Erinnerungszeichen für Opfer des Nationalsozialismus in Linz

Die Erinnerungszeichen sind permanente, von der Linzer Stadtverwaltung errichtete Stelen, die ein personalisiertes Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus im Stadtraum ermöglichen — insbesondere als Erinnerung an verfolgte, vertriebene und ermordete Linzer Jüd:innen.

Quelle: https://linzerinnert.at/

Im Dezember 2022 haben wir in einem Blogartikel erstmals an großteils jüdischen Opfer der Verfolgung erinnert – Erinnerungsstelen für die jüdischen Opfer in Linz. Heute nutzen wir einen Rundgang im Rahmen eines Adventure Lab, um uns mit den Stelen und den darauf genannten Opfern auseinander zu setzen.

Hier auf der Stele im Schillerpark wird Johanna Richter genannt. Johanna Richter kam 1878 als Johanna Fischer und Tochter des Bernhard Fischer und der Julie, geborene Herman, in Chiesch (Chyse, ČR) zur Welt.
1907 erfolgte die Übersiedlung der Familie nach Linz. Sie bezog ihre Wohnung an der Landstraße 71. Im selben Haus richtete Julius Richter seine Arztpraxis ein. Das Ehepaar war in mehrere Linzer Vereine, nichtjüdische wie jüdische, eingegliedert.
Ihr älterer Sohn Hans folgte seinem Vater im Arztberuf nach. Er war Sozialdemokrat und unter den Linzer Arbeiterinnen und Arbeitern als moderner und uneigennütziger Arzt sehr gefragt. Ab 1934 gelang es den Protagonisten des austrofaschistischen Regimes den jüdischen Arzt sukzessive an seiner Arbeit zu hindern. Diese schleichende Verfolgung mündete schließlich in einer Anklage, in einem Schauprozess und einem Dr. Hans Richters weitere Arbeit zunichte machenden Urteil. In dem ganzen Vorgehen wird der dem christlich-deutschen Ständestaat innewohnende und von Bischof Gföllner noch geförderte Antisemitismus deutlich.
Dem Sohn gelang eine Flucht nach Argentinien. In letzter Minute konnte er auch seine betagte Mutter zu sich holen. 
Johanna Richter starb 1955 und wurde in Buenos Aires begraben.

Zu weiteren Stelen

5 vor 12 – Unerhörter Widerstand

Am OK-Platz in Linz treffen wir gute Freun d:innen. Den Treffpunkt haben wir wegen eines interessanten Mahnmals ausgewählt.

Es ist nie zu spät, Frauen,
die unter höchstem Risiko Widerstand leisteten,
ein Denkmal zu setzen.
Sie sind Vorbilder für Demokratie – die Brücke zur Gegenwart.

Martina Gugglberger, Historikerin

Jeden Samstag um 5 vor 12 Uhr würdigt die Audio-Skulptur am OK Platz mit einem lauten Aufschrei eine Frau, indem ihr Name, sowie der Ort und die Art ihrer Widerstandshandlung genannt werden. Mit diesem einzigartigen Projekt entsteht inmitten der Landeshauptstadt ein Ort, der auf die von der Gesellschaft bisher kaum beachtete Rolle von Frauen im Widerstand gegen das NS-Regime aufmerksam macht.
Wir treten durch die Ringe wird durch einen Bewegungssensor eine Tonspur ausgelöst und wir erfahren mehr über die mutigen Taten der bisher wenig bekannten Heldinnen.

Zu den Frauen

Großraming – eine Brücke der Qualen

Dieses Denkmal steht im Kreisverkehr bei einer Brücke über Rückstaubereich der Enns

Tod durch Zwangsarbeit

In meiner Jugend hörte ich im Innviertel öfters den Ausspruch „ein kleiner Hitler gehört wieder her“. Und meistens im Zusammenhang, damit die Leute wieder einmal richtig arbeiten lernen. Ob sie das gemeint hatten? Diese Erinnerung ging mir durch den Kopf, als ich die Erklärung auf einer Schautafel zu diesem Denkmal las.

Die Häftlinge im KZ-Außenlager Großraming wurden sowohl beim Kraftwerksbau als auch bei den Erschließungsarbeiten eingesetzt. Die Bauunternehmen Rella & Co und Kunz & Co führten den Bau des Kraftwerks durch. Für die schweren ersten Erd- und Steinarbeiten wurden hauptsächlich KZ-Häftlinge mit einfachem Werkzeug und Scheibtruhen herangezogen. In dieser Zeit, Jänner 1943 bis Juli 1943, stieg die Sterberate der Häftlinge stark an.

KZ-Aussenlager Großraming, Mauthausen Guides
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