
Wohin auch das Auge blicket, Moor und Heide nur ringsum. Vogelsang uns nicht erquicket, Eichen stehen kahl und krumm.
Wir sind die Moorsoldaten und ziehen mit dem Spaten ins Moor.
Hier in dieser öden Heide ist das Lager aufgebaut, wo wir fern von jeder Freude hinter Stacheldraht verstaut.
Wir sind die Moorsoldaten…
Wir haben das Lied vor 50 Jahren in der Gewerkschaftsjugend gelernt. In der ÖGJ hörte und las ich damals erstmals über den Nationalsozialismus, über das furchtbare Leid und den Widerstand.
„Vierfach ist umzäunt die Burg…“

„Morgens ziehen die Kolonnen in das Moor zur Arbeit hin. Graben bei dem Brand der Sonne, doch zur Heimat steht der Sinn.“
Jetzt bekommt das Lied eine neue inhaltliche Dynamik für uns. Wir sind mit den Räder aus Papenburg zur Gedenkstätte hier in Börgermoor gefahren. Wir stehen vor dem „Moorsoldaten aus Holz“ und den Informationstafeln und versuchen das Bild auf uns wirken zu lassen. Die Situation ist eingebettet in das alltägliche Geschen einer Baustelle und der Einfahrt zu einem Betrieb, wo die Einfahrtstür elektrisch gesteuert wird. Der Blick des Moorsoldaten in die Ferne gerichtet wie die Weite des Moors, die stramme Haltung als Ausdruck der Unterordnung in ein sadistisches System der SS, der schmale Körper, gekennzeichnet von Hunger und Sklavenarbeit. Stramm stehend mit dem Spaten, seinem Instrument der Unterdrückung.
Bis Kriegsbeginn waren hier Menschen inhaftiert, die vom NS-Regime aus politischen, rassistischen, sozialen oder religiösen Gründen verfolgt wurden. Hinzu kam eine weitaus größere Gruppe von Gefangenen, die wegen krimineller Delikt verurteilt worden waren

Nach Kriegsbeginn verlegten die Justizbehörden zunehmend auch von Wehrmachtgerichten verurteilte, ehemalige Soldaten in das Lager. Im September 1944 richtete die Wehrmachtshaftanstalt Münster eine selbständige Außenstelle im Lager ein1.
Weitere Eindrücke vom Besuch der Gedenkstätte Börgermoor















