100 Jahre Fackelzug

Ausstellung

Der Fackelzug am 30. April ist einmal jährlich die größte Kampagne und Demonstration die die SJ Wien organisiert und das nicht erst seit Kurzem, sondern seit mittlerweile 100 Jahren.

Doch wie hat der Fackelzug in den letzten hundert Jahren eigentlich ausgesehen? Im Rahmen einer Ausstellung versucht die SJ Wien von heute genau diese Frage zu beantworten.

Tauch ein in diese Geschichte – durch Videos, Installationen und interaktive Ausstellungsstücke.

100 Jahre feiert man nur einmal – lass dir diese einzigartige Möglichkeit nicht entgehen!

Samstag, 18. April 2026, 14:00 bis 20:00 Uhr im WUK, 1090 Wien, Währinger Straße 59

Starke Frauen beim Walk of FEM

Sterne für weibliche Stars

Wer kennt Käthe Diernesberger, Marie Donner, Camilla Estermann, Leopoldine Feichtinger, Ferdinanda Floßmann, Anna Gröblinger, Gisela Tschofenig-Taurer oder Cäcilie Zinner? Wer hat von ihnen schon etwas gehört, gelesen? Wer hat sich bisher an sie erinnert? Das frage ich mich bei den Namen, die in goldenen Sternen auf der Ernst-Koref-Promenade in Linz aufgetragen sind.

Sie alle waren starke Frauen. Egal ob Dienstmädchen, Arbeiterin, Wissenschafterin, Künstlerin, Politikerin, Betriebsrätin, Widerstandskämpferin, Sozialarbeiterin, Unternehmerin, Jüdin, Katholikin, – sie alle mussten sich durchsetzen, um ihre Position ringen, manche waren widerständig, verloren dabei sogar ihr Leben. Sie alle sind Vorreiterinnen für uns Frauen, sie hatten Kraft und Mut trotz vieler Widrigkeiten in ihrem Leben. Dies muss gewürdigt und es muss auch immer wieder daran erinnert werden. Und das wird es in Linz mit dem Walk of FEM, bestehend aus mittlerweile ca. 90 Sternen.

Doch wer waren sie? Hier drei Frauen, stellvertretend für die Vielen.

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Antifaschistischer Widerstand hat viele – weibliche – Gesichter

Veranstaltung
Mensch – Kämpferin – Märtyrerin
Schwester Restituta (Helene) Kafka und ihre Briefe aus der Haft

Im Kloster der Franziskanerinnen von der christlichen Liebe (“Hartmannschwestern”) in Wien Margareten besuchen wir die Dauerausstellung “Restituta – Glaube gegen NS”-Gewalt” und Sr. Ruth Beinhauer präsentiert ihr Forschungsprojekt zu den Briefen Sr. Restitutas / Helene Kafkas aus der Haft.

Eine Veranstaltung von arge fem KPÖ, DIALOP, Rote Spuren, transform.at, Franziskanerinnen von der christlichen Liebe, Verein Restituta-Forum

Anmeldungen noch bis 12. März 2026 möglich. Bitte gleich an: steiner@transform-network.net

Sr. Maria Restituta (Helene) Kafka war eine österreichische Ordens- und Krankenschwester und Widerstandskämpferin zur Zeit des Nationalsozialismus. Sie ist die einzige Ordensfrau, die von den Nazis für ihren Glauben und Widerstand nach einem Gerichtsprozess mit Todesurteil ermordet wurde. 1998 wurde sie als erste Märtyrerin Österreichs seliggesprochen.

“Sie hat geholfen ohne Rücksicht auf Nationalität oder Weltanschauung, ob jemand katholisch war oder konfessionslos oder kommunistisch war oder sozialdemokratisch oder christlich-sozial, da hat sie weder gefragt, noch hatte es irgendeine Bedeutung für sie. […] Sie hat die Menschen sichtlich wirklich gerne gehabt.”

Anna Haider, die 1942 vom Volksgerichtshof wegen kommunistischer Betätigung zu 15 Jahren zuchthaus verurteilt wurde, sprach 1946 im radio über ihre mitgefangene helene kafka.1

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Wer hat Angst vor Braunau

EU XXL – Filmreihe mit Gästen
Veranstaltungstipp

Mittwoch, 4. Februar 2026, 19.00 Uhr, Hauptbücherei am Gürtel, Wien

Die Hauptbücherei nimmt an der von Mercedes Echerer initiierten Filmreihe EU XXL teil. Zu jedem Filmabend laden wir einen ganz besonderen Gast ein, sich den Film vorher anzusehen, um ihn dann bei uns zu kommentieren, zu kritisieren, zu diskutieren.
Wer hat Angst vor Braunau? (Ö 2023, Dokumentarfilm 99 min, OF. Regie und Kamera: Günter Schwaiger Drehkonzept: Günter Schwaiger undJulia Mitterlehner)
Unser Gast: Antonia Plessing (Haus der Geschichte Österreich; Kulturvermittlung und Veranstaltungen)

Warum wurde in Österreich noch nie ein Film über Hitlers Geburtsort und -haus gedreht? Diese Frage stellte sich der Regisseur Günter Schwaiger, als er 2018 mit der Arbeit an diesem Film begann. Kurz zuvor war das Haus von der Republik Österreich enteignet worden. Fünf Jahre lang begleitet der Regisseur die spannenden Entwicklungen rund um die Nachnutzung von Hitlers Geburtshaus mit einem ganz persönlichen Blick. Vom Hinterfragen des Klischees der »braunen Stadt« bishin zu überraschenden und empörenden Entdeckungen führt ihn schließlich sein Weg bis in die eigene Familiengeschichte.

In Kooperation mit EU XXL Die Reihe.
Anmeldung unter ticket.wien.gv.at/M13STB

DU MUSST ES FÜR MICH TUN

Buchpräsentation/Lesung mit Eva Brenner

Mittwoch 5. November 19:00 Uhr
Transform Saal, Gusshausstraße 14/3, 1040 Wien

Seit knapp 30 Jahren arbeitet die Autorin Eva Brenner, mit Unterbrechungen, an der Recherche und Aufarbeitung der verschwiegenen jüdischen Vorgeschichte ihres Vaters Dr. Wilhelm Brenner (1917-1977). Er war angesehener Zahnarzt, Vizepräsident der Wiener Ärztekammer und geschickter Vermittler zwischen internationalen Standesvertretungen, Medizin und Politik. Zeitlebens sprach er nie über die Kriegszeit und seinen aus Galizien stammenden jüdischen Großvater Jakob Brenner. Jahrzehntelang kursierten in der Familie nur vage Gerüchte.

Eva Brenner sucht in diesem Buch nach Antworten auf Fragen nach ihrer Identität. Anhand von fiktiven Dialogen und Briefen nähert sie sich ihren Wurzeln und vor allem dem Schicksal ihres Vaters, der trotz seiner Abstammung das Nazi-Regime in Österreich überlebte und in der Nachkriegszeit als Zahnarzt zum hochangesehenen Standesvertreter seiner Zunft wurde. Die Verstorbenen werden zum Leben erweckt; koDiensequent und in aller Widersprüchlichkeit geht die Autorin auf Spurensuche der Familiengeheimnisse.

Das Buch (edition lex liszt, 2024) verweist auf die Ambivalenz von Erinnerungen und zeigt den Bruch mit der verlogenen Moral der Nachkriegsgesellschaft. Viele versuchten sich anzupassen, um in der totalitären Gesellschaft des NS-Regimes zu überleben. Die Tatsache, dass es unzählige Menschen mit ähnlichen, kaum erforschten Schicksalen gibt – die weder jüdisch (im Sinne des Judentums), noch nicht-jüdisch waren – macht das Buch zu einem mutigen Zeitdokument, begleitet von einem historischen Anhang von Renate Grimmlinger.

LINK zum Buch:
https://shop.lexliszt12.at/startseite/557-eva-brenner-du-musst-es-fur-mich-tun.html

Margarete Schütte-Lihotzky und Helene Kafka/Schwester Restituta – antifaschistischer Widerstand hat viele – weibliche – Gesichter

Die Bezirksvertretung Margareten hat im Juni beschlossen, dass ein “Walk of Fem” am Weg entlang der Wientalterrasse errichtet werden soll. Mit Sternen für zunächst fünf Frauen soll dieser Gedenkweg eröffnet und immer wieder erweitert werden: Smaragda Berg, Helene Kafka/Schwester Restituta, Helga Pankratz, Ines Rieder und Margarete Schütte-Lihotzky.

Bei dieser Veranstaltung werden zwei Frauen herausgegriffen und vorgestellt, die sehr unterschiedliche Lebensentwürfe hatten und die sie beide dennoch in den Kerker der Nazi-Diktatur brachten.

Mittwoch, 29. Oktober, 19:00 Uhr, 1040 Wien, Gußhausstraße 14
Eine Veranstaltung von ARGE FEM, transform.at, KPÖ Margareten

Die Autorin, Radio- und Filmemacherin Susanne Ayoub erzählt vom Leben der Franziskanernonne Helene Kafka, die wegen Hochverrates gegen das NS-Regime hingerichtet wurde. Sie spielt dazu Ausschnitte aus ihrem Ö1-Hörstück „Schwester Kafka“.

Claudia Krieglsteiner, Bezirksrätin und Klubobfrau von KPÖ/LINKS Margareten liest aus “Erinnerungen aus dem Widerstand” von Margarete Schütte Lihotzky und erzählt von ihren Begegnungen mit der Widerstandskämpferin.

Befreiung! Neuanfang? Leben nach dem Konzentrationslager

La Tregua (Die Atempause)

Eine Veranstaltung der Mauthausen Memorial/KZ-Gedenkstätte in Kooperation mit dem Filmmuseum

Die Befreiung der Konzentrationslager durch die Alliierten 1944/45 markiert einen Schlüsselmoment in der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Diese Filmreihe widmet sich bei freiem Eintritt diesem Ereignis und seinen Nachwirkungen.

La Tregua, Regie: Francesco Rosi, IT/DE/CH, 1997
Einführung: Tom Waibl (Österreichisches Filmmuseum)
Wann: Sonntag, 15.06.2025, 15:00 Uhr
Wo: Österreichisches Filmmuseum, Augustinerstraße 1, 1010 Wien
Eintritt frei

Francesco Rosis Verfilmung des gleichnamigen Romans von Primo Levi erzählt die Geschichte der qualvollen Rückkehr ins Leben nach den Schrecken und Grausamkeiten der Konzentrationslager.

Als die Rote Armee Auschwitz befreit, ist der junge italienische Chemiker Primo Levi (John Turturro) fast völlig verstummt. Zusammen mit anderen ehemaligen Häftlingen begibt er sich auf eine Odyssee durch Mittel- und Osteuropa, um Welt und Überleben überhaupt erst wiederzuentdecken. Auf langen Märschen, die den Schlachten der Roten Armee durch die Ruinen Russlands folgen, findet er allmählich seinen Lebenswillen wieder und beginnt zu schreiben. Er will Zeugnis ablegen von dem, was er erlebt hat – für all die Namenlosen und Verlorenen, die nicht mehr sind. Bei seinem Erscheinen löste La tregua eine heftige Kontroverse darüber aus, wie der Shoah oder dem Holocaust mit Bildern zu begegnen sei.
(Text: Österreichisches Filmmuseum)

Alle Informationen zur Reihe gibt es hier.

Erinnern für die Zukunft: Das Massaker im Zuchthaus Stein/Donau 1945

Heuer ist es 80 Jahre her, dass es am 6. April 1945 im Zuchthaus Krems-Stein – übrigens das größte der “Ostmark” – zu einem Massaker an hunderten politischen Häftlingen kam.

Während der NS-Gewaltherrschaft war die heutige Justizanstalt Krems-Stein das größte Zuchthaus (so nannte man damals die heutige Justizanstalt). Dieses war mit rund 1.800 Häftlingen – Widerstandskämpfer aus ganz Europa wurden hier eingesperrt, gequält und als Zwangsarbeiter ausgebeutet – mehr als überbelegt. Kurz vor Kriegsende kam die Weisung, alle Häftlinge sind freizulassen. Die Gefängnistore öffnen sich, doch SS, SA und Wehrmacht jagen und ermorden mehr als 500 Häftlinge.

Karl Reder beleuchtet in diesem Online-Vortrag die geschichtlichen Hintergründe und thematisiert dieses Massaker – die Ermordung von fast 500 Häftlingen am 6. April 1945.

Buchtipps zum Thema:

“Tod an der Schwelle zur Freiheit.

Das Zuchthaus Stein an der Donau wärend der Zeit des nationalsozialismus und die Ermordung von Häftlingen im April 1945″
von Karl Reder


Gebundene Ausgabe: 544 Seiten mit zahlreichen Abbildungen und Tabellen
CLIO-Verlag, Graz 2024
ISBN: 978-3-903425-20-0

“April in Stein”, Roman
von Robert Streibel


Gebundene Ausgabe: 260 Seiten
Residenz Verlag
ISBN: 978-3-7017-1649-4