Die atemberaubende Biografie von Marie Langer reflektiert die globalen Umwälzungen des 20. Jahrhunderts.
Fesselnd und anhand zahlreicher Anekdoten plaudert Marie Langer in ihren „Erinnerungen” über ihre Kindheit und Jugend in Wien, ihre Familie, ihren Werdegang als Ärztin und Analytikerin, das politische Engagement nicht nur im Spanischen Bürgerkrieg und ihr Ankommen in Lateinamerika.
Ulrike Schmitzer hat die Erinnerungen von Marie Langer jetzt herausgegeben. Neben Ulrike Schmitzer ist auch Irene Filip auf dem Podium, die Betreuerin des Spanienarchivs des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes. Es moderiert Matti Bunzl.
Marie Langer (1910 in Wien–1987 in Buenos Aires) war eine österreichische Ärztin und Psychoanalytikerin. 1933 wurde sie Mitglied der bald darauf verbotenen Kommunistischen Partei Österreichs, 1935 schloss sie ihr Medizinstudium ab und arbeitete in der Frauenabteilung einer psychiatrischen Klinik. 1936 engagierte sie sich mit ihrem späteren Ehemann Max Langer im Spanischen Bürgerkrieg (Sanitätsdienst der Internationalen Brigaden), 1939 heirateten sie und gingen nach Uruguay, 1942 nach Argentinien. Dort arbeitete Marie Langer als Psychoanalytikerin und engagierte sich weiterhin politisch. 1974 musste sie Argentinien verlassen, weil ihr Name auf den Todeslisten der Alianza Anticomunista Argentinia stand. Zunächst ging sie nach Mexiko, später nach Nicaragua, wo sie weiterhin als Analytikerin tätig war.
Erscheinungstermin: 9. März 2026 ISBN: 978-3990651490
Nicolas Cassandras, aus dem Französischen übersetzt von Martin Donner, 1968 erschienen im Verlag des ÖGB
Skylla ist ein Meeresungeheuer aus der griechischen Mythologie Die Charybdis (Χάρυβδις) war ein gestaltloses Meeresungeheuer aus der griechischen Mythologie, das gemeinsam mit der Skylla in der Straße von Messina lebte.
Bei der Zusammenfassung der Texte habe ich versucht die starken antikommunistischen Darstellungen und Haltungen, von denen große Teile der Sozialdemokratie und Gewerkschaften, nach 1945 bis in die jetzige Zeit geprägt sind, abzuschwächen und heraus zu filtern. Diese „inhaltliche Gratwanderung“ wird aber durch andere Texte unseres „Readers“ ausgeglichen. Für die Begriffserklärungen habe ich anderen Quellen verwendet. Es war hilfreich, weil es für mich ein weiterer Leitfaden durch die griechische Geschichte des 20. Jahrhundert war.
Diktatur, Krieg, Besetzung und Widerstand
Die Auflösung der Republik im Jahre 1935 hatte einerseits die Restauration derMonarchie zur Folge, andererseits wurde durch sie wiederum eine grosse wirtschaftliche Krise im Land ausgelöst. So kam es zur Bildung einer vom König eingesetzten Regierung, zunächst unter dem Vorsitz des Professors Demertzis’ und später, nach dessen Tod, unter General Metaxas. Mit Ausnahme der Fraktion Papandreous’ stimmten alle Parteien im Parlament für diese Regierung. Dennoch stützte sich Metaxas bei seinen autoritären Maßnahmen nicht auf dieses Parlament, das, seiner demokratischen Grundrechte beraubt, ihn ohnedies gewähren lassen musste, sondern auf den König und die hinter diesem stehende, von Parteien- und Klassengegensätzen unbehelligte Armee. Die Stunde der Diktatur war gekommen, und als sich Metaxas am 4. August 1936 an der Spitze eines Diktatur-Regimes präsentierte, waren die Parteien bereits vollständig ausgeschaltet. Als Begründung für diesen Schritt diente die „kommunistische Gefahr“, obwohl die KKE bei den im letzten Jahr abgehaltenen Wahlen nur 5,75 Prozent der Stimmen erhalten hatte.
Wie in jeder Diktatur so wurden auch hier die Arbeiter-Organisationen durch einzelne Reformen und Konzessionen beschwichtigt, wie zum Beispiel durch die Einführung moderner Kollektivverträge, die freilich schon mit dem nächsten Federstrich in ihrer Wirkung wieder stark eingeschränkt wurden, weil man das Streikrecht und die Regelung der Agrarfrage ausklammerte.
Derartige Köder für die Masse der Lohnempfänger sind nicht nur für Diktaturen typisch, sondern sie spiegeln den Zwiespalt aller jener Regierungen wider, die das Entstehen einer starken und autonomen Arbeiterbewegung verhindern, zugleich aber die Energie der Arbeiterschaft in den bestehenden Staatsapparat einbauen wollen: nicht um die Volkswirtschaft zu stabilisieren, sondern um die an der Macht bestehende Gruppe zu unterstützen. Ferner suchte man auch die Gewerkschaftsbewegungen in das herrschende politische System zu integrieren und machte den damaligen Generalsekretär des Griechischen Gewerkschaftsbundes zum Arbeitsminister; die Einführung der Pflichtabgabe an Stelle der freiwilligen Beitragsleistung an die Gewerkschaft hat den Gewerkschaftsführern jener Zeit den Spitznamen >>Ergatopateres<< (Arbeiterväter) eingetragen.
Zugleich wurden die politischen Parteien verboten und ihre führenden Leute deportiert, wie zum Beispiel Kafantaris, Papandreou, Kanellopoulos, Theotokis; Michalakopulos starb auf einer kleinen Insel man hatte ihm keinerlei ärztliche Hilfe zuteil werden lassen.
Der Zweite Weltkrieg
Die grosse Masse der Arbeitnehmer:innen, die angesichts von täglichen und stündlichen Verhaftungen, der Erschiessung als Geisel oder von der Deportation in ein Konzentrationslager bedroht war, suchte durch Massenflucht aus den Städten einen Ausweg. Die Nationale Befreiungsfront EAM, die auf Initiative der KKE gegründet wurde, war das ideologische und organisatorische Sammelbecken für all diese unzufriedenen und widerstandsbereiten Griech:innen. Die Schlagkraft der KKE offenbarte sich am Tage des Einmarsches der deutschen Truppen. sie organisierte die EAM und stellte wenig später eine eigene Armee auf, die ELAS, die Armee der Nationalen Befreiungsfront; diese Tatsache sollte in dem für Griechenland so wichtigen Partisanenkrieg gegen die Fremdherrschaft und auch nach der Befreiung eine wesentliche Rolle spielen. Die anderen politischen Kräfte des Landes hatten dem nicht annähernd Gleichwertiges entgegen zu setzen. Bedeutung erlange noch die EDES, die Nationale Armee des demokratischen Griechenlands. Die starke Position der ELAS in den Städten und Dörfern (Mitte 1943 hatte die ELAS ca. 50.000 Männer und Frauen unter Waffen) führte auf Initiative der KKE im Frühling 1943 zur Gründung der sogenannten Bergregierung, der Politischen Kommission für die Nationale Befreiung (PEEA), an der Anhänger verschiedener politischen Richtungen teilnahmen.
Der Bürgerkrieg von 1944 bis 1949
Im Buch wird der Bürgerkrieg in drei Abschnitte (Stadien) unterteilt:
Erstes Stadium: Liquidierung aller zur KKE gegensätzlich eingestellten Organisationen noch während der deutsche Besatzungszeit. Ein bewaffneter Aufstand innerhalb der griech. Armee im Nahen Osten scheiterte. Das führte zum „Libanon Abkommen“.
Zweites Stadium: Dezemberrevolte in Athen und ihre Zerschlagung durch die britische Armee.
Drittes Stadium: Die KKE boykottiert die Wahlen von 1946; Bürgerkrieg von 1946 bis 1949.
Der Autor des Besuches nennt für die Gründe des Bürgerkriegs einerseits die Kompromisslosigkeit der KKE bezüglich der Eingliederung in den Sowjetblock, und dass es keine weiteren relevanten griechischen Widerstandsbewegungen gegeben hat.
Dezemberrevolte1944
Ich greife auf einen Text der Rosa-Luxemburg-Stiftung zurück, denn der Autor schildert (auch durch seine Nähe zur Zentrumspartei), dies als eine Auseinandersetzung zwischen KKE und der Britischen Armee
Die Dekemvriana (Dezemberereignisse), bei denen britische Truppen und griechische Regierungssoldaten gegen kommunistische griechische Widerstandstruppen kämpften, sind zwar ein bedeutendes historisches Ereignis des Zweiten Weltkriegs, außerhalb Griechenlands allerdings weitgehend unbekannt. Winston Churchill verhinderte und blockierte jede Einigung und Vereinbarung mit der EAM. Die KKE kündigte für den 3. Dezember eine Kundgebung auf dem Syntagma-Platz und einen Generalstreik an. Als der erste Block der Demonstration den Platz betrat, eröffnete die Polizei das Feuer und tötete 13 Demonstrant*innen und verletzte 60. Heutzutage ist bekannt, dass es Polizeichef Angelos Evert war, der den Befehl erteilte, auf die unbewaffnete Menge zu schießen. Bis Januar 1945 sollte die britische Regierung rund 70.000 Soldaten nach Griechenland entsenden – mehr, als sie 1941 geschickt hatte, um die griechische Verteidigung gegen die drohende deutsche Invasion zu unterstützen. Die überwältigende Überlegenheit der Briten zwang die ELAS-Führung am Abend des 4. Januars 1945, den Rückzug ihrer Streitkräfte aus Athen anzuordnen. Die britischen Truppen bombardierten die Reihen der sich zurückziehenden Partisan*innen und töteten viele von ihnen. Mit der Unterzeichnung des Waffenstillstands am 11. Januar 1945 wurden die Kämpfe beendet. Die Bilanz der Gefechte spiegelte ihre Grausamkeit wider: In nur einem Monat gab es 70.000 Verletzte, 5.500 Tote und 25.000 Vertriebene.
Die Gewerkschaftsbewegung von 1948 –
Zurück zum Buch – Die politische Vertretung der Arbeiterklasse wurde seit der Befreiung im wesentlichen von der KKE wahrgenommen. Nach ihrer Verbannung in die Illegalität übernahm dies die EDA. Ab 1948 geriet die Gewerkschaftsbewegung und den Einfluss von Bürokraten, die in Wirklichkeit den Interessen der Unternehmer oder den an der Macht befindlichen Politikern, dienten. Die Finanzierung der griechischen Gewerkschaftsbewegung erfolgte durch einen Pflichtbeitrag, der von allen Arbeitern und Angestellten, ob sie organisiert waren oder nicht, eingehoben wurde. Über einen staatlichen Fonds wurde die Einnahmen an die einzelnen Gewerkschaften verteilt. Dieser Beitrag, der pro Jahr die Höhe eines Monatsgehaltes erreicht, war ein Überbleibsel aus der Diktatur von 1938. Selbst Gewerkschaften der Tabakarbeiter, der Seeleute, der Eisenbahner und der Bankangestellten müssen ihre Pflichtbeiträge an den Staat abliefern. Die Folgen dieser Zwangsreglementierung waren für die Gewerkschaften verheerend, weil die Gewerkschafter:innen von der Staatsgewalt abhängig gemacht wurden und die Interessen der Mitglieder in den Hintergrund traten. Die Gewerkschaftsfunktionär:innen orientierten sich mehr an den staatlichen Interessen und vernachlässigten ihre Pflichten gegenüber den Mitgliedern und an der Organisierung neuer Mitglieder. Die Führungseliten der Gewerkschaften entwickelten sich zu Apparatschiks, die mit allen Mitteln, und nicht immer mit den feinsten, an der Macht und auf ihren Posten zu bleiben gewillt waren. Fälschung von Wahlergebnissen, nötigenfalls mit Unterstützung der Polizei waren an der Tagesordnung. DiesenGewerkschaftsbosse gingen mit dem Spitznamen „ergatopateres“ in die Geschichte ein.
Der König als Wegbereiter der Militärdiktatur
Die durch königlichen Erlass verfügte Absetzung Papandreous führte zu einer tiefen politischen Krise und gleichzeitig zu einem Proteststurm im ganzen Land. Die Folge war, dass das antimonarchistische und demokratische Bürgertum seine Furcht von den Kommunisten hintanstellte und sich eine Volksfront bildete in der die Sprecher der EK gemeinsam mit der EDA auftraten. Zwischen 15. Juli und 15. September 1963 glich die Situation in Athen einer permanenten Revolution, getragen von Student:innen. Der König setzte mit abtrünnigen Abgeordneten der Zentrumspartei eine Regierungsumbildung durch. Dieses Kabinett hatte eine Lebensdauer von 14 Monaten bis Dezember 1966. Eine Welle von Streiks erschütterte das soziale und wirtschaftlichen Gefüge des Landes. Es gelang nicht Neuwahlen zu erzwingen und man schätzte die Machtfaktoren, die hinter Polizei, Gendarmerie und Armee völlig falsch ein. Die rechten Strömungen Griechenlands wollten unbedingt freie Wahlen, die am 29. Mai 1967 stattfinden sollten, unterbinden, denn es bestand aus ihrer Sicht die Wahrscheinlichkeit, dass die Zentrumspartei EK die Mehrheit bekommen würde. Am 21. April 1967 kam es zu einem Militärputsch einer ganz kleinen Gruppe von Offizieren.
Veranstaltung Mensch – Kämpferin – Märtyrerin Schwester Restituta (Helene) Kafka und ihre Briefe aus der Haft
Im Kloster der Franziskanerinnen von der christlichen Liebe (“Hartmannschwestern”) in Wien Margareten besuchen wir die Dauerausstellung “Restituta – Glaube gegen NS”-Gewalt” und Sr. Ruth Beinhauer präsentiert ihr Forschungsprojekt zu den Briefen Sr. Restitutas / Helene Kafkas aus der Haft.
Sr. Maria Restituta (Helene) Kafka war eine österreichische Ordens- und Krankenschwester und Widerstandskämpferin zur Zeit des Nationalsozialismus. Sie ist die einzige Ordensfrau, die von den Nazis für ihren Glauben und Widerstand nach einem Gerichtsprozess mit Todesurteil ermordet wurde. 1998 wurde sie als erste Märtyrerin Österreichs seliggesprochen.
“Sie hat geholfen ohne Rücksicht auf Nationalität oder Weltanschauung, ob jemand katholisch war oder konfessionslos oder kommunistisch war oder sozialdemokratisch oder christlich-sozial, da hat sie weder gefragt, noch hatte es irgendeine Bedeutung für sie. […] Sie hat die Menschen sichtlich wirklich gerne gehabt.”
Anna Haider, die 1942 vom Volksgerichtshof wegen kommunistischer Betätigung zu 15 Jahren zuchthaus verurteilt wurde, sprach 1946 im radio über ihre mitgefangene helene kafka.1
Die Wiener Gemeindebauten waren in der Zwischenkriegszeit des 20. Jahrhunderts eines der bahnbrechenden Projekte der sozialdemokratischen Wohnungs- und Sozialpolitik. Der Sammelband schlägt eine Brücke vom Austrofaschismus bis zum Ende der NS-Herrschaft.
Nach Überblicksdarstellungen zur Geschichte des Gemeindebaus in Wien, zu personellen Brüchen und Kontinuitäten zwischen den beiden Diktaturen und zu Fragen des Mieterschutzes widmen sich mehrere Beiträge anhand von ausgewählten Gemeindebauten dem Schicksal der dort lebenden Menschen, die als Jüd*innen verfolgt und gekündigt bzw. aufgrund ihres widerständigen Verhaltens Opfer polizeilichen und juristischen Unrechts wurden. Biografien von verfolgten Männern, Frauen und Kindern schließen den Band ab, gleichsam als „Gedenkbuch“ für die Opfer von Gewalt und Terror in den Gemeindebauten.
Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Mag.a Dr.in Claudia Kuretsidis-Haider ist Historikerin. Sie leitet die Abteilung Historische Sammlungen am Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes. Die thematischen Schwerpunkte ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit sind: Ahndung von NS-Verbrechen in Österreich und im internationalen Kontext, Holocaustforschung, Widerstandsforschung, Gedenkpolitik und Erinnerungskultur(en)
Da wir viele Mitglieder in Oberösterreich haben, sammelten wir Informationen zu den Gedenkveranstaltungen über den 12. Februar 1934.
Zum 92. Mal jährt sich am 12. Februar der Gedenk- und Erinnerungstag für jene Genoss:innen, die 1934 durch ihr Eintreten für Demokratie und Freiheit ihr Leben lassen mussten. Das Motto der traditionellen Februar-Matinee ist dieses Jahr: „Propaganda 2.0: Widerstand gegen Faschismus im digitalen Zeitalter“.
Termin: 8. Februar um 08:15
08:15 Kranzniederlegung beim Anton Bulgari-Denkmal am Bulgariplatz
09:15 Gedenken im Hof der Landstraße 36 Musikalischer Rahmen: SPÖ Blasmusikorchester
10:30 Sonntagsmatinee Eröffnung durch Landesrat Mag. Martin Winkler
Themenimpulse von: Tamara Ehs, Politikwissenschafterin und Demokratieberaterin Yasmin Maatouk, Moderatorin, Sprecherin und Schauspielerin
Vor 92 Jahren, am 12. Februar 1934, kämpften sozialdemokratische Arbeiter:innen gegen den Austrofaschismus und für die Demokratie. Der Widerstand der Arbeiter:innenbewegung wurde gewaltsam zerschlagen – viele Menschen verloren dabei ihr Leben.
Am 12. Februar 1934 erreichte sie schon am frühen Morgen ein Anruf von Otto Leichter, dem engsten Mitarbeiter von Oscar Pollak un der Arbeiter-Zeitung. Ohne genauere Kenntnis zu haben, eilten alle, die verständigt werden konnten, in den Verlag. In Linz hatten die Kämpfe begonnen. Der Schutzbund in Linz leistete Widerstand bei der Durchsuchung der Räumlichkeiten im Parteiheim Hotel Schiff. Die Wiener Polizeidirektion gab Weisung noch in den Vormittagsstunden die Redaktionsräume der sozialdemokratischen Presse im Vorwärts-Haus zu bestzen. Dort hatte man vergeblich auf eine Nachricht der Parteiführung gewartet, um zumindest ein Flugblatt zu drucken. Es war ein Verzweiflungsaufstand, weitgehend führungslos und der Ausgang war klar.1
Die Opfer in ganz Österreich nach offiziellen Angaben: 118 Tote und 486 Verletzte aufRegierungsseite, 196 Tote und 319 Verwundete auf der Seite der Verteidiger der Demokratie. Neun Schutzbündler wurden standrechtlich gehenkt, mehr als 1200 eingekerkert.2
Das offizielle Februargedenken der SPÖ- Wien findet am:
Verhaftung und Tod Münichreiter musste auf einer Tragbahre in den Gerichtssaal gebracht werden, durch seine Schussverletzungen konnte er weder gehen noch stehen. Zwar galten Schwerkranke laut Gesetz als nicht verhandlungsfähig, doch der sachverständige Arzt Dr. Sauer erklärte, dass Münichreiters Verletzungen „nicht als schwerkrank im Sinne des Gesetzes“ anzusehen seien. Mehr dazu…
Mittwoch, 4. Februar 2026, 19.00 Uhr, Hauptbücherei am Gürtel, Wien
Die Hauptbücherei nimmt an der von Mercedes Echerer initiierten Filmreihe EU XXL teil. Zu jedem Filmabend laden wir einen ganz besonderen Gast ein, sich den Film vorher anzusehen, um ihn dann bei uns zu kommentieren, zu kritisieren, zu diskutieren. Wer hat Angst vor Braunau? (Ö 2023, Dokumentarfilm 99 min, OF. Regie und Kamera: Günter Schwaiger Drehkonzept: Günter Schwaiger undJulia Mitterlehner) Unser Gast: Antonia Plessing (Haus der Geschichte Österreich; Kulturvermittlung und Veranstaltungen)
Warum wurde in Österreich noch nie ein Film über Hitlers Geburtsort und -haus gedreht? Diese Frage stellte sich der Regisseur Günter Schwaiger, als er 2018 mit der Arbeit an diesem Film begann. Kurz zuvor war das Haus von der Republik Österreich enteignet worden. Fünf Jahre lang begleitet der Regisseur die spannenden Entwicklungen rund um die Nachnutzung von Hitlers Geburtshaus mit einem ganz persönlichen Blick. Vom Hinterfragen des Klischees der »braunen Stadt« bishin zu überraschenden und empörenden Entdeckungen führt ihn schließlich sein Weg bis in die eigene Familiengeschichte.
In Kooperation mit EU XXL Die Reihe. Anmeldung unter ticket.wien.gv.at/M13STB
R. sendet uns einen Hinweis zu einem Artikel im Standard. In diesem “Kommentar der anderen” von Asma Aiad geht es um die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Bevor wir auf diesen Artikel näher eingehen, einige Vorbemerkungen dazu.
Teilhabe ist ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Systeme. Sehen wir einmal genauer hin. Nehmen wir ein paar Bereiche genauer unter die Lupe. Es gibt im Arbeitsverfassungsgesetz die Regelung, dass ab 5 Arbeitnehmer:innen ein Betriebsrat (Kollegialorgan) gewählt werden kann. Die Wirtschaftskammer hat zu dieser Regelung keine Meinung, und na klar sie gibt keine Anleitung zum Verhalten. Lassen wir mal die Demokratie die Beschäftigen selber machen. Wählen sie Kolleg:innen und Betriebsrät:innen und fordern sie sogar ihre gesetzlich verbrieften Rechte ein – sind sie lästig, werden angefeindet, usw. Natürlich gibt es Unternehmen, die diesbezüglich vorbildlich agieren. Aber die große Frage im Wissen über die Realität in den Betrieben ist: “Ist das mehrheitlich in den Betrieben so?”
Fragen sie mal ihre Kinder oder Jugendlichen – was sie so alles erleben, wenn man Klassensprecher:in oder Schulsprecher:in ist. Manche Lehrer:innen instrumentalisieren die Klassensprecher:innen, manche lehren sie vorbildlich demokratische Spielregeln. Aber ist es demokratisch sinnvoll dies der Einstellung des/der Lehrer:in zu überlassen. Wie schon Otto Glöckel anfangs des 20. Jhdt. meinte: “Wir brauchen Demokraten und keine Untertanen!” Eine Post, die schon mehr als 100 Jahre unterwegs ist und bei manchen nicht angekommen ist. Verzogen oder sagt man ungezogen…….???
“Zentralstelle” für systematische Beraubung, Vertreibung und Ermordung österreichischer Jüdinnen und Juden
Unmittelbar nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 wird das Gebäude von NS-Behörden beschlagnahmt und dient bald als Sitz der von Adolf Eichmann gegründeten „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“.
Nach dem Zweiten Weltkrieg werden die Liegenschaften der Rothschild-Familie restituiert. Die Arbeiterkammer Wien erwarb zwei davon, die Theresianumgasse 16-18 (heute das AKBildungszentrum) und die Prinz-Eugen-Straße 20-22, die seit 1960 als Hauptsitz der Arbeiterkammer Wien fungiert.
Erinnerungsort “Schaltstelle des Terrors” Eine Ausstellung in der AK zeigt 30 ausgewählte NS Täter:innen-Biografien
Danke an Rainer für den Tipp zu dieser Ausstelllung