Wir tauchen ein in die Entstehungsgeschichte der Leopoldstadt und begeben uns auf die Spurensuche der jüdischen Geschichte. In der Jägerzeile starben 1848 fast 5000 Menschen, die erste demokratischen Menschenrechte verteidigten. Die Jägerzeile als Brennpunkt von Kunst und Kultur, die die herrschaftlichen Normen herausforderte. Die Weltausstellung 1873 machte Wien zu einem Zentrum des europäischen Frauenhandels. Wie geht es den Sexarbeiter:innen heute? Der enorme Bevölkerungszuwachs am beginnenden 20. Jhdt. bedeutet eine enorme Wohnungsnot. Was waren die Antworten des Roten Wien?
Ein Stadtspaziergang der VHS-Brigittenau in Kooperation mit den Roten Spuren Termin: 11.04.2026, 14:00 – 16:00 Uhr Treffpunkt: Ehemaliges Wohnhaus von Karl Renner, Praterstraße 8, 1020 Wien Anmeldung: VHS-Brigittenau
Die Erinnerungszeichen sind permanente, von der Linzer Stadtverwaltung errichtete Stelen, die ein personalisiertes Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus im Stadtraum ermöglichen — insbesondere als Erinnerung an verfolgte, vertriebene und ermordete Linzer Jüd:innen.
Quelle: https://linzerinnert.at/
Im Dezember 2022 haben wir in einem Blogartikel erstmals an großteils jüdischen Opfer der Verfolgung erinnert – Erinnerungsstelen für die jüdischen Opfer in Linz. Heute nutzen wir einen Rundgang im Rahmen eines Adventure Lab, um uns mit den Stelen und den darauf genannten Opfern auseinander zu setzen.
Hier auf der Stele im Schillerparkwird Johanna Richter genannt. Johanna Richter kam 1878 als Johanna Fischer und Tochter des Bernhard Fischer und der Julie, geborene Herman, in Chiesch (Chyse, ČR) zur Welt. 1907 erfolgte die Übersiedlung der Familie nach Linz. Sie bezog ihre Wohnung an der Landstraße 71. Im selben Haus richtete Julius Richter seine Arztpraxis ein. Das Ehepaar war in mehrere Linzer Vereine, nichtjüdische wie jüdische, eingegliedert. Ihr älterer Sohn Hans folgte seinem Vater im Arztberuf nach. Er war Sozialdemokrat und unter den Linzer Arbeiterinnen und Arbeitern als moderner und uneigennütziger Arzt sehr gefragt. Ab 1934 gelang es den Protagonisten des austrofaschistischen Regimes den jüdischen Arzt sukzessive an seiner Arbeit zu hindern. Diese schleichende Verfolgung mündete schließlich in einer Anklage, in einem Schauprozess und einem Dr. Hans Richters weitere Arbeit zunichte machenden Urteil. In dem ganzen Vorgehen wird der dem christlich-deutschen Ständestaat innewohnende und von Bischof Gföllner noch geförderte Antisemitismus deutlich. Dem Sohn gelang eine Flucht nach Argentinien. In letzter Minute konnte er auch seine betagte Mutter zu sich holen. Johanna Richter starb 1955 und wurde in Buenos Aires begraben.
Am OK-Platz in Linz treffen wir gute Freun d:innen. Den Treffpunkt haben wir wegen eines interessanten Mahnmals ausgewählt.
Es ist nie zu spät, Frauen, die unter höchstem Risiko Widerstand leisteten, ein Denkmal zu setzen. Sie sind Vorbilder für Demokratie – die Brücke zur Gegenwart.
Martina Gugglberger, Historikerin
Jeden Samstag um 5 vor 12 Uhr würdigt die Audio-Skulptur am OK Platz mit einem lauten Aufschrei eine Frau, indem ihr Name, sowie der Ort und die Art ihrer Widerstandshandlung genannt werden. Mit diesem einzigartigen Projekt entsteht inmitten der Landeshauptstadt ein Ort, der auf die von der Gesellschaft bisher kaum beachtete Rolle von Frauen im Widerstand gegen das NS-Regime aufmerksam macht. Wir treten durch die Ringe wird durch einen Bewegungssensor eine Tonspur ausgelöst und wir erfahren mehr über die mutigen Taten der bisher wenig bekannten Heldinnen.
Aktive Gewaltfreiheit ist die innere Haltung gegenüber anderen Menschen. Aktive Gewaltfreiheit bedeutet
Achtung des Lebens aller Menschen Anerkennung der Würde, Freiheit und Persönlichkeit jeder Person1
Am 2. Oktober 2017 wurde in der Friedensstadt Linz das europaweit erste „Mahnmal für aktive Gewaltfreiheit“ des Linzer Künstlers Karl-Heinz Klopf zwischen Nibelungenbrücke und Neuen Rathaus Linz der Öffentlichkeit feierlich übergeben.
Das Mahnmal für aktive Gewaltfreiheit besteht aus zwei unterschiedlich geformten Blöcken zum Sitzen. Diese stehen für Personen mit stark entgegengesetzten Meinungen und Lebensauffassungen, aber sie wenden sich einander zu: bereit zum wertschätzenden Dialog2.
Reiner Steinweg, ein angesehener Friedensforscher, der in Linz lebt, hat den Anstoß für dieses Denkmal gegeben. Der Linzer Künstler Karl-Heinz Klopf hat es gestaltet. Ein Element aktiver Gewaltfreiheit ist Gewaltfreie Kommunikation. Genau diese wird hier symbolisch dargestellt und gleichzeitig wird auch zu entsprechendem Handeln und Gespräch eingeladen. Eine zylindrische und eine kubische Sockel-Skulptur, also zwei verschiedene Formen, stehen einander gegenüber. Sie sind schräg geneigt, zeigen also ein aktives einander Zuwenden. Zwei Gesprächspartner mit unterschiedlichen Standpunkten sitzen einander gegenüber, nehmen einander wahr und lassen sich auf ein wertschätzendes, zuhörendes, klärendes Gespräch auf gleicher Augenhöhe ein3.
Die Ursache für Ereignisse am 12. Februar 1934 war die Politik des christlichsozialen Bundeskanzlers Engelbert Dollfuß, der ab März 1933 die Demokratie demontierte: Ausschaltung des Parlaments, Verbot von Wahlen, Verbot von Versammlungen und Mai-Aufmärschen, die Ausschaltung des Verfassungsgerichtshofes, Verbot des Schutzbundes bei gleichzeitiger Heranziehung der Heimwehr als Hilfspolizei, Abschaffung der gewählten Vertretung in der Arbeiterkammer1.
Wir sind zum Aufcampen einige Tage in Linz und nutzen die Gelegenheit einerseits unserer Vorliebe des Geocaching und gleichzeitig den „Roten Spuren“ im Februar 1934 nachzuspüren. Herzlichen Dank an den Owner für die Gestaltung des Adventure Lab.
Für den überwiegenden Teil der Bevölkerung sind die Ereignisse des 12.Februar 1934 ein Bestandteil der Geschichte, mit dem man wenig anzufangen weiß. Die bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen dieser Tage hatten in Linz ihren Ausgang genommen und sich über ganz Österreich ausgebreitet. Was hier begann, ist von welthistorischer Bedeutung. Zum erstenmal hatten sich Arbeiter gegen die drohende Gefahr einer faschistischen Machtergreifung mit Waffengewalt zur Wehr gesetz2t. Bei der Betrachtung der Ereignisse würde ich nicht von einem Bürgerkrieg sprechen, denn die Bürger Österreichs waren maximal Zuseherinnen wie eine verzweifelte Arbeiter:innenbewegung versuchte die Demokratie und die Republik zu retten.
Unsere erste Station war das Denkmal am Bernaschek-Platz, das 1988 von den Opferverbänden errichtet wurde.
Eine „historische Gerechtigkeit“ ist, dass der Platz nach 1945, der ursprünglich auch zwei Jahre Starhembergplatz (Heimwehrführer) hiess, in Bernaschekplatz umbenannt wurde. Die Heimwehrleute von denen es im Umland tausende gab, waren die Totengräber der Republik.
Benannt 1945 nach Richard Bernaschek (1888-1945), dem Führer des Republikanischen Schutzbundes in Oberösterreich und des Aufstandsversuches vom Februar 1934. 1945 im Konzentrationslager Mauthausen ermordet. Richard Bernaschek, in der Zwischenkriegszeit Landesparteisekretär der Sozialdemokratischen Partei und Führer des Republikanischen Schutzbundes in Oberösterreich, initiierte den Aufstand im Februar 1934 und wurde verhaftet. Ihm gelang die Flucht und er kehrte 1939 zurück.
1944 wurde Bernaschek nach dem missglückten Stauffenberg-Attentat auf Hitler verhaftet, in das KZ Mauthausen verbracht und kurz vor Kriegsende dort erschossen.3
Lesung zu Widerstand und Verfolgung in Wiener Gemeindebauten
Terminam 13. April 2026 um 18.30 Ort: in den SOHO Studios im Sandleitenhof (Liebknechtgasse 32, 1160 Wien) mit Michael Achenbach, Peter Autengruber, Winfried R. Garscha, Claudia Kuretsidis-Haider und Manfred Mugrauer; Anmeldungen per E-Mail an info@sohostudios.at
Abfahrt um 12:00 mit dem Bus vom Praterstern (gegenüber Haus 1 – SPÖ) Geplante Rückkunft:18 Uhr, Kosten: freiwillige Spende Anmeldung: KZ-Landesverband Wien, Tel.: 0664 944 72 93 oder per E-Mail: office@kz-verband-wien.at
Präsentation und Diskussion zur aktuellen VGA-Dokumentation: „Josef Hindels. Unbeugsamer Linkssozialist und antifaschistischer Mahner“
„Im Kampf zwischen Fortschritt und Reaktion gibt es keine Neutralität“ (Josef Hindels)
Termin: Dienstag, 21. April 2026 – 18:30 Ort: Verein für Geschichte der ArbeiterInnenbewegung, Rechte Wienzeile 97, 1050 Wien (Lesesaal, 1.Stock)
Programm:
Begrüßung und Moderation: Georg Spitaler
Skizzen zu Leben und Wirken von Josef Hindels Wolfgang Greif – Autor der VGA-Dokumentation
Kommentare und Diskussion: Brigitte Bailer – ehem. wissenschaftliche Leiterin des DÖW) Peter Pelinka – Medienberater, Journalist & Autor)
Eine Veranstaltung des Vereins für Geschichte der ArbeiterInnenbewegung (VGA) in Kooperation mit dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
Die Regierung von Mexiko, in steter Beachtung der Grundsätze der Satzung und getreu ihrer internationalen Politik, die keine durch Gewalt erfolgte Eroberung hinnehmen kann, protestiert auf das entschiedenste gegen die Aggression von außen, der Österreich vor kurzem zum Opfer gefallen ist. Sie erklärt vor der öffentlichen Meinung der Welt, dass ihrer Meinung nach der einzige Weg zur Erreichung des Friedens und zur Vermeidung weiterer internationaler Anschläge, wie jene auf Äthiopien, Spanien, China und Österreich, die Erfüllung der Verpflichtungen aus der Satzung, den abgeschlossenen Verträgen und den Grundsätzen des Völkerrechts ist. Andernfalls würde die Welt leider früher oder später von einer weit größeren Katastrophe erfasst werden als jener, die man zu vermeiden sucht, indem man außerhalb des Gefüges des Völkerbundes handelt1.
In der Sitzung des Völkerbundes unterstützten das republikanische Spanien, die Sowjetunion und Chile den Protest2. Bei unserer gestrigen Tour durch die Leopoldstadt besuchten wir dieses Denkmal.
Gestiftet wurde das Denkmal von Stadt Wien Enthüllung des Gedenksteins im Jahre 1985 durch Bürgermeister Helmut Zilk und den Botschafter von Mexiko Roberto de Rosenzweig-Diaz.
Zum Gedenken an die mexikanische Protestnote stiftete die Republik Österreich 1988 ein Denkmal in Mexiko City3.
Es gab hier bereits eine temporäre Installation, die gegen den Opfermythos Österreichs, der nach dem Zweiten Weltkrieg bis weit in die 1990er Jahre strapaziert wurde.
Quellenverzeichnis
Die Arbeiter von Wien, Hrsg. Kurt Stimmer im Auftrag des Bildungsausschusses der Wiener SPÖ, Jugend und Volk 1988, Seite 69 ↩︎
Antifaschistische Denkmäler und Gedenkstätten – das rote Wien↩︎