Ein Nachtrag aus unserer Studiereise vom letzten Tag in Thessaloniki.
Sissi begrüsst Christos Mais. Er studierte Wirtschaftswissenschaften an der Aristoteles-Universität Thessaloniki. Er besitzt einen Master-Abschluss in Buch- und Digitalmedienwissenschaften der Universität Leiden. Seine Dissertation über politisches Publizieren in Griechenland während der langen 1960er Jahre schloss er 2020 an derselben Universität ab.
Sein Referat umfasste vier Schwerpunkte:
Gibt es heute noch politische Debatten?
Mangel an Kritik und öffentlichem Dialog
Medienkontrolle durch spezifische wirtschaftliche und politische Interessen
„Wenn wieder Frieden sein wird…“ Leben, Liebe und Tod des Floridsdorfer Spanienkämpfers Karl Sequens
Ausstellungsort: Kulturankerzentrum Schlingermarkt Brünner Straße 34–38, 1210 Wien, Eingang: Brünner Straße 36 von 29.5.2026 bis 15.9.2026
Die Ausstellung basiert auf der Erzählung „Entwurf einer Liebe auf den ersten Blick“ von Erich Hackl (Zürich: Diogenes, 1999). Sie nähert sich dem Leben von Karl Sequens zwischen politischem Engagement, Exil und persönlichen Beziehungen und verknüpft die individuelle Biografie mit den historischen Ereignissen des Spanischen Bürgerkriegs sowie mit der Etablierung des Faschismus in Europa.
Eröffnung: Do, 28. Mai, 18:30 Uhr im Kulturankerzentrum Schlingermarkt Mit Veronica Kaup-Hasler, amtsführende Stadträtin für Kultur und Wissenschaft Erich Hackl, Schriftsteller
An der Fassade am Morzinplatz das Relieffries von Bildhauer Alfons Riedel, welches an die Opfer der Gestapo erinnert.
Zwei Politikwissenschaftler und Historiker machen sich mit einer Gruppe der Roten Spuren und begehen Geschichte. Wolfgang und Alexander holen Persönlichkeiten der Sozialdemokratie, die zu Beginn der Zweiten Republik wichtige Aufbauarbeit leisteten, ins Rampenlicht. Brigitte und Werner liefern die historischen Informationen zu den Stationen.
Zwei Beispiele aus dem Rundgang
Rudolfine „Fini“ Muhr 1– glühende Revolutionärin und ein Leben für den demokratischen Sozialismus. Als Betriebsrätin war sie Expertin zu Fragen und Problemen der Frauen in der Metallindustrie. Als Aktivistin bei den Revolutionären Sozialisten unterstützte sieOpfer im illegalen Kampf gegen die Austrofaschisten. Als Gründungsmitglied der SPÖ Hietzing nach 1945 war sie Mitglieder des Wiener Landtages und Gemeinderates. Von 1959 bis 1963 war sie Frauenzentralsekretärin der SPÖ und bis 1968 Mitglied des Bundesfrauenkomitees2.
Das Festival für ARBEIT, BERUF und BILDUNG 18. bis 22. Mai 2026
Wir haben uns am 1. Mai im Gartenbaukino AMS – Arbeit muss sein – das Preview zum Wiener Arbeitsfilmfestival angesehen. Der Film ist eine pointierte Systemkritik, wo das AMS als Vollzugsorgan der kapitalorientierten Arbeitsmarktpolitik bloß gestellt wird. Einerseits schreien fast täglich rechte, schwarze Wirtschaftsexpert:innen aus FPÖ, ÖVP und ihre „Lobbyclubs“ wie Agenda Austria, die Industriellenvereinigung und die Wirtschaftskammer, dass wir länger arbeiten müssen. Aber wo ist die Bereitschaft „ihrer“ Unternehmen ältere Arbeitslose Menschen zu beschäftigen.
Der Film taucht ein, garniert mit einer Brise Satire, in die Not einer 58-jährigen arbeitslosen Arztpraxishelferin. Sie verfängt sich im fiktionales AMS, das „Arbeitsplatz-Matching-System“. Sie findet sich wieder in eine Weiterbildungsklasse, wo beim Unterricht mit einem rechtspopulistischen Klangschalenzauberer der Keim der Solidarität entsteht. Trotz der späten Stunde saßen wir gebannt und fasziniert im Kino und warteten auf die nächsten solidarisch organisierten Gegenstrategien gegen ein System, dass Menschen zu Nummern, Statistikeinheiten reduziert.
Uns ist klar, dass viele Beschäftigte am AMS grossartige Arbeit leisten und sicherlich mit viel Empathie für die betroffenen Menschen tätig sind. Dahinter steckt allerdings auch ein System, das von Algorithmen, Daten und Statistiken geleitet wird.
Am 9. Mai 1945 endete in Europa der Zweite Weltkrieg, die deutsche Wehrmacht kapitulierte. Dieser Tag ist ein Freudentag, weil er das Ende des Mordens, der Folter, der Hinrichtungen und der Barbarei bedeutete. Österreich befreite sich nicht selbst, nur die wenigsten leisteten Widerstand. Der Kampf der Partisan*innen, unter anderem in Kärnten/Koroška, war dabei der wichtigste, effektivste und militärisch relevanteste „eigene Beitrag“ zur Befreiung Österreichs von der nationalsozialistischen Herrschaft.
9. Mai – Tag der Befreiung / Dan osvoboditve – Feier beim Partisan*innen-Denkmal Beginn: 14 Uhr Gruppe 88 am Wiener Zentralfriedhof
Das Foto wurde im Vorjahr bei der Gedenkfeier aufgenommen. Am 9. Mai 1986 wurde Wiens einziges Partisan*innen-Denkmal eingeweiht, somit feiern wir heuer sein 40-jähriges Bestehen.
Der Landesverband Wien österreichischer Antifaschist*innen, WiderstandskämpferInnen und Opfer des Faschismus (KZ-Verband/VdA Wien), der Klub slowenischer Student*innen in Wien / Klub slovenskih študentk*študentov na Dunaju (KSŠŠD), der Verband der Kärntner Partisanen und Freunde des antifaschistischen Widerstands / Zveza koroških partizanov in prijateljev protifašističnega odpora (ZKP) laden zu einer Feier beim Denkmal der jugoslawischen Partisan*innen.
Artikel von unserer Studienreise nach Kärnten und Slowenien
Wir begehen spannende historische Ereignisse und gehen spannenden historischen Fragen nach.
Termin: Montag 18. Mai 2026 um 17:00 Uhr Treffpunkt: Eingang Jean-Jaurés-Hof, Neilreichgasse 105, 1100 Wien Anmeldung bitte per E-Mail an rote.spuren@chello.at
Was haben Jean Jaurés und Victor Adler gemeinsam? Weshalb wurden Schutzbündler für die Erstürmung eines leeren Polizeiwachzimmers verurteit? Eine der ersten großen Gewerkschaften haben tschechische „Migrant:innen“ gegründet. Wer war einer der ersten Investigativ-Journalisten? Wie wurde aus einem Industriegelände eine Gstettn und daraus ein Erholungsgebiet? Treten sie mit uns durch das Tor von MA 2412.
Station: Jean-Jaurés-Hof (im Hof)
Station: Mithlinger Siedlung (Rasenstadt) – Enstehungsgeschichte und Daten über den Bau
Station: Februarkämpfe 1934
Station: Jüdische Vertreibung in Rasenstadt mit einzelnen Lebensgeschichten
Station: Gedenktafel Friemel – NS-Widerstand
Station: Aussichtspunkt ehemalige Ziegelfabriken – Ziegelarbeiter, Arbeiten, Wohnen und Freizeitgestaltung der Arbeiterfamilien
Station: Grüngürtel um Wien – Wilfried Kirchner
Unsere Rundgänge sind für alle Teilnehmer:innen GRATIS! Wir freuen uns auf zahlreiche Anmeldungen.
Am Vorabend zum 1.Mai 1891erschien in der Arbeiterzeitung1 in der Rubrik „Es lebe der Achtstundentag“ dieser Artikel. Victor Adler meinte: „Das allgemeine Wahlrecht ist die Voraussetzung für die ökonomische Befreiung der Arbeiter:innen!“
Bei uns ist das Wahlrecht an den Besitz der österreichischen Staatsbürgerschaft geknüpft – ist das noch gerecht?
Das Wahlrecht ist ein zentrales Teilhaberecht in einer Demokratie. Mehr als ein Drittel der Menschen in Wien im wahlfähigen Alter können nicht bei der Wahl mitbestimmen, das sind rund 600.000 Einwohner:innen. Bei uns ist das Wahlrecht an den Besitz der österreichischen Staatsbürgerschaft geknüpft – ist das noch gerecht? ÖAW-Politikwissenschaftlerin Monika Mokre meint in einem Interview2: Alle zahlen Steuern, alle unterliegen Gesetzen – warum also nicht auch mitbestimmen? Viele, die derzeit ausgeschlossen sind, leben schon zehn Jahre oder länger hier, manche sind hier geboren. Sie beschreibt Modelle des Wahlrechts, die an eine gewisse Aufenthaltsdauer gebunden sind. Monika Mokre nennt eine fünfjährige Aufenthaltsdauer zum Erhalt der Wahlbetechtigung. Ich persönlich denke, dass eine zweijährige Aufenthaltsdauer zur Teilnahme an allen Wahlen berechtigen soll.
Brigitte und ich waren eingeladen bei einem Podcast der Gewerkschafter:innen gegen Rassismus & Sozialabbau. Eine vierteilige Serie zu diesem Thema. Im Teil 1 gehen wir vom Gewaltdreieck von Johan Galtung in der Arbeitswelt aus und diskutieren was es braucht, dass gewaltfreie Erziehung und Diskussion möglich ist.
Uschi und Willi haben uns aus Oberpullendorf zwei Fotos zukommen lassen. Wir erinnern an diesem Blogeintrag an das Schicksal der Rominija im Burgenland. Eine Ansiedlung von Romafamilien in Oberpullendorf ist erstmals im 19. Jahrhundert belegt1.
Sofort nach dem „Anschluss“ setzten die Verfolgungsmaßnahmen gegen die Roma ein. So wurde der Rom Julius Karall Opfer der rassistischen Politik.
Meine beiden Verurteilungen wegen Übertretung nach dem § 156 StG und § 129 1 StG durch das Landesgericht Wiener Neustadt erfolgten zu dem Zwecke, um bei mir die Voraussetzung einer Entmannung künstlich zu konstruieren. Ich konnte mich in diesen Strafverfahren als Angehöriger der Zigeunerrasse nicht entsprechend verteidigen, da ich nur mangelhaft die deutsche Sprache beherrsche und auch sonst weder lesen noch schreiben kann. Ich habe daher in diesen Verfahren die mit mir aufgenommenen Protokolle nicht lesen und daher nicht überprüfen können. Ich war in diesen Strafverfahren völlig rechtlos und der Willkür der nationalsozialistischen Richter ausgeliefert2.
»Auf dem Hohen Markt in Wien ging es am 31. Oktober 1722 ungewöhnlich lebhaft zu. Immer mehr Menschen sammelten sich vor dem dortigen Gerichtsgebäude, der Schranne. Vor dem Haus ragte ein frisch gezimmerter Galgen in den grauen Herbsthimmel hinein. Zwei Menschen sollten vor dem Volk der Neugierigen hingerichtet werden! Es handelte sich, wie ein zeitgenössischer Chronist schrieb, um >zweien der halsstörrigsten Schuhknechte als freventliche Verächter der landesfürstlichen Befehle und Stöhrer der allgemeinen Ruhe, und fünf der anderen Widerspenstigen mußten zu ihrer und ihresgleichen Erspiegelung bey der Vollziehung des Urtheils gegenwärtig seyn1.«
Von den ersten Bemühungen von Arbeitern (Schuhmachern in der Monarchie), die von Habsburgern brutalst unterdrückt wurden zum Beginn der Repuplik.
Das Denkmal der Republik ist kein Denkmal der Republik
Denkmal der Republik
Woraus ergibt sich dieser Widerspruch? Das Denkmal zum 10jährigen Bestehen der Republik, wurde 1928 von der Gemeinde Wien errichtet. Weshalb wohl? – Eine Erklärung für mich ist, dass der damalige Bundeskanzler Ignaz Seipel und konservative Parteien gar kein Interesse an einer demokratischen Republik mit einem Parlament, wo Parteien und Abgeordnete das Staatsgeschehen mitentscheiden, hatten. In Wirklichkeit begann die Beseitigung der Demokratie und der Institutionen und der Partei der Arbeiter:innenbewegung, die 1934 vollendet wurde.