5 vor 12 – Unerhörter Widerstand

Am OK-Platz in Linz treffen wir gute Freun d:innen. Den Treffpunkt haben wir wegen eines interessanten Mahnmals ausgewählt.

Es ist nie zu spät, Frauen,
die unter höchstem Risiko Widerstand leisteten,
ein Denkmal zu setzen.
Sie sind Vorbilder für Demokratie – die Brücke zur Gegenwart.

Martina Gugglberger, Historikerin

Jeden Samstag um 5 vor 12 Uhr würdigt die Audio-Skulptur am OK Platz mit einem lauten Aufschrei eine Frau, indem ihr Name, sowie der Ort und die Art ihrer Widerstandshandlung genannt werden. Mit diesem einzigartigen Projekt entsteht inmitten der Landeshauptstadt ein Ort, der auf die von der Gesellschaft bisher kaum beachtete Rolle von Frauen im Widerstand gegen das NS-Regime aufmerksam macht.
Wir treten durch die Ringe wird durch einen Bewegungssensor eine Tonspur ausgelöst und wir erfahren mehr über die mutigen Taten der bisher wenig bekannten Heldinnen.

Zu den Frauen

Starke Frauen beim Walk of FEM

Sterne für weibliche Stars

Wer kennt Käthe Diernesberger, Marie Donner, Camilla Estermann, Leopoldine Feichtinger, Ferdinanda Floßmann, Anna Gröblinger, Gisela Tschofenig-Taurer oder Cäcilie Zinner? Wer hat von ihnen schon etwas gehört, gelesen? Wer hat sich bisher an sie erinnert? Das frage ich mich bei den Namen, die in goldenen Sternen auf der Ernst-Koref-Promenade in Linz aufgetragen sind.

Sie alle waren starke Frauen. Egal ob Dienstmädchen, Arbeiterin, Wissenschafterin, Künstlerin, Politikerin, Betriebsrätin, Widerstandskämpferin, Sozialarbeiterin, Unternehmerin, Jüdin, Katholikin, – sie alle mussten sich durchsetzen, um ihre Position ringen, manche waren widerständig, verloren dabei sogar ihr Leben. Sie alle sind Vorreiterinnen für uns Frauen, sie hatten Kraft und Mut trotz vieler Widrigkeiten in ihrem Leben. Dies muss gewürdigt und es muss auch immer wieder daran erinnert werden. Und das wird es in Linz mit dem Walk of FEM, bestehend aus mittlerweile ca. 90 Sternen.

Doch wer waren sie? Hier drei Frauen, stellvertretend für die Vielen.

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Vom Operationssaal zum Hinrichtungsraum

Mit dieser Überschrift beschreibt Werner Kunzenmann in der Dokumentation über die Schwester Restituta ihren Weg von der Einlieferung in das Polizeigefängnis bis zum Hinrichtungsraum im Landesgericht Wien1.


Wir besuchten das Restituta Museum – Glaube gegen Gewalt in der Hartmanngasse. Das Transform – Netzwerk, eine politische Stiftung der Europäischen Linken, organisierte den Besuch des Museums und eine Präsentation mit Sr. Ruth Beinhauer im Kloster der “Hartmannschwestern” in Wien.

Da Sr. Restituta – wie auch ihre Mitschwestern – stets um ganzheitliche Pflege bemüht war, kam sie bald bei einem fanatischen SS-Arzt, Dr. Stumfohl, Verächter der “Minderwertigen” und Kirchenfeind, in Misskredit. Der Parteispitzel begann nach einer Möglichkeit zu suchen, die mutigste Gegnerin des Hakenkreuzes aus dem Mödlinger Krankenhaus zum Verschwinden zu bringen.

Aus dem Widerstand von Schwester Restituta

Empört euch – Geschichtssplitter der Emanzipation

Für die VHS Brigittenau veranstaltete rund um den Internationalen Frauentag einen Spaziergang zur Geschichte von Frauen, die sich für Gleichberechtigung und Emanzipation einsetzten.

Mehr zu unserem zweiten Geschichtsspaziergang in diesem Jahr ….

Rundgang zum Internationalen Frauentag

Termin: 14.03.2026, 14:00 – 16:00 Uhr
Treffpunkt: Platz der Menschenrechte beim Museumsquartier, am Beginn der Mariahilfer Straße
ANMELDUNG: VHS-Brigittenau

Man muss nur den Mut haben, alles auf die Spitze zu treiben. Wer ausweicht, weicht sich selbst aus, und wer sich selbst ausweicht, der findet sich nicht.
Lina Loos (1882 – 1950)

Bereits 1910 rief die deutsche Sozialistin Clara Zetkin den Internationalen Frauentag ins Leben. Erstmals fand dieser am 19. März 1911 statt. 1921 wurde sein Datum endgültig auf den 8. März gelegt. 
Bei diesem Spaziergang erfährt man viel Wissenswertes – zum Beispiel, wer die ersten Vorkämpferinnen für Frauenrechte waren, warum 1907 mehr als 6.000 Schneiderinnen auf der Ringstraße demonstrierten oder über den langwierigen Kampf um das Frauenwahlrecht.

Antifaschistischer Widerstand hat viele – weibliche – Gesichter

Veranstaltung
Mensch – Kämpferin – Märtyrerin
Schwester Restituta (Helene) Kafka und ihre Briefe aus der Haft

Im Kloster der Franziskanerinnen von der christlichen Liebe (“Hartmannschwestern”) in Wien Margareten besuchen wir die Dauerausstellung “Restituta – Glaube gegen NS”-Gewalt” und Sr. Ruth Beinhauer präsentiert ihr Forschungsprojekt zu den Briefen Sr. Restitutas / Helene Kafkas aus der Haft.

Eine Veranstaltung von arge fem KPÖ, DIALOP, Rote Spuren, transform.at, Franziskanerinnen von der christlichen Liebe, Verein Restituta-Forum

Anmeldungen noch bis 12. März 2026 möglich. Bitte gleich an: steiner@transform-network.net

Sr. Maria Restituta (Helene) Kafka war eine österreichische Ordens- und Krankenschwester und Widerstandskämpferin zur Zeit des Nationalsozialismus. Sie ist die einzige Ordensfrau, die von den Nazis für ihren Glauben und Widerstand nach einem Gerichtsprozess mit Todesurteil ermordet wurde. 1998 wurde sie als erste Märtyrerin Österreichs seliggesprochen.

“Sie hat geholfen ohne Rücksicht auf Nationalität oder Weltanschauung, ob jemand katholisch war oder konfessionslos oder kommunistisch war oder sozialdemokratisch oder christlich-sozial, da hat sie weder gefragt, noch hatte es irgendeine Bedeutung für sie. […] Sie hat die Menschen sichtlich wirklich gerne gehabt.”

Anna Haider, die 1942 vom Volksgerichtshof wegen kommunistischer Betätigung zu 15 Jahren zuchthaus verurteilt wurde, sprach 1946 im radio über ihre mitgefangene helene kafka.1

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Soziale Bewegungen in Wien aus vier Jahrhunderten

Ernst Gerhard Eder untersucht in seinem Buch sozialemanzipatorische Bewegungen der letzten vier Jahrhunderte in Wien. Diese selbstorganisierten Gruppierungen wurden von einzelnen Personen, losen Kollektiven aber auch sozialen Ständen und Schichten initiiert und können ab dem 18. Jahrhundert auch als „Demokratiebewegungen“ verstanden werden. Sie kämpften und kämpfen unter anderem für Grundrechte, Freiheit, Gerechtigkeit, Gleichheit, selbst-bestimmbare Wohn- und Lebensräume, Bildungschancen, Gesundheit und ärztliche Versorgung oder Ernährungssicherheit. Der Bogen der Betrachtungen reicht von der 1712 gewaltsam niedergeschlagenen Schuhknechtsrevolte über die Rätebewegung am Beginn der Ersten Republik bis hin zu den gegenwärtigen Bemühungen, die Lobau-Autobahn zu verhindern, St. Marx für Alle zu erhalten und das Klima zu retten.

Tipp im Augustin von Christof Mackinger
Noch eine Grafik zur Verteilungsgerechtigkeit

Wiener Filmarchiv der Arbeiterbewegung

WIFAR – das Wiener Filmarchiv der Arbeiterbewegung ist ein Verein, bestehend aus ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter:innen, mit dem Ziel, das audiovisuelle Erbe der österreichischen Arbeiterbewegung von den Anfangstagen bis heute zu erhalten, zu archivieren und einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Wir haben einige Angebote für euch herausgesucht.

Sitzplatz-Reservierung ist unbedingt erforderlich!
Reservierung verfällt 10 min vor der Beginnzeit!

Daten zum Wifar

Excedirende Tabakarbeiterinnen in Stein

Im Artikel “Das interessante Blatt vom 15.7.18861” schreiben sie in der Einleitung von einem unbedeutenden Vorfall und doch ziert die Titelseite ein großes Bild der protestierenden Frauen und der Leitartikel auf Seite 2 beschäftigt sich mit dem Vorfall.
Wenn eine Frau, die seit 20 Jahren fleißig für die Tabakfabrik arbeitet, ihre Bestrafung eines wöchentlichen Lohnabzugs nicht anerkennt, wird sie entlassen. An die hundert Arbeiterinnen erklärten sich mit ihr solidarisch und sie erregten einen Exzess durch Schreien, Fluchen, Poltern und Aufschlagen mit den Werkzeugen auf den Tischen, den die Hauswache beilegen musste.

Die Arbeiterinnen der Steiner Tabakfabrik excediren2 wegen Entlassung einer widersetzlichen Collegin.

Solche Ereignisse und die Geschichte der Tabakfabrik schilderte uns Edith Blaschitz, Assistenzprofessorin und Historikerin an der Universität für Weiterbildung in Krems, bei unserer Führung durch die Ausstellung “Geschichte der Tabakfabrik Stein – zwischen Wohlfahrt und Widerstand“.

Hier im Betrieb wurde die Virginiazigarre3 hergestellt. Ein Freund meines Opas rauchte dieses krumme Ding. Die Zigarrenraucher mögen mir verzeihen – mir ist der grausliche Gestank in Erinnerung gebeliben.

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