ArbeiterInnengeschichte im Verein Rote Spuren

Hervorgehoben

Die Geschichte dieses Blogs begann vor 20 Jahren. Michael Niedermair, Wolfgang Greif und Werner Drizhal entwickelten einen Rundgang zum Thema ArbeiterInnengeschichte am Zentralfriedhof. Für einen Rundgang einer FSG-Gruppe erforschten wir Gedenkstätten und Gräber, und formten daraus einen Rundgang. Dieser Blog diente seit dem einerseits als Dokumentation als auch als kleiner Leitfaden zum selber forschen.

Heute ist der Blog eine Sammlung von Gedenkstätten, Erfahrungen und Erlebnissen, die wir und andere zum Thema Geschichte erleben. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt in der Geschichte der Menschen, die nicht in den Geschichtsbüchern vorkommen – den ArbeiterInnen, den Verfolgten, den Obdachlosen, den Vertriebenen und der Opfer. Wir laden alle ein sich an dieser Geschichtsschreibung zu beteiligen. Kleine Interviews mit Oma und Opa – was haben sie erlebt. 10 Zeilen und ein Foto von einem Denkmal, das euch bei einer Reise aufgefallen ist. Sendet uns eure Beiträge an rote.spuren@chello.at – wir setzen uns mit euch in Verbindung bezüglich der Veröffentlichung im Blog.

Im Blog werden auch  internationale Stationen zur ArbeiterInnengeschichte dargestellt.

Der lange Weg Mattersdorf zu Österreich

Endlich ist es wieder soweit. Wir können unser erstes Angebot  zu einem Geschichtetag für Mitglieder anbieten. Dieses Angebot ist exklusiv für Mitglieder im 70er Geschichtehaus in Mattersburg.

Programm

  • Abfahrt zur Anreise vom Hauptbahnhof um 08:58 (natürlich ist die individuelle Anreise ebenfalls möglich). Vom Bahnhof in Mattersburg geht man ca. 15 Minuten zum Geschichtehaus.
  • Bei einem gemeinsamen Kaffee werden wir in den Geschichtetag starten.
  • „Der lange Weg Mattersdorfs zu Österreich“ – Input und Ausstellungsbesuch
  • Autobiografische Eindrücke von Richard Berczeller
  • Pause mit Snacks
  • Ein Stadtspaziergang zu „Geschichte und Erinnerung in Mattersburg.
  • Um ca. 16:30 eine Zusammenfassung des Tages
  • Ausklang mit einer gemeinsamen Grillerei
  • 19:02 Rückfahrt nach Wien mit der ÖBB ab Bhf Mattersburg

Für Nichtmitglieder besteht die Möglichkeit gegen einen Beitrag von €20.- (entspricht einem Jahresbeitrag für die Mitgliedschaft) am Geschichtetag teilzunehmen.

Das Elend machte mich zur Sozialistin

Zum 120. Geburtstag von Rosa Jochmann schreibt die Pro-Ge in der „Glück Auf“

Rosa Jochmann (1901–1994) war als Zeitzeugin, ehemalige Widerstandskämpferin und Überlebende des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück bekannt und galt als „Grande Dame“ der Sozialdemokratie. Sie war zeit ihres Lebens eine glühende Kämpferin gegen Rassismus, Antisemitismus und Faschismus.

Als Juden beraubt und vertrieben

Die jüdische Bevölkerung von Wien Landstraße 1937/38 und ihr Schicksal

Das Schicksal von Alfred und Helene mit ihrer Tochter Katharina ist znbekannt. Es gelang ihnen wahrscheinlich die Flucht in die USA. Nähere Angben konnte ich nicht finden.
Der Stolperstein befindet sich im 3. Bezirk in der Neulinggasse 7.
Den Stein entdeckte ich bei einem Adventure Lab von SoFlo – Herzlichen Dank dafür.

Mehr Informationen unter Steine des Gedenkens

Wien in Zahlen von 1914 – 1934

Ein Beitrag von Axel Magnus

Eine Broschüre, die ich allen nur ans Herz legen kann – auch Nicht-WienerInnen und sogar jenen, die sich historisch nicht extrem für das rote Wien interessieren. Knackig, informativ, übersichtlich – ein wunderbares Beispiel für die „Wiener Methode der Bildstatistik“ (Isotype), die Klemens Himpele und sein Team da gezaubert haben. Im wahrsten Sinne des Wortes eindrucksvoll wird dargestellt, was in den nur 15 Jahren des roten Wien sozial-, gesundheits- und wohnbaupolitisch auf Basis einer ansatzweise ernsthaften Umverteilung von oben nach unten („Breitner-Steuern“) alles umgesetzt

wurde. Kein Wunder, dass die Bürgerlichen dieses weltweite Vorbild schnellstmöglich wieder los werden wollten und im Februar 1934 leider auch erfolgreich abgedreht haben.

Das „Rote Wien in Zahlen“ als Broschüre steht übrigens hier zum Downloaden.

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Der alte Jüdische Friedhof

Beim Lösen eines Adventure Lab am Zentralfriedhof in Wien entdeckte ich einige interessante Grab- und Gedenkstätten. Trotz des kühlen und nassen Wetters Ende Mai trifft man hier auf eine Tierwelt mitten in der Stadt wie Rehe, Spechte usw.

1877 erwarb die Israelitische Kultusgemeinde das Grundstück von der Gemeinde Wien und nahm es zwei Jahre darauf offiziell in Betrieb. Innerhalb der nächsten 40 Jahre wurde auf den über 250.000 m² des alten jüdischen Friedhofs um die 80.000 Menschen beigesetzt. Da es im jüdischen Glauben vorgesehen ist, die Toten am Ort ihrer Beisetzung ruhen zu lassen und einmal entstandene Gräber nicht mehr zu entfernen, stieß der alte Friedhof bald an seine Grenzen. 1917 eröffnete daher im östlichen Teil des Zentralfriedhofs der etwas kleinere neue jüdische Friedhof.

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Otto Bauer über den Februar 1934

Die Verantwortung für den Februar 1934 ist zu benennen. Es ist zu unterscheiden zwischen jenen, die den demokratischen Verfassungsstaat zerstört haben, und jenen, die sich gegen die diktatorischen Anmaßungen aufgelehnt haben. Zwischen jenen, deren Gesäß auf einen Bock gespannt, blutig geschlagen wurde, und jenen, die „die Schläge nur gezählt haben. Zwischen jenen, die gehängt wurden, und jenen, die sie dem Galgen überantwortet hatten. (1)

„Die Kämpfe begannen. Auf der einen Seite Proletarier, zumeist Arbeitslose, mit einem alten Gewehr aus der Kriegszeit (Anm. 1. Weltkrieg) in der Hand und wenigen Patronen in der Tasche. Auf der anderen Seite Militär und Polizei, mit allem modernen Kriegsgerät ausgerüstet: Panzerwagen, Kanonen und Haubitzen, Minenwerfern. Schon in den Abendstunden donnern die Geschütze.“
(1934 – Otto Bauer)

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Februar 1934 in Wien

Schauplätze, Gedenkstätten und Augenzeugenberichte

Im Gedenkjahr 1984 hat die SPÖ zu den Ereignissen des 12. Februar 1934 eine Publikation aufgelegt.
Herbert Exenberger hat – nach Bezirken gegliedert – eine Fülle von Details über die Kampfhandlungen in Wien zusammengetragen.
Ergänzt wird die Dokumentation durch eine Chronik – vom Jännerstreik 1918 zum Februar 1934 von Helge Zoitl.

Wir haben von dieser Broschüre ein pdf erstellt. Es kann über eine Mailanforderung rote.spuren@chello.at bei uns bestellt werden.

Die breiten Massen kennen ihre eigene Geschichte nicht und werden dafür vollgestopft mit Kenntnissen über ihre Beherrscher, Vergewaltiger und Ausbeuter.

Jaques Hannak

Der 1. Mai 1981

Gewerkschafter*innen und Sozialdemokrat*innen in Wien bereiten sich auf die Feierlichkeiten und Aufmarsch vor. Heinz Nittel wollte am 1. Mai 1981 gerade zum Maiaufmarsch fahren, als er vor seinem Reihenhaus von einem palästinensischen Terroristen erschossen wurde.

Anläßlich seines 40. Todestages erinnern SPÖ-Bundesgeschäftsführer Deutsch und SPÖ-Gemeinderat Schmid mit einerbKranzniederlegung an Heinz Nittel und seine großen Verdienste. (2)

„Die Sozialdemokratie wird Heinz Nittel, seinem Engagement und seinem politischen Wirken stets ein ehrendes Andenken bewahren.“

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Die Befreiung Wiens im April 1945

Ein verdörrter Kranz, kurze graue Säulen mit einem roten Stern, die mit eissernen Ketten einen rechteckigen Platz umranden. Ein Mahnmal mit einer Gedenksäule mit Namen und Wörtern in kyrillischer Schrift und einem Roten Stern oben auf, wo die rote Farbe bereits zum Abblättern beginnt. Trotzdem zieht einem das Denkmal beim Betreten des Friedhofs in Inzersdorf beim Blick nach rechts in seinen Bann.

Ich erinnere mich an ein Gespräch als junger Präsenzdiener, als ein alter Offizier stolz erklärte, dass er bei der Verteidigung Wiens dabei war. Nach meinem Einwand, dass die Sowjetarmee Wien unter großen Opfern Wien befreit hat und er somit auf seiten Nazis gekämpft hat, wollte er nicht weiter diskutieren. Wobei Diskussion eher übertrieben war, es war eher eine befehlsmässige Darstellung seiner Erllebnisse und Meinungen.

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