Im Revolutionsjahr 1848 bemühte sich die Stadtverwaltung die sozialen Spannungen mit Beschäftigungsprogrammen für Arbeitslose abzubauen. Wichtigster Punkt dieses Programms waren Erdarbeiten im Bereich der jetzigen Bezirke Leopoldstadt und Brigittenau. Hier bestanden noch immer viele kleine Nebenarme der Donau, Tümpel und Sümpfe. 1848 wurde ein großer Teil dieser Minigewässer trockengelegt und damit neues Bauland gewonnen1.
1868 fiel die Entscheidung, dass das bestehende Stromsystem der Donau mit einem „Durchstich“ ein völlig neues Strombett geschaffen werden sollte. Bei den Hauptarbeiten vertraute man einer französischen Firma, die bereits beim Bau des Suez-Kanals Erfahrungen gesammelt hatte. Ein erheblicher Teil der Arbeiten wurde händisch durchgeführt.
Mit seiner Arbeit ‘Freundschaft‘ verbindet René Stessl an der Grenzbrücke Gerlinci/Klöch zwei Länder symbolisch. Das Projekt wurde im Rahmen des transdisziplinären Festivals “Transborders” im August 2019 eröffnet.1
Bei unseren Recherchen zu Friedensprojekten entlang der österreichisch – slowenischen Grenze entdeckte Brigitte dieses Projekt. Während unserer Frühjahrstour besuchten wir diese Kunstinstallation an der Grenze.
Das Transborders Festformat Ende August war eine Aneinanderreihung von Ereignissen innerhalb von 72 Stunden an unterschiedlichen Orten im öffentlichen Raum. Permanente Installationen, Interventionen, Performances sowie Aktionen mit Bürgerinnen und Bürgern wurden vor Ort entlang der Mur und der Kutschenitza umgesetzt. Neben der Bildenden Darstellenden Künste, waren feministischer Punk, krautiger Elektropop, gesellschaftskitischer HipHop und orientalische DJ Sets aus Österreich, Slowenien und anderen Ländern zu erleben.Transborders fand unter dem Motto „Fluxus am Fluss“ 100 Jahre nach der Grenzziehung von Österreich im Vertrag von St. Germain statt.
Es erinnert an ein Lager, das sich während der NS-Zeit in St. Anna befand, in dem hauptsächlich ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter zum Bau des Südostwalls interniert waren.
Wir befahren eine schmale Strasse in Richtung zum Grenzübergang nach Slovenien. Etwa 150 Meter vor der Grenze stehen rechts und links der Strasse rechteckige Ziegelsäulen inmitten der landwirtschaftlich genutzten Flächen. Von weitem wirken sie wie Reste einer nicht mehr vorhandenen Absperrung oder wie Wächter:innen, die die Geschenisse hier bewachen. Was zuerst wie eine symmetrische Anordnung aussieht hat aber in sich eine „Unordnung“. die neugierieg macht.
Es gibt quadrische und rechteckige Säulen. In den Säulen sind alte Ziegelsteine eingebaut. Auf der Säule gegenüber am anderen Straßenrand sind Glasscheiben montiert, worauf das Wort „Frieden“ in mehreren Sprachen steht. Steht man in der Säulegruppe sind Informationstafeln zum Mahnmal montiert, aber gleichzeitig spürt man die Enge und man steht allein inmitten einer fast übermächtigen Begrenzung, die zwar noch einen Ausblick oder Ausweg bietet, aber doch beklemmend wirkt.
Was ist hier geschehen?
Das Denkmal, entworfen von der Künstlerin Roswitha Dautermann, entstand 2009 im Rahmen der Aktion 72 Stunden ohne Kompromiss der Katholischen Jugend Österreich auf Initiative des ehemaligen ungarischen Zwangsarbeiters Sandor Vandor, der Marktgemeinde St. Anna am Aigen sowie Weihbischof Franz Lackner. Es wurde am 26. April 2009 eingeweiht. Am Standort des Mahnmals, in der so genannten Höll, befand sich das o. g. Barackenlager.
Eine Stadtwanderung auf den umkämpften Spuren von Arbeit und Migration gestern und heute.
Der Rundgang ist eine Kooperation zwischen SOZAM, UNDOK und den Roten Spuren. Unsere Unterlagen, die wir für diese Poltische Wanderung – “Lernen in Bewegung” haben wir in diesem Artikel veröffentlicht. Folgende Inhalte werden dabei behandelt:
Otto Probst
Bevölkerungsentwicklung in Favoriten
Ziegelarbeiter:innen in Favoriten
1869 – Der Gang an die Börse mit der obersten Maxime der Gewinnoptimierung für die Aktionäre
Der Streik der Ziegelarbeiter:innen
Die große Bedeutung der Tschech:innen in der Gewerkschaftsbewegung
Die Auswirkungen des Reichsfremdarbeitergesetz der Monarchie bis heute
Wohnsituation in Wien
Wohnbau im Roten Wien
Karl-Wrba-Hof
Karl Wrba
Wasser und Bäder als Hygienemaßnahme im Roten Wien
Eröffnung des Erinnerungsweges Wien-Favoriten – ein mehrsprachiges Gedenkprojekt der BAfEP Ettenreichgasse
Ein Stadtspaziergang vom Heldenplatz bis zum Sigmund-Freud-Park
Demokratie, wie wir sie heute kennen, musste über Jahrhunderte erkämpft, erstritten und mit viel Einsatz von Menschen und der ArbeiterInnbewegung errichtet werden.
Wer waren die BaumeisterInnen unserer heutigen Freiheit?
Wer wurde für Kritik, Widerstand und politische Aufklärung gefoltert, eingesperrt und getötet?
Datum:Samstag, den 8. Juni 2024 – Beginn: 13:00 Uhr, Ende 15:00
Den Feudalherren und Kapitalisten ist es nie um ein gutes Leben für die BürgerInnen und ArbeitnehmerInnen gegangen, sondern nur um die Absicherung ihres Reichtums, ihrer Macht und ihres Einflusses. Bei diesem Spaziergang tauchen wir ein in Revolutionen und Widerstand für ein freies Österreich und eine freie Welt.
Wir fahren mit unserem Womo gemütlich auf schmalen Strassen nach Gruisla, eine Ortschaft in der Gemeinde Klöch. Die Strasse zwischen den Weinbergen wird immer schmäler und immer vorsichtigerer wird unsere Fahrt. Bald rückt eine farbenprächtige Stele in unser Blickfeld.
Peter Klug schaffte hier eine Sitzgruppe aus Stein mit einer riesigen vierkantigen Stele, die mit 23.000 farbenprächtigen Noppen und einer Inschrift in Deutsch, Englisch, Slowenisch und Ungarisch ausgestaltet ist.
Hier sind knapp 2000 Menschen aller religiösen Konfessionen, die während der beiden Weltkriege als Kriegsgefangene oder Soldaten ihr Leben lassen mussten, beerdigt. Vor über 100 Jahren befand sich hier der Lagerfriedhof des Kriegsgefangenenlagers.1
Die Gräber der Soldaten aus Lager und Spital, die auf dem Knittelfelder Friedhof ihre letzte Ruhestätte fanden, stellen ein trauriges Mahnmal für ein sinnloses Sterben dar2.
1911 wurde die Familie von Moritz Neumann in den Heimatverband der Stadt Radkersburg aufgenommen. Neumann war wegen seiner Bescheidenheit, Güte und Hilfsbereitschaft in Radkersburg sehr beliebt. So gewährte er den bei Banken nicht mehr kreditfähigen Bauern zinsenlose und unbefristete Darlehen. Er schaffte den Aufstieg in die bürgerliche Oberschicht von Radkersburg. In der öffentlichen Meinung repräsentierte nur er das Judentum – und zwar äußerst positiv. Neumanns Sohn Ferry, der am 20. Juli 1901 in Radkersburg geboren wurde, betrieb seit Dezember 1935 eine Heidenbreinmühle, die durch einen von ihm erfundenen elektrischen Mechanismus Heidenmehl von höchster Qualität erzeugte.1
Ferry Neumann wurde während der jüdischen Pogrome vom 9. auf 10. November 1938 von Radkersburger Gendarmen verhaftet, in das Grazer Bezirksgericht überstellt, am 11. November 1938 mit dem Zug nach Dachau transportiert und war dort bis Ende Jänner 1939 inhaftiert. Während Neumanns KZ-Haft raubten örtliche Gestapo-Beamte im Zuge einer Hausdurchsuchung den Schmuck seiner Frau. Radkersburger stahlen den Hausrat und die Kleidung der Familie.
Bei einer Geocachingtour entdecken wir beim Lösen diverser Aufgaben die historischen Spuren des Kriegsgefangenenlager in Knittelfeld. Aus der Beschreibung des Geocaches erhalten wir diese Informationen1:
Wer heutzutage das Kulturhaus oder das LKH Knittelfeld, die Landesberufschule, die Hauptschule Lindenallee, die Obersteirische Molkerei, einen der zahlreichen Handels- oder Gewerbebetriebe im Westen der Stadt, den Sportplatz von Rotweiß oder vielleicht den ARBÖ-Stützpunkt besucht, ist sich wahrscheinlich nicht bewusst, dass er auf historisch brisantem Boden steht. Hier – zwischen der Anton-Regner-Straße im Osten, der Kärntner Straße im Süden, der Ingering im Westen und der Maßweger Straße im Norden – befand sich vor knapp hundert Jahren eines der größten Kriegsgefangenenlager der österreich-ungarischen Monarchie! Der Erste Weltkrieg (1914-1918) brachte eine neue Dimension des Schreckens, des Leids, der Zerstörung, eine neue Dimension hinsichtlich des Blutzolls, der Toten, der Verwundeten und auch der Gefangenen, die in zahllosen Lagern interniert wurden.
Am 9. Oktober 1914 sendet das Militärkommando in Graz ein Telegramm an die 8. Abteilung Hochbau im Kriegsministerium in Wien mit der Bitte um die Zuteilung von, wie auch von Zeilinger im korrigierten Angebot verlangt, 400 bis 600 Kriegsgefangenen, um die termingemäße Fertigstellung des Lagers zu garantieren.2 Ob für die geleistete Zwangsarbeit der Gefangenen eine dementsprechende Bezahlung jemals geleistet wurde?
Wir machen Station in Klosterneuburg und suchen nach einem Gedenkstein bei der ehemaligen Synagoge.
Ziemlich lieblos steht Ecke Kierlinger Strasse und Medekstrasse ein einsamer fast zu übersehender Gedenkstein mit einer Platte mit Inschrift, die dringend erneuerungsbedürftig ist.
In der Wiener Zeitung vom 15. August 1914 findet man eine kleine Notiz zur Einweihung der Synagoge.