1952 enthüllte Königin Juliana eine Statue von Mari Andriessen, die Im Park vor der portugiesischen Synagoge am Meijerplein steht. Die Figur stellt einen entschlossenen Dockarbeiter dar.
Mit diesem Denkmal (1) wird der Streiks im Februar 1941 gedacht, mit denen gegen die ersten Massenverhaftungen von Juden in Amsterdam am 22. und 23. Februar protestiert wurde. Bei diesen Verhaftungen wurden 425 jüdische Geiseln gefangenen genommen. Die gefangen genommenen Juden wurden in das Todeslager Mauthausen deportiert.
Dark Tourism
Ein Artikel in der Zeitschrift “soziologie heute” hat mich zu diesem Blogeintrag inspiriert. Was zieht TouristInnen auf den Zentralfriedhof? Klar sind das oft die Gräber und Denkmäler von KünstlerInnen und wichtigen Persönlichkeiten aus der Geschichte Österreichs.
Der Zentralfriedhof bietet zusätzlich eine große Anzahl historischer Erinnerungsstätten
- zu den Ereignissen der blutigen Unterdrückung der ArbeiterInnen im 19. und 20. Jahrhundert
- zu den Greueltaten des Austrofaschismus und Nationalsozialismus
- zu den Gedenkstätten der furchtbaren Weltkriege des 20. Jahrhunderts
- weiters die Gräber jener Menschen, die sich für Frieden, Gleichheit, Gerechtigkeit und Demokratie eingesetzt haben.
Natürlich sind mir Würde und Respekt vor allem den Opfern gegenüber sehr wichtig. Ich denke es ist in ihrem Sinne die heutigen Generationen über ihr Wirken und den oft brutalen Begleitumständen zu informieren. Aufklärung und Erinnerung sind ein Teil des Lernen aus der Geschichte und ermöglichen die notwendigen Rückschlüsse auf das hier und jetzt. Im oben angeführten Artikel wird auch die Verantwortung gegenüber der Vergangeheit angesprochen: Dark Tuorism
Der Zentralfriedhof im Geschichte-Netz von Wien
In den rund 32.000 Einträgen im Geschichte Wiki der Stadt Wien werden auch wichtige historische Denkmäler der ArbeiterInnenbewegung genannt. Mehr zum Geschichte-Wiki unter diesem Link.
Gruppe 40 – Gedenken in Hadersdorf

In den letzten Kriegstagen wurden in Hadersdorf 61 freigelassene politische Gefangene aus Wien auf dem Heimweg von der SS in ein Massengrab geschossen, das sie zuvor selbst ausheben mussten. Die ARGE der KZ-Verbände und WiderstandskämpferInnen Österreichs führen alljährlich eine Gedenkveranstaltung an diese 61 Opfer durch.
Details über das Massaker gibt es auf der Homepage der Gedenkstätte.
Gedenkstätte der Sozialdemokratie – Friedrich Adler
Er war ein konsequenten Kriegsgegner, der vor der Tötung des Ministerpräsidenten Karl Graf Stürgkh nicht zurückschreckt und dafür zu 18 Jahre Zuchthaus verurteilt wurde. Nach dem Krieg wurde er bereits im Nov. 1918 entlassen.
Er wurde zum Vorsitzenden des Arbeiterrates gewählt. Als 1923 die Sozialistische Arbeiter-Internationale wiedergegründet wurde er einstimmig zum Sekretär dieser Organisation gewählt. Er übte diese Funktion bis zu seiner Flucht nach Amerika vor den Nazis aus.
Sich einer ungerechten Herrschaft zu widersetzen ist kein Aufstand, obwohl eine solche Handlungsweise gewöhnlich gegen das Gesetz ist.
Friedrich Adler beim Schlussplädoyer seines Gerichtsverfahren 1916. (1)
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Gedenkstätte der Sozialdemokratie – Victor Adler
Als Armenarzt war er mit den katastrophalen Arbeits-, Lebens- und Gesundheitsbedingungen der arbeitenden Bevölkerung konfrontiert. Bald wusste, dass die Symptome der Krankheiten der AN-Innen nicht heilbar sind, wenn man Lebenssituation dieser Menschen von Grund auf radikal verändert.
Er war ein wichtige Triebfeder der Gründungsbewegung der Sozialdemokratie in Österreich. Für sein politisches Engagement wurde er 17 mal gerichtlich verurteilt, insgesamt 18 Monate ins Gefängnis gesperrt. Auch am 1. Mai 1890.
Gruppe 40 – Gedenktafel KZ Hinterbrühl
Am 4. August 1943 wurde in der Hinterbrühl ein Außenlager des KZ Mauthausen errichtet, in dem politische Gefangene aus ganz Europa im unterirdischen Heinkelwerk in der Seegrotte Kriegsflugzeuge für die deutsche Wehrmacht in Zwangsarbeit fertigen mussten. (1)
Im heutigen “Schaubergwerk Seegrotte” erinnert lediglich eine kleine Stein-Tafel, die in einem Seitenstollen angebracht ist, an jene Menschen, die hier Kampfflugzeuge für die Nazis bauen mussten. Unerwähnt bleibt, dass der Großteil von ihnen während der letzten Kriegswochen brutal ermordet wurde. (2)
Gruppe 40 – Gedenkstätte Spiegelgrund
Der Krieg gegen die “Minderwertigen”
Es herrschte Tötungshoheit in der “Jugendfürsorgeanstalt am Spiegelgrund”, so Waltraud Häupl in ihrer umfassenden Dokumentation über den Anstaltsarzt Heinrich Gross und die “Kinder vom Spiegelgrund”.(3)
Die Überreste von Hunderten Kindern, die in der NS-Zeit in dieser psychiatrischen Anstalt ermordet worden sind, wurden nach 60 Jahren hier bestattet. Die öffentliche Trauerfeier fand am 28. 4. 2002 am Wiener Zentralfriedhof statt.

Die Schachtgräber der Gruppe 40
Spanienkämpfer
Nach Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs 1936 meldeten sich rund 1400 österreichische Freiwillige zum bewaffneten Kampf an der Seite der Spanischen Republik. Über 300 von ihnen bezahlten ihren Einsatz mit dem Leben. Sie fielen entweder noch während des Bürgerkriegs oder fanden danach im Widerstand gegen das NS-Regime, als Angehörige der alliierten Armeen, in deutschen Konzentrationslagern oder – in wenigen Fällen – in stalinistischen Gefängnissen den Tod.
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