Was haben Jean Jaurés und Victor Adler gemeinsam?

Beide kann man als „Väter“ der Sozialdemokratie in Frankreich bzw. Österreich nennen. Jean war geprägt vom Bergarbeiterstreik in seiner Region und schloss sich 1892 der sozialistischen Arbeiterbewegung an. Jaurès war ein überzeugter, dank seiner beeindruckenden Rhetorik auch überzeugender Pazifist. Er plädierte gegen Kolonien und für die Verständigung mit Deutschland. Bis zum Schluss kämpfte er gegen die Kriegsvorbereitungen.
Victor kannte als Armenarzt die große Not der Arbeiter:innen speziell in Favoriten. Er war der Überzeugung, dass nur dringende sozialpolitische Maßnahmen die Not der „Sklaven von Favoriten“ retten konnte. Da die Monarchie und der Staat auf der Seite der Unternehmer stand, organisierte er mit den Betroffenen Widerstand und gründete Gewerkschaften.

Jean Jaurés – Hof

Wir starteten in Jean Jaurés-Hof mit dem Rundgang. Die nächste Station war die Mithlinger-Siedlung auch „Rasenstadt“ genannt. Hier waren die Schwerpunkte:

  • Widerstand während des 12. Februar 1934 im Austrofaschismus
  • Vertreibung und Deportationen der jüdischen Bevölkerung in der Rasenstadt
  • Widerstand im Nationalsozialismus
In der Rasenstadt bei der Gedenktafel an Rudolf Friemel
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Ins Rampenlicht – Tour 1

 An der Fassade am Morzinplatz das Relieffries von Bildhauer Alfons Riedel, welches an die Opfer der Gestapo erinnert.

Zwei Politikwissenschaftler und Historiker machen sich mit einer Gruppe der Roten Spuren und begehen Geschichte. Wolfgang und Alexander holen Persönlichkeiten der Sozialdemokratie, die zu Beginn der Zweiten Republik wichtige Aufbauarbeit leisteten, ins Rampenlicht. Brigitte und Werner liefern die historischen Informationen zu den Stationen.

Zwei Beispiele aus dem Rundgang

Rudolfine „Fini“ Muhr 1– glühende Revolutionärin und ein Leben für den demokratischen Sozialismus. Als Betriebsrätin war sie Expertin zu Fragen und Problemen der Frauen in der Metallindustrie. Als Aktivistin bei den Revolutionären Sozialisten unterstützte sieOpfer im illegalen Kampf gegen die Austrofaschisten. Als Gründungsmitglied der SPÖ Hietzing nach 1945 war sie Mitglieder des Wiener Landtages und Gemeinderates. Von 1959 bis 1963 war sie Frauenzentralsekretärin der SPÖ und bis 1968 Mitglied des Bundesfrauenkomitees2.

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Ziegelbehm, rote Spuren und Widerstand am Wienerberg

Wir begehen spannende historische Ereignisse und gehen spannenden historischen Fragen nach.

Was haben Jean Jaurés und Victor Adler gemeinsam? Weshalb wurden Schutzbündler für die Erstürmung eines leeren Polizeiwachzimmers verurteit?
Eine der ersten großen Gewerkschaften haben tschechische „Migrant:innen“ gegründet. Wer war einer der ersten Investigativ-Journalisten?  Wie wurde aus einem Industriegelände eine Gstettn und daraus ein Erholungsgebiet? Treten sie mit uns durch das Tor von MA 2412.

  1. Station: Jean-Jaurés-Hof (im Hof)
  2. Station: Mithlinger Siedlung (Rasenstadt) – Enstehungsgeschichte und  Daten über den Bau
  3. Station: Februarkämpfe 1934 
  4. Station: Jüdische Vertreibung in Rasenstadt mit einzelnen Lebensgeschichten
  5. Station: Gedenktafel Friemel – NS-Widerstand
  6. Station: Aussichtspunkt ehemalige Ziegelfabriken – Ziegelarbeiter, Arbeiten, Wohnen und Freizeitgestaltung der Arbeiterfamilien
  7. Station: Grüngürtel um Wien – Wilfried Kirchner

Das Streben nach Demokratie im Betrieb

»Auf dem Hohen Markt in Wien ging es am 31. Oktober 1722 ungewöhnlich lebhaft zu. Immer mehr Menschen sammelten sich vor dem dortigen Gerichtsgebäude, der Schranne. Vor dem Haus ragte ein frisch gezimmerter Galgen in den grauen Herbsthimmel hinein. Zwei Menschen sollten vor dem Volk der Neugierigen hingerichtet werden!
Es handelte sich, wie ein zeitgenössischer Chronist schrieb, um >zweien der halsstörrigsten Schuhknechte als freventliche Verächter der landesfürstlichen Befehle und Stöhrer der allgemeinen Ruhe, und fünf der anderen Widerspenstigen mußten zu ihrer und ihresgleichen Erspiegelung bey der Vollziehung des Urtheils gegenwärtig seyn1

Von den ersten Bemühungen von Arbeitern (Schuhmachern in der Monarchie), die von Habsburgern brutalst unterdrückt wurden zum Beginn der Repuplik.

Das Denkmal der Republik ist kein Denkmal der Republik

Denkmal der Republik

Woraus ergibt sich dieser Widerspruch?
Das Denkmal zum 10jährigen Bestehen der Republik, wurde 1928 von der Gemeinde Wien errichtet. Weshalb wohl? – Eine Erklärung für mich ist, dass der damalige Bundeskanzler Ignaz Seipel und konservative Parteien gar kein Interesse an einer demokratischen Republik mit einem Parlament, wo Parteien und Abgeordnete das Staatsgeschehen mitentscheiden, hatten. In Wirklichkeit begann die Beseitigung der Demokratie und der Institutionen und der Partei der Arbeiter:innenbewegung, die 1934 vollendet wurde.

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Geschichte in der Leopoldstadt

Wir machten einen Rundgang mit den Mitgliedern des Verein „Viva Frauen 50plus“. In der Praterstrasse 8 war Treffpunkt. Von den Roten Spuren waren Brigitte, Ingrid, Eva und Werner für den Stadt-Spaziergang veranwortlich. Herzlichen Dank an Peter, der mit der Rote Spuren – Beach Flag den Treffpunkt weithin sichtbar machte.

16 Frauen begrüssten wir beim Rundgang

Nach dem Start schilderte eine Teilnehmerin beim Haus Praterstrasse 11 einen Auszug ihrer Familiengeschichte. Das traurige Schicksal von Max und Susanne Bergmann.

Weshalb Nestroy bei uns im Rundgang so prominent vertreten ist?

Weiter zur Info von Nestroy

Rundgang: Revolution und Widerstand Vom Heldenplatz zum Sigmund-Freud- Park

Termin: 25.04.2026, 14:00 – 16:00 Uhr
Treffpunkt: Eingang zur Nationalbibliothek am Heldenplatz
Anmeldung: VHS-Brigittenau

Die Demokratie, wie wir sie heute kennen, musste über Jahrhunderte erkämpft, erstritten und mit viel Einsatz der Arbeiter*innenbewegung errichtet werden.
Wer waren die Baumeister*innen unserer heutigen Freiheit?
Wer wurde für Kritik, Widerstand und politische Aufklärung gefoltert, eingesperrt und getötet?
Bei diesem Spaziergang erinnern wir an Widerstand, Aufstände und Revolutionen der Arbeiter*innen im Kampf gegen Unterdrückung, Ausbeutung und Kapitalismus.

Jüdische Geschichte beim Rundgang in der Leopoldstadt

Bei unserem Spaziergang „Die Leopoldstadt – rund um die Jägerzeile, den wir in Kooperation mit der VHS-Brigittenau durchführen, konnten wir mehr als 10 Teilnehmer:innen begrüssen.

Bei unseren Berichten über unsere Spaziergänge versuchen wir neue historischen Einblicke, die wir dabei entdeckt haben, als Zusatzinformation zur Broschüre zu dokumentieren.

Diese „Stolpersteine* liegen in der Praterstrasse am Gehsteig rechts vom Nestroydenkmal mit Blickrichtung zum Zentrum.

Am 10. Oktober 2021 wurde im Gehsteig vor dem Haus Praterstraße 17 ein Stein der Erinnerung eröffnet. Er erinnert an 117 jüdische BewohnerInnen, darunter Johanna Hofmann, Ciwye Hoffmann und Bernhard Hofmann. Johanna Hofmann wurde am 27. August 1942 nach Theresienstadt deportiert und am 26. September 1942 ermordet. Ciwye Hoffmann wurde am 19. Feber 1941 nach Kielce deportiert und im Holocaust ermordet. Bernhard Hofmann wurde am 19. Feber 1941 nach Kielce deportiert und im Holocaust ermordet1.

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Die Leopoldstadt – rund um die Jägerzeile

Wir tauchen ein in die Entstehungsgeschichte der Leopoldstadt und begeben uns auf die Spurensuche der jüdischen Geschichte. In der Jägerzeile starben 1848 fast 5000 Menschen, die erste demokratischen Menschenrechte verteidigten. Die Jägerzeile als Brennpunkt von Kunst und Kultur, die die herrschaftlichen Normen herausforderte. Die Weltausstellung 1873 machte Wien zu einem Zentrum des europäischen Frauenhandels. Wie geht es den Sexarbeiter:innen heute? Der enorme Bevölkerungszuwachs am beginnenden 20. Jhdt. bedeutet eine enorme Wohnungsnot. Was waren die Antworten des Roten Wien?

Ein Stadtspaziergang der VHS-Brigittenau
in Kooperation mit den Roten Spuren
Termin: 11.04.2026, 14:00 – 16:00 Uhr
Treffpunkt: Ehemaliges Wohnhaus von Karl Renner, Praterstraße 8, 1020 Wien
Anmeldung: VHS-Brigittenau

Die Brigittenau im Brennpunkt gesellschaftlicher Veränderungen

Bei unserem Stadtspaziergang im Auftrag der VHS konnten wir 11 Teilnehmer:innen begrüssen.

Informationen zum Rundgang

Die Entwicklung der Häuseranzahl und der Einwohner in der Brigittenau

Quelle für beide Statistiken Wien Geschichte Wiki

Stadtspaziergang Brigittenau

Die Brigittenau im Brennpunkt gesellschaftlicher Veränderungen

  • Datum: Samstag, den 21.03.2026, 14:00 – 16:00 Uhr
  • Treffpunkt: Höchstädtplatz, 1200 Wien – beim Mahnmal für die Opfer und Kämpfer gegen faschistische Gewaltherrschaft
  • Anmeldung: VHS-Brigittenau

Bei diesem Rundgang geht es um den Kampf der Brigittenauer Bevölkerung um Demokratie und ein gutes Leben. Die Arbeiter*innenbewegung konnte, nachdem sie 1848 von Fürst Windisch-Graetz und seinen Truppen blutig niedergeschlagen worden war, nach dem Ersten Weltkrieg mit neu errichteten Gemeindebauten und Gesundheitseinrichtungen neue Hoffnung geben. 
Wir erforschen gemeinsam die Geschichte unserer Großväter und Großmütter und deren Vorfahren sowie ihre Lebensumstände. In welchen Betrieben haben sie gearbeitet? Woher kamen sie? Wohin mussten sie vor dem Austrofaschismus und den Nazis fliehen? Wer wurde verfolgt und in die Todeslager abtransportiert? Wer leistete in der Brigittenau Widerstand und verteidigte die Demokratie? Wer opferte sein Leben im Widerstand gegen den Nationalsozialismus?
Mit den Spaziergängen sammeln wir Erfahrungen von über 120 Jahren Geschichte in der Brigittenau, um unseren Blick für die Gegenwart zu schärfen. Denn wer die Geschichte der Menschen kennt, kann bei der Gestaltung der Zukunft mitwirken.