Die Höhlen in Matera

Oder das Leben in einer trichterförmigen Hölle, wie Dante sie beschrieben hatte.

Bekannt ist Matera für seine Altstadt, die zu einem erheblichen Teil aus Höhlensiedlungen – den Sassi – besteht. Erstmals sehen wir die Höhlen von einer Aussichtsplattform am gegenüberliegenden Berghang.

Während unserer Italientour liest Brigitte das Buch von Carlo Levis Erinnerungsbuch Christus kam nur bis Eboli (1944). Die Schilderungen im Buch machten die katastrophalen hygienischen Zustände weltbekannt.
Wir besuchten bei unserem Rundgang die “Casa Grotta nei Sassi“, eine historische Sehenswürdigkeit mit nachgebauter Höhlenwohnung sowie alten Möbeln, Werkzeugen und Artefakten.

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Marihuana und Arbeitsleid

Oder Ölgeschäfte im Untergrund

Eine steile Treppe führt von der Gasse hinunter in die historische Ölmühle. Tief unter der Altstadt von Gallipoli liegen ausgedehnte Höhlen. Sobald sich die Augen an das Halbdunkel gewöhnt haben, erkennt man mächtige Mahlsteine, die über Querbalken und mit Eselskraft bewegt wurden.

Frankfurter Neue Presse, 6.10.2015
Ölmuseum in Gallipoli – Region Apulien

Hier unten lebten zur Erntezeit der Oliven die Arbeiter: „Von Oktober bis März blieben sie unter Tage”, erklärt der Betreuer der Mühle vom örtlichen Heimatverein. „Das Essen für Mensch und Tier wurde vom darüberliegenden Palazzo Granafei hinuntergelassen. Dazu Marihuana, das die Arbeiter rauchten, um Schmerzen und Stumpfsinn zu ertragen.”

Wie oben
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Der 1. Mai im Ständestaat

Dollfuß ließ die Maifeier 1933 verbieten. Innerhalb des Drahtverhaues, der die Innere Stadt absperrte, waren die Banken, die Nobelhotels, die staatlichen Verwaltungszentren. Hier war der Drahtverbau der Spanischen Reiter, die Gewehrpyramiden und die Maschinengewehre. Dort standen auch die schwerbewaffneten Einheiten des Bundesheeres mit aufgepflanztem Bajonett, Kavalerie und Artillerie.

Außerhalb des Stacheldrahtzauns, das arbeitende Volk. Trotzdem kam es jenseits der Ringstrasse, in acht Hauptstrassen, zu dem „Maispaziergang der Arbeiterschaft“ Richtung Lastenstrasse. Dieser Maispaziergang umfasste eine Länge von rund 40 Kilometer.

Foto – Österreichische Nationalbibliothek
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Wider die Macht

Die Kunstsammlung des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands

Über 150 Grafiken, Zeichnungen und Ölgemälde besitzt das DÖW. In der Ausstellung im Haus der Geschichte in St. Pölten werden sie erstmals umfassend präsentiert. Sie erzählen von Widerstand, Krieg und Verfolgung zwischen 1934 und 1945. Es sind Bilder vom Leben und Sterben in Lagern, von Gewalt gegen Regimegegner, Juden und Roma, aber auch Bilder vom Kampf gegen Nationalsozialismus und Faschismus.

Trude Waehner: Schöpfung und Vernichtung … (1962). © DÖW, Foto: Christoph Fuchs – 7/17

DÖW-Kooperation: Sonderausstellung in St. Pölten,
26. Februar 2022 bis 15. Jänner 2023

Südliches Afrika


Was haben Arbeiter/innen in Namibia oder prekär Beschäftigte in Zimbabwe mit uns hier in Europa zu tun?“ Wie kommt südafrikanischer Wein in den österreichischen Supermarkt? Welche Herausforderungen und Kämpfe verbinden uns mit Beschäftigten und Gewerkschaftern/innen im südlichen Afrika?

Das Dokumentations- und Kooperationszentrum Südliches Afrika (SADOCC) und die Gewerkschaft GPA laden interessierte Arbeitnehmer*innen zur Auftaktkonferenz des gemeinsamen Dialog- und Weiterbildungsprojekts ein.

  • Datum: Montag, den 28. März 2022
  • Uhrzeit: 15:00 bis 19:00 Uhr
  • Ort: Großer Saal der Gewerkschaft GPA, Alfred-Dallinger-Platz 1, 1030 Wien
  • Online-Anmeldung zur Veranstaltung mit diesem Link
Hier findest du weitere Informationen zur Veranstaltung

Ergänzung des Artikels zu Steinhof

Einfügen eines Zeitungsartikel vom 16.3.1946 aus dem Wiener Kurier zu den Nazi-Kindermorden am Steinhof. – Artikel

Von Katzenmusik und Kollektivverträgen

oegb.at hat mit der ÖGB-Historikerin Marliese Mendel über die Geschichte der Kollektivverträge und des Kollektivvertragsgesetzes gesprochen und von ungewöhnlichen Widerstandsformen und streikfreudigen Schneidergehilfen erfahren. 

Zwischen dem Abschluss der ersten Tarif-Übereinkunft im Revolutionsjahr 1848 und der heutigen 98-prozentigen Kollektivvertragsabdeckung liegt die oft dramatische und manchmal erstaunliche Geschichte der Entstehung, Durchsetzung und Einhaltung tausender Kollektivverträge. Diese hat wenig mit dem stets kolportierten Gulasch- und Würstelessen zu tun, aber viel mit Durchhaltevermögen und Sitzfleisch


Wiener Katzen-Musik. Politisches Tagsblatt für Spott und Ernst mit Karrikaturen. 1848

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Der Märzwind vor 174 Jahren

Die 1889 erstmals erschienene Zeitschrift Die Glühlichter, ab 1896 Neue Glühlichter, ab 1909 Glühlichter, war das bedeutendste humoristisch-satirische Arbeiterblatt der im gleichen Jahr gegründeten Sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Die Zeitschrift erschien mit einigen Unterbrechungen von 1889 bis 1915 in Wien.

Das Titelbild ist geschuldet dem 50. Jahresgedenken an das Jahr der Reaktion nach den Revoltionen von 1848. In der „Junischlacht“ in Paris von 1848 wurden die Arbeiter*innen auf die Barrikaden und vor die Kanonen getrieben. Nach fünftägigen Kampf, der blutigsten aller Straßenschlachten wurden sie überwunden. Das „Rothe Gespenst“ war für den Augenblick gebannt; in dem Proletariat aber, das seit Entstehen der kapitalistischen Gesellschaft das demokratische, fortschreitende Element ist, war die Republik, war die Revolution besiegt. Seit 1848 haben wir auf dem europäischen Festlande die Diktatur des Kapitalismus.

Wilhelm Liebknecht, Februar 1899 in Berlin
Was passiert in den Märztagen 1848 in Österreich

Arbeiterlieder und Superyachten

„Rassismus enteignet nicht nur schwarze Bevölkerungsgruppen, sondern definiert auch Eigentum als ein Recht, das nur ‚weißer‘ Identität zugänglich ist“.

Cheryl I. Harris

Den Titel des Artikels haben wir aus dem Feuilleton der Wiener Zeitung, wo diese Ausstellung im Künstlerhaus beschrieben wird. Ein interessanter Spannungsbogen von den Lieder der Arbeiter*innen, wo es meist um die Befreiung der Unterdrückung durch die Kapitalisten bis hin zu den protzig zur Schau gestellten Luxusobjekte.

Rassismus und Eigentumsverhältnisse

„Die Priviligierte Zuckerhandelsgesellschaft zu Triest und Fiume“ hatte das Monopol auf industrielle Zuckerproduktion der Habsburgermonarchie. Sklavenarbeit zur Steigerung der Gewinne und zur Bereicherung der weißen Industrieherren.

Künstlerhaus
Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler Österreichs
Karlsplatz 5, 1010 Wien, +43 1 587 96 63 office@kuenstlerhaus.at
ÖFFNUNGSZEITEN: Mo bis So 10–18 Uhr

Kuratorinnenführung mit Ana Hoffner ex-Prvulovic durch die Ausstellung WHITENESS AS PROPERTY am 26.2.2022, 16:00, Obergeschoß