Die Siedlung Lockerwiese, welche in den Jahren 1928-1932 (sowie Erweiterung 1938-1939) durch die Stadt Wien errichtet wurde, ist ein interessantes Beispiel für ein Hybridkonzept einer kleinbürgerlichen Gartenstadt und den Prinzipien des kommunalen Wohnbaus des “Roten Wien” der Zwischenkriegszeit. Bei der Lockerwiese handelt sich um die zweitgrößte Gartensiedlung der Stadt (nach dem Karl-Seitz-Hof in Floridsdorf).
In der Siedlung Lockerwiese am Holowatyplatz
In einem Rundgang „Geschichten aus der Lockerwiese“ der VHS-Hietzing und des wohnpartner-Team 13_23. Am 28. September 2012 wurde in der Gemeindebausiedlung die Freiluftausstellung präsentiert. Die Ausstellung besteht aus 21 Informationstafeln. Diese Tafeln geben Auskunft über den Alltag der Menschen und über ihre poltische, kulturelle Geschichte.. Als Projekt „Geschichte mit den betroffenen Menschen“ war ein zentrales Motto – SAGEN SIE NICHT SIE HÄTTEN NICHTS ZU SAGEN.
Victor Adler – Hofrat der Revolution wurde mit einem Bild ergänzt. Im Beitrag ist ein Foto der Gedenktafel in der Gumpendorfer Strasse am Haus seiner ehemaligen Wohnung von 1905 bis zu seinem Tod 1918.
Herr Anton Hauser, Besitzer der Glashütte von Schöneben bei Liebenau eröffnete im Jahre 1789 die erste Glashütte. Diese befand sich im heute als „Alte Hütte“ benannten Ortsteil und wurde 1848 von Wenzl Stimpfl, dem Besitzer der Glashütte Freudenthal (bei Frankenmarkt) gekauft. 1874 fand die Übersiedlung in den südlichen Teil von Schneegattern statt. Anfang des 20. Jhdt. erreichte die Glashütte mit rund 900 Arbeitern die absolut größte Beschäftigungszahl und wurde 1924, am Höhepunkt der Inflation, stillgelegt. Erst 1926 konnte über staatliche Aktivitäten die Glashütte wieder in Betrieb genommen werden. [1]
ÖNB-AKON – Schneegattern 1936 [2]
Der erste Artikel ist der Versuch einer Sammlung und Recherche von Gewerkschafts- und Funktionärsdaten aus den Zeitungen, die im AustriaN Newspaper Online (ANNO) [3] einsehbar ist.
Mein Vater hat das Gewerkschaftszeichen unter dem Leiberl getragen.“ (Tochter von Gewerkschafsmitbegründer *1930) (S.H.) „Du bist bei uns in keine Glashütte, bei uns in den Betrieb nicht reingekommen, bevor du nicht unterschrieben hast, dass du bei der Gewerkschaft und bei der Partei bist.“ (Glasmachermeister *1938) (F.A.)„Die Gewerkschaft war damals fast ein Muss.“ (Glasmacher und Glaspresser *1935) (J.L.) „Wenn du nicht zur Gewerkschaft gegangen bist, da hast du ausgeschissen, da hast du nicht anfangen brauchen.“ (Glasmachermeister *1939) (E.S.)
Wilhelm Bettelheim war Arzt, mit einer Praxis in der Favoritner Laxenburger Straße, wo auch der Sohn des Ehepaar Bettelheim im letzten Kriegsjahr geboren wurde. Seine ersten drei Lebensmonate verbrachte er im Versteck der jüdischen Familie, in einem Weinkeller in Hagenbrunn am Bisamberg. Am 12. Jänner 2017 wurde dieser Sohn, der ebenfalls Wilhelm hieß, mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. Damit wurde er für seine wertvolle Beiträge bei der Aufarbeitung der “braunen Flecken” bei den Wiener Philharmonikern und seine intensive Erinnerungs- und Aufklärungsarbeit – auch als Chronist der eigenen tragischen Familiengeschichte – gewürdigt.
Lagerübersicht bei der Gedenkstätte in Mitterndorf an der Fischa
Es wurde im Jahre 1915 errichtet. Es diente fast ausschließlich den Flüchtlingen, Deportierten und Evakuierten aus dem italienischen Trentino sowie aus Istrien als Notquartier. Das Lager bestand (im Endausbau) aus ca. 400 Wohn- und Verwaltungsgebäuden, die sich auf über 700.000 Quadratmetern verteilten. (Der oben abgebildete Lagerplan stellt die ursprüngliche Planung dar. Tatsächlich wurde es dann aber mehr als doppelt so groß!) In jeder Wohnbaracke waren – je nach Größe – zwischen 40 und 100 Personen untergebracht. Nach Berichten von Zeitzeugen waren – vor allem zu Beginn – aber manchmal auch mehr als 250 Menschen in eine Baracke gepfercht.
Wir ehemalige Standorte markanter Gebäude des Lagers anläßlich einer Geocachingtour in Mitterndorf. Dabei pfauchte uns beim Rundgang kalter Wind um die Ohren passend zum Schicksal vieler Menschen hier.
Zwischen Arbeiterkammer und Bezirksmuseum Floridsdorf erinnert eine Gedenkstätte des Verein „Niemals Vergessen“ an die Menschen, die hier in Floridsdorf in den Aussenlagern des KZ-Mauthausen gequält und getötet wurden.
Das Denkmal soll an die Befreiung von 2 Außenlager des KZ Mauthausen erinnern.
niemals vergessen in floridsdorf befanden sich aussenlager des kz-mauthausen, welche vor 55 jahren befreit wurden verein niemals vergessen mai 2000
Inschrift bei der Gedenkstätte
Die SS errichtete am 13. und 14. Juli 1944 zwei Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen in Jedlesee und Floridsdorf. Ersteres befand sich auf dem Gelände der Jedlesee-Bierbrauerei-Kellereien, Heinkel Werke AG, zweiteres auf dem Gelände der Firma Hofherr-Schrantz, die ebenfalls zur Heinkel AG gehörte. Die KZ-Häftlinge mussten bei äußerst mangelhafter Ernährung unter großem Druck Zwangsarbeit leisten. Vor dem Eintreffen der Roten Armee wurden am 1. April 1945 2710 Häftlinge auf einen Evakuierungsmarsch nach Mauthausen geschickt. Bei Antritt des Marsches und unterwegs wurden Häftlinge ermordet.
Der Friedhof liegt an der Ruthnergasse 26 in Floridsdorf
Am Weg zur „Weinenden Brücke“ kamen wir an diesem Friedhof vorbei. Er ist versperrt und deshalb konnten wir nur Fotos von außen machen. Vermutlich 1876 wurde der Friedhof geplant und errichtet, und war das Anfangsprojekt der Israelitischen Cultusgemeinde Floridsdorf. Am ursprünglich 5.566 m² großen Friedhof fand die erste Beerdigung am 2. Juni 1877 statt. 1881 wird der Friedhof erweitert und 1883 eine Zeremonienhalle errichtet. Die jetzige Tahara Halle baute man im Jahre 1952. Der Friedhof wurde 1978 offiziell geschlossen. Bis heute fanden 1.391 Beerdigungen statt und 1402 Grabstellen gibt es am Friedhof. Neben zahlreichen Angehörigen alter Floridsdorfer Kaufmannsfamilien (darunter Deutsch, Duldner, Grünwald, Pollak, Sinai, Weininger und Wodicka [Kaufhaus Am Spitz] sind auch der “erste jüdische Ansiedler in Floridsdorf”, Elias Wimmer († 23. März 1883), sowie der am 4. Juni 1927 tödlich verunglückte Motorradrennfahrer Hans Grünwald bestattet.
Betriebsversammlung der Lederarbeitet*innen der Fa. Vogl in Mattighofen
Betriebsratsobmann Josef Kaiser referierte im Gasthaus „Zur Post“ seinen Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr. Der Linzer Gemeinderat Höglinger und sozialdemokratischer Kammerrat hielt ein Referat. Es waren etwa 150 Teilnehmer*innen bei der Versammlung, davon ca. ein Drittel Nationalsozialisten. Während der Versammlung lieferten sich beide Gruppen Schimpfduelle, besonders die Ausführungen eines nationalsozialistischen Belegschaftsvertreters erhitzten die Gemüter. Beim Hinausgehen kam es zu einem Handgemenge (Rauferei) zwischen beiden Gruppen, wobei ein Nationalsozialist eine Oberkieferdurchtrennung erliet und fünf seiner Parteifreunde leichtere Verletzungen davon trugen.
Gegen 21 Uhr abends begleiteten Wehrsportler den Linzer Referenten sicherheitshalber zur Bahn. Als die Wehrsportler vom Bahnhof weggingen, wurden sie von einer Bande Nazis, etwa 50 Burschen, die mit Messern und Totschlägern bewaffnet waren, überfallen. Die Arbeiter setzten sich heftig zur Wehr und als die Gendarmen eintrafen, war schon wieder Ruhe.
Das Todesopfer
Am Sonntag um 5 Uhr früh wurde auf dem Holzlagerplatz der Firma Goldberger der sozialdemokratische Lederarbeiter und Sohn des Ortsvertrauensmannes Robert Zimmerbauer aus Moos bei Mattighofen tot aufgefunden. Neben der Leiche lag eine Trommelrevolver und vermutete zuerst, dass dies Tatwaffe sei und Robert Zimmerbauer damit in den Hinterkopf geschossen wurde. Der Obduktionsbefund hat ergeben, dass er nicht erschossen wurde, sondern erstochen worden ist. Eswurden gegen ihn von rückwärts drei Messerstiche geführt. Einer traf oberhalb des rechten Ohres gegen das Hinterhaupt und bewirkte eine Durchtrennung des Schädeldaches und war unbedingt tödlich. Ein zweiter traf die rechte Schulter und ging 12 cm tief. Ein dritter Stich ging in die Nähe des Haarwirbels am Kopf.