Jede Arbeiterin muss sich als Mensch fühlen

Marliese Mendel ein Vereinsmitglied der „Roten Spuren“ hat auf einer ÖGB-Homepage über die Entwicklung des Bildungsverein für Arbeiterinnen geschrieben.

Die Blumenmacherin, die den ersten Arbeiterinnen-Bildungsverein gründete und als „emanzipiertes Weib“ ins Gefängnis musste.

Die Blumenmacherin Albertine Moseberg legte den Grundstein für einen vermeintlich unpolitischen Arbeiterinnen-Bildungsverein und löste damit eine kleine feministischen Welle aus. Sie machte erstmals Frauen als Arbeiterinnen sichtbar, hielt (wohl) die ersten feministischen Reden im gewerkschaftlichen Kontext und stellte bereits im April 1870 eine heute noch aktuelle Forderung auf: gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit. Mehr dazu im ÖGB….

Artikel in „Die Presse am 25.12.1872“

Lieder zum 1. Mai

Am 1. Mai 1976 organisierte die DİSK ( ist ein Konförderation von vier Zusammenschlüssen von Gewerkschaften in der Türkei) eine Massenversammlung am Taksim-Platz in Istanbul. Personen aus dem Intercontinental Hotel (heute Marmara-Hotel) und im Gebäude der Sular İdaresi (Wasserbehörde), schossen mit automatischen Waffen in die Menge, woraufhin sich gepanzerte Fahrzeuge in Bewegung setzten. Manche Menschen blieben auf der Stelle liegen, andere liefen weg, wurden in Ecken zusammengedrängt und von den gepanzerten Fahrzeugen überrollt. Anlässlich des 40. Jahrestages dieses Massakers spielte das Taşplak Symphonieorchester das – Lied vom Ersten Mai. Den Tipp zu diesem Lied bekam ich Dieter.

Wir – das Filmorchester „Taşplak“ – möchten mit einer deutschen Version von Sarper Özsans „Lied vom Ersten Mai/Bir Mayıs Marşı“ an dieses tragische Ereignis erinnern.
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Intern. Arbeiterkongress 1889 plant 1. Mai 1890

Der Internationale Arbeiterkongress fand zwischen dem 14. und 21. Juli 1889 in Paris statt. Am sozialistischen Kongress nahmen etwa 400 Delegierte teil. Die Mehrheit kam aus Europa. Es kamen auch Delegierte aus Russland, USA, Argentinien und Ägypten. Das Motto lautete:

Proletarier aller Länder, vereinigen wir uns! Politische und wirtschaftliche Enteignung der Kapitalistenklasse. Vergesellschaftung der Produktionsmittel

Beschluss zum 1. Mai 1890

Genosse Lavigne stellte im Namen der französischen Gewerkschaften den Antrag zur Abhaltung einer großen Internationalen Manifestation für den Achtstundentag an einem und demselben Tage gleichzeitig in allen Ländern ins Werk zu setzen. Nach der Meinung der Antragsteller sollte diese internationale Kundgebung am 1. Mai 1890 stattfinden.

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Strenge Arreststrafe und Nahrungsentzug am 1. Mai 1890

Victor Adler vor dem berüchtigten Ausnahmegericht „Holzinger-Senat“, wo staatliche Willkür, ein Mangel an Rechtsstaatlichkeit und willkürliche Interpretation von Rechtsnormen, ihm ein Urteil einbrachte, das mit einer strengen Arreststrafe in der Dauer von vier Monaten, verschärft mit einem „Fasttag“ geahndet wurde.

Im Juni 1889 wurde die von Victor Adler herausgegebene Zeitung „Gleichheit“ von Wiener Polizeidirektion verboten. Adler und der verantwortliche Redakteur Ludwig A. Bretschneider wurden wegen eines Artikels über das Vorgehen der Polizei und des Militärs beim Wiener „Tramwaystreik“ angeklagt. Üblicherweise wurde in ähnlichen Fällen das Druckwerk eingestellt. Diesmal hatte es der Polizeiapparat mittels Ausnahmegericht auf Victor Adler abgesehen, um eine wichtige Person der ArbeiterInnenbewegung wegzusperren.

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Josef Scheu österreichischer Musiker und Gewerkschafter

Josef Franz Georg Scheu wurde am 15. September 1841 in Wien geboren und verstarb am 12. Oktober 1904 ebenfalls in Wien.


1878 gründete Josef Scheu den Arbeiter-Sängerbund Wien und wurde zugleich dessen Leiter. 1890 war er Mitbegründer und Chorleiter der „Freien Typographie“. Da er auch Frauen die Mitwirkung ermöglichte, schuf er damit den ersten gemischten Arbeiterchor.

Er mit der 1872 erfolgten Gründung des „Wiener Musikerbunds“, der ersten Interessenvertretung für Musiker, lohn- und arbeitsrechtliche Verbesserungen durch. Allerdings wurde er dafür und wegen seiner übrigen gewerkschaftlichen und politischen Tätigkeiten vom Burgtheater 1881 zwangspensioniert und von der Polizei verhaftet. Der Musikerbund war bereits 1873 behördlich aufgelöst worden.

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Die Dohnal

Special Screening zum Weltfrauentag am 8. März

Veranstalter:
Gartenbaukino & Filmdelights
Special Screening
Nach dem Film führt Journalistin Anneliese Rohrer ein Gespräch mit Regisseurin Sabine Derflinger.
Termine:
So, 08. Mär. 2020 um 17:00 Uhr

Ein Film von Sabine Derflinger
A 2019, 104 min

Wir vom Verein Rote Spuren haben für unsere Mitglieder Karten für den Film und die anschließende Diskussion erworben. Uns stehen insgesamt 7 (sieben) Karten zur Verfügung. Jene Mitglieder, die für diese Filmvorstellung im Gartenbaukino eine Karte wollen, ersuchen wir uns unter rote.spuren@chello.at zu kontaktieren.
Wir treffen uns 20 Minuten vor Beginn um 16 Uhr 40 vor dem Eingang des Gartenbaukino – Parkring 12, 1010 Wien.

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Kampf gegen den Faschismus in Kreta – Teil 2

Manolis Lambrakis & Antonis Giamalakis – Zwei Andarten aus Arkalochori – eine Zusammenfassung aus dem Artikel von Markus List

Andarten ist die griechische Bezeichnung für Partisanen.

Manólis Lambrákis kämpfte zuerst an der albanischen Front und anschließend gegen die deutschen Fallschirmjäger. Auch an der Schlacht von Viánnos war er beteiligt. Am 3.11.1943 wurde er auf dem Weg von Arkalochóri nach Iráklion wegen Verrats von den Deutschen verhaftet. In den Gefängnissen von Iráklion und Agiá wurde er schlimm gefoltert, dennoch weigerte er sich, auszusagen. Er wurde zum Tod verurteilt und mit vier weiteren Andarten in Agiá hingerichtet.

Drei Jahre später schrieb ein deutscher Oberleutnant darüber in einer Dresdener Zeitung: „Ich erinnere mich, dass die Gestapo von Iraklion

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75 Jahre Befreiung in Ausschwitz

Ein Daumenzeig eines SS-Arztes bestimmt – wer direkt in die Gaskammer geht oder wer sich zu Tode arbeiten darf. 1,1 Millionen wurden im Rassenkrieg der Nazis in Auschwitz ermordet. Mich fröstelt es noch immer, wenn ich an die Berge von Koffer und Haare der vergasten Frauen denke, die ich bei meinem ersten Besuch in der Gedenkstätte gesehen habe.

Was ist die geeignete Reaktion angesichts von Völkermord? Wie sieht moralischer Protest bei Verbrechen, die kaum in Worte zu fassen sind, aus?

Eine kurze Zusammenfassung der Doku aus meiner Sicht.

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