in Wien.

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„Menschenmaterial: unbefriedigend“

Zwangsarbeit bei den Wiener Verkehrsbetrieben
Eine Buchvorstellung von Werner Drizhal

„MENSCHENMATERIAL: UNBEFRIEDIGEND“
Zwangsarbeit bei den Wiener Verkehrsbetrieben
Walter Farthofer
2017 echomedia buchverlag
ISBN: 978-3-903113-25-1
Herstellungsort: Wien

Aber wir haben die Verantwortung dafür, dass die Erinnerung an diese Schandtaten aufrecht bleibt. Nur wenn wir diese Pflicht wahrnehmen, können wir dafür gewappnet sein, das Ähnliches nie wieder passiert.

Günter Steinbauer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Wiener Linien
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Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz

Recherchiert von Brigitte Drizhal anlässlich des Rundgangs Revolution und Widerstand

Das Denkmal am Ballhausplatz von oben

Das Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz in Wien am Ballhausplatz, auch „Deserteursdenkmal“ genannt, wurde am 24. Oktober 2014 der Öffentlichkeit präsentiert. Es erinnert an Deserteure und andere Verfolgte der NS-Militärgerichtsbarkeit.

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Jede Arbeiterin muss sich als Mensch fühlen

Marliese Mendel ein Vereinsmitglied der „Roten Spuren“ hat auf einer ÖGB-Homepage über die Entwicklung des Bildungsverein für Arbeiterinnen geschrieben.

Die Blumenmacherin, die den ersten Arbeiterinnen-Bildungsverein gründete und als „emanzipiertes Weib“ ins Gefängnis musste.

Die Blumenmacherin Albertine Moseberg legte den Grundstein für einen vermeintlich unpolitischen Arbeiterinnen-Bildungsverein und löste damit eine kleine feministischen Welle aus. Sie machte erstmals Frauen als Arbeiterinnen sichtbar, hielt (wohl) die ersten feministischen Reden im gewerkschaftlichen Kontext und stellte bereits im April 1870 eine heute noch aktuelle Forderung auf: gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit. Mehr dazu im ÖGB….

Artikel in „Die Presse am 25.12.1872“

Lieder zum 1. Mai

Am 1. Mai 1976 organisierte die DİSK ( ist ein Konförderation von vier Zusammenschlüssen von Gewerkschaften in der Türkei) eine Massenversammlung am Taksim-Platz in Istanbul. Personen aus dem Intercontinental Hotel (heute Marmara-Hotel) und im Gebäude der Sular İdaresi (Wasserbehörde), schossen mit automatischen Waffen in die Menge, woraufhin sich gepanzerte Fahrzeuge in Bewegung setzten. Manche Menschen blieben auf der Stelle liegen, andere liefen weg, wurden in Ecken zusammengedrängt und von den gepanzerten Fahrzeugen überrollt. Anlässlich des 40. Jahrestages dieses Massakers spielte das Taşplak Symphonieorchester das – Lied vom Ersten Mai. Den Tipp zu diesem Lied bekam ich Dieter.

Wir – das Filmorchester „Taşplak“ – möchten mit einer deutschen Version von Sarper Özsans „Lied vom Ersten Mai/Bir Mayıs Marşı“ an dieses tragische Ereignis erinnern.
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Intern. Arbeiterkongress 1889 plant 1. Mai 1890

Der Internationale Arbeiterkongress fand zwischen dem 14. und 21. Juli 1889 in Paris statt. Am sozialistischen Kongress nahmen etwa 400 Delegierte teil. Die Mehrheit kam aus Europa. Es kamen auch Delegierte aus Russland, USA, Argentinien und Ägypten. Das Motto lautete:

Proletarier aller Länder, vereinigen wir uns! Politische und wirtschaftliche Enteignung der Kapitalistenklasse. Vergesellschaftung der Produktionsmittel

Beschluss zum 1. Mai 1890

Genosse Lavigne stellte im Namen der französischen Gewerkschaften den Antrag zur Abhaltung einer großen Internationalen Manifestation für den Achtstundentag an einem und demselben Tage gleichzeitig in allen Ländern ins Werk zu setzen. Nach der Meinung der Antragsteller sollte diese internationale Kundgebung am 1. Mai 1890 stattfinden.

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Strenge Arreststrafe und Nahrungsentzug am 1. Mai 1890

Victor Adler vor dem berüchtigten Ausnahmegericht „Holzinger-Senat“, wo staatliche Willkür, ein Mangel an Rechtsstaatlichkeit und willkürliche Interpretation von Rechtsnormen, ihm ein Urteil einbrachte, das mit einer strengen Arreststrafe in der Dauer von vier Monaten, verschärft mit einem „Fasttag“ geahndet wurde.

Im Juni 1889 wurde die von Victor Adler herausgegebene Zeitung „Gleichheit“ von Wiener Polizeidirektion verboten. Adler und der verantwortliche Redakteur Ludwig A. Bretschneider wurden wegen eines Artikels über das Vorgehen der Polizei und des Militärs beim Wiener „Tramwaystreik“ angeklagt. Üblicherweise wurde in ähnlichen Fällen das Druckwerk eingestellt. Diesmal hatte es der Polizeiapparat mittels Ausnahmegericht auf Victor Adler abgesehen, um eine wichtige Person der ArbeiterInnenbewegung wegzusperren.

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