ArbeiterInnengeschichte im Verein Rote Spuren

Hervorgehoben

Die Geschichte dieses Blogs begann vor 20 Jahren. Michael Niedermair, Wolfgang Greif und Werner Drizhal entwickelten einen Rundgang zum Thema ArbeiterInnengeschichte am Zentralfriedhof. Für einen Rundgang einer FSG-Gruppe erforschten wir Gedenkstätten und Gräber, und formten daraus einen Rundgang. Dieser Blog diente seit dem einerseits als Dokumentation als auch als kleiner Leitfaden zum selber forschen.

Heute ist der Blog eine Sammlung von Gedenkstätten, Erfahrungen und Erlebnissen, die wir und andere zum Thema Geschichte erleben. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt in der Geschichte der Menschen, die nicht in den Geschichtsbüchern vorkommen – den ArbeiterInnen, den Verfolgten, den Obdachlosen, den Vertriebenen und der Opfer. Wir laden alle ein sich an dieser Geschichtsschreibung zu beteiligen. Kleine Interviews mit Oma und Opa – was haben sie erlebt. 10 Zeilen und ein Foto von einem Denkmal, das euch bei einer Reise aufgefallen ist. Sendet uns eure Beiträge an rote.spuren@chello.at – wir setzen uns mit euch in Verbindung bezüglich der Veröffentlichung im Blog.

Im Blog werden auch  internationale Stationen zur ArbeiterInnengeschichte dargestellt.

30.000 Tote in Gmünd

Wie der Habsburgerkaiser Franz Joseph Europa und die Welt in eine Katastrophe führte?

Hundertausende Bewohner*innen mussten aus den zum Kriegsgebiet gewordenen Regionen fliehen. Eine riesige Flüchtlingswelle war eine der ersten katastrophalen Auswirkungen des beginnenden Weltkrieges.
Gmünd lag für die Errichtung eines Flüchtlingslagers strategisch günstig, es war verkehrstechnisch durch den Eisenbahnanschluss gut erschlossen und auch die Trinkwasserversorgung war große Abnehmerzahlen gewährleistet. Im Spätsommer 1914 fiel die Entscheidung hier in Gmünd ein Flüchtlingslager für 30.000 Personen zu errichten.

Die Flüchtlingspolitik der Habsburger war geprägt von einer Überheblichkeit gegenüber den Menschen in der Peripherie der Monarchie. Flüchtlingspolitik wurde als Erziehungspolitik gegenüber diesen Menschen gesehen. Kommt uns heute ziemlich bekannt vor.

Uns haben die Leute aber gelehrt, wer sie eigentlich sind und was man aus ihnen machen kann, wenn man nur will und sie entsprechend behandelt…

Österreichische Rundschau 1915
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KZ-Gedenkstätte Dipoldsau

Wir sind am Weg durch das schöne Ennstal von der Steiermark kommend nach Großraming in Oberösterreich. Einige Kilometer vorher haben wir das Ennskraftwerk Schönau passiert. Ein an Geschichte interessierter Geocacher hat diese Gedenkstätte beschrieben, um auf die Greueltaten in diesem Nebenlager von Mauthausen hinzuweisen.

Die Gedenkstätte liegt direkt an der B115 (47°51′48.89″N 14°36′38.88″E). Ein paar Parkplätze sind vorhanden, um zum Gedenken innehalten zu können.

„Es ist geschehen – also kann es wieder geschehen?“

Beim Lesen und Fotografieren werde ich wie ein Strudel in diese Ereignisse hineingerissen. Unvorstellbar für mich dieses Leid der gequälten Menschen, die als Zwangsarbeiter*innen hier ihr Leben lassen mussten. Oftmals frage ich mich – was hätte ich getan? Hätte ich zugesehen, wäre ich im Widerstand gewesen – schwierig zu beantworten, obwohl ich seit ich politisch denken kann, gegen den Faschismus öffentlich und bei vielen politischen Veranstaltungen mich klar und eindeutig positioniert habe. Beim Betrachten der Bilder befällt mich heftige Traurigkeit. Mir ist es nicht möglich distanziert die Texte und Bilder aufzunehmen. Die Bilder, die ich selbst hier mache, dienen meiner persönlichen Bearbeitung dieser grauslichen geschichtlichen Ereignisse. Sie erinnern mich, dass ich selbst ein Beitrag zur Erinnerung leisten kann. Dieser Artikel ist mein Beitrag, mein Versuch, die Geschichte der Opfer in Erinnerung zu rufen, um daraus zu LERNEN.
Beim Schreiben dieser Zeilen fallen mir die Worte der Überschrift diese Absatzes ein, die ich bei der Eröffnung der österreichischen Gedenkstätte im Ausschwitz vor ein paar Tagen gehört habe. Oskar Deutsch hat sie als Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde in seiner Rede zitiert. Was mich wirklich beunruhigt ist die Frage:Wird es wieder geschehen? „

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Josef „Pips“ Mayrhofer – ein Leben für die Gemeinschaft

Veranstalter: Museum Arbeitswelt, Kinderfreunde Steyr-Kirchdorf & ÖGB Steyr/Bildung

PROGRAMM

  • 15.00 Führung durch die Ausstellung für Kinderfreunde-Kinder – Anmeldung erforderlich unter steyr@kinderfreunde.cc
  • 16.00 Plakatausstellung Kinderfreunde Steyr-Kirchdorf: Eine Zeitreise
  • 17.00 Festsitzung und Buchpräsentation

Museum Arbeitswelt
Wehrgrabengasse 7 / 4400 Steyr

Für die jüngeren Gäste bieten die Kinderfreunde Steyr-Kirchdorf ab 16 Uhr ein abwechslungsreiches Programm im kleinen Saal an. Eintritt freiwillig
Anmeldung zur Festsitzung und Buchpräsentation: anmeldung@museum-steyr.at · 0 72 52/773 51-0

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„Wert des Lebens“

Studientag am Sonntag, dem 24.Oktober 2021

  • Ida Maly – Zwischen den Stilen im Kunstmuseum Lentos in Linz
  • Ausstelllung „Wert des Lebens“ im Lern- und Gedenkort Hartheim

Bei beiden Ausstellungen setzen wir uns mit dem Umgang mit dem „Unbrauchbaren“ – mit der Lebenssituation behinderter bzw. psychisch kranker Menschen in der Zeitspanne von der Zeit der Aufklärung bis zur Gegenwart auseinander.

Dank der Unterstützung des
Team des Lern- und Gedenkorts Schloss Hartheim können wir dieses attraktive Angebot veranstalten.

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Großraming – eine Brücke der Qualen

Dieses Denkmal steht im Kreisverkehr bei einer Brücke über Rückstaubereich der Enns

Tod durch Zwangsarbeit

In meiner Jugend hörte ich im Innviertel öfters den Ausspruch „ein kleiner Hitler gehört wieder her“. Und meistens im Zusammenhang, damit die Leute wieder einmal richtig arbeiten lernen. Ob sie das gemeint hatten? Diese Erinnerung ging mir durch den Kopf, als ich die Erklärung auf einer Schautafel zu diesem Denkmal las.

Die Häftlinge im KZ-Außenlager Großraming wurden sowohl beim Kraftwerksbau als auch bei den Erschließungsarbeiten eingesetzt. Die Bauunternehmen Rella & Co und Kunz & Co führten den Bau des Kraftwerks durch. Für die schweren ersten Erd- und Steinarbeiten wurden hauptsächlich KZ-Häftlinge mit einfachem Werkzeug und Scheibtruhen herangezogen. In dieser Zeit, Jänner 1943 bis Juli 1943, stieg die Sterberate der Häftlinge stark an.

KZ-Aussenlager Großraming, Mauthausen Guides
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Gedenken: „80 Jahre Deportationen Wien-Riga“

Eine Gedenkausstellung im Auftrag der Stadt Wien

Vor 80 Jahren wurden rund 4.200 Wiener Jüdinnen und Juden – darunter viele Kinder – mit dem Zug nach Riga (Lettland) deportiert. Viele wurden dort unittelbar nach ihrer Ankunft erschossen. Eine Gedenkausstellung im Auftrag der Stadt Wien soll in der großen Halle des Wiener Hauptbahnhofs die Grausamkeit des Nationalsozialismus vor Augen führen.

„80 Jahre Deportationen Wien-Riga“ läuft von 15. Oktober bis 30. November 2021. Anschließend soll die Schau auch in Riga gezeigt werden. 1)

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Alois Rohrauer (1843 – 1923)

„Möge nicht mehr fern sein der Tag des „Sonnenaufgangs der Gehirne“ dass es nicht nur heisst „Berg frei!“ sondern auch „Mensch frei!“

Dieser Spruch, den wir in Spital/Phyrn gesehen haben, stammt von Alois Rohrauer, einer der Gründer des Touristenvereines „Die Naturfreunde“.

Der Sohn eines Zimmermannes erlernte selbst den Beruf des Sensenschmieds. 1864 verließ Alois Rohrauer seine Heimat, kam 1866 nach Wien, und fand als Feinmechaniker Arbeit in der Simmeringer Waggonfabrik.
Hier schloss er sich der sozialdemokratischen Bewegung und der Gewerkschaft an. Rohrauer wurde bald ein beliebter Versammlungsredner und ein früher Freund des jungen Jusstudenten Karl Renner, der auch sein Wohnungsnachbar war. Gemeinsam gehörten sie 1895 zu den Gründern des Touristenvereins Naturfreunde, dessen erster Obmann Rohrauer bis zu seinem Tod war.

Gedenktafel in Spital am Pyhrn


Alois-Rohrauer-Denkmal im Rohrauer-Park in Wien 15

Das Rohrauerhaus der Naturfreunde in Spital am Pyhrn wurde nach ihm benannt.
Im Juli 1935 wurde das Vermögen der Naturfreunde offiziell den Bergfreunden übergeben.

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Grete Rehor

„Es ist wichtig und richtig, wenn Frauen auch in höchste Positionen vordringen. Dies entspricht nicht nur der Bevölkerungs- und Beschäftigungsstruktur, sondern auch der Wählerstruktur.“

Dies sagte Grete Rehor an ihrem ersten Amtstag als Sozialministerin (1966-1970) zur Neuen illustrierten Wochenschau im Mai 1966. Als erste Frau wurde die christlich-soziale Gewerkschafterin damals zu einer Bundesministerin ernannt (eine Untersaatssekretärin gab es schon 1945 acht Monate lang mit Helene Postranecky). 104 Sozialgesetze trugen ihre Handschrift – das brachte ihr im Volk und auch in der eigenen Partei (ÖVP) den Spitznamen „Schwarze Kommunistin“ ein. 1)

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Gewerkschaftsschule Schwechat auf der Gründungsroute des ÖGB


Wie wollen aber nicht bloß den Achtstundentag – wir wollen mehr. Die Verkürzung der Arbeitszeit ist bloß ein Mittel, um das arbeitende Volk vor körperlicher Degeneration zu schützen, es geistig so weit erziehen, dass es alle anderen Klassen an Intellegenz überragt. Sind wir soweit, dann wollen wir uns eine Gesellschaftsordnung errichten, auf gebaut auf dem Grundsatze: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit!


FERDINAND HANUSCH IN DER 1905 ERSCHIENENEN ERZÄHLUNG WEBER-SEFF.

Betriebsrät*innen aus dem Bezirk Bruck an der Leitha, die vor wenigen Tagen eine zweijährige Weiterbildung in der Gewerkschaftsschule in Schwechat begonnen haben, trafen sich am 15. September abends nach der Arbeit zu diesem Spaziergang zur Geschichte der Arbeiter*innenbewegung und Gewerkschaftsbewegung.

Teilnehmer*innen der Gewerkschaftsschule Schwechat
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