Eindrücke aus Barcelona und WER baute wirklich die Sagrada Familia?

Christian mit einem Vorortbericht aus Barcelona

Die Sagrada Famiglia ein Kirchenbau den Gaudi als Architekt 1883 begonnen hat zu bauen ist wirklich imposant. Es zeigt die Bibelgeschichte in all seinen Facetten mit vielen Früchten die bunt auf Türmen sichtbar sind etc.

Wie so oft wird behauptet er habe sie zu bauen begonnen – er ist der Archtekt und Ideenbringer eh genial – aber die die sie bauen, arbeiten heute noch in luftigen Höhen. Dort oben gehen Bauarbeiter herum und haben Bauplätze eingerichtet mit Werkräumen und Jausenplätzen.

Der Pabst war ja auch die Tage in Spanien und hat einen Turm der Kirche eingeweiht. Hat er die Arbeiter:innen auch gesegnet?

Jedenfalls war es irgendwie überwältigend zu sehen wie Kirche auch mit Licht durchflutet sein kann, man spürt irgendwie die Absicht Gott dieses unerklärliche Wesen mit Licht sichtbar zu machen.


Und sonst ist die Stadt lebendig und gar nicht so laut. Viele zum Teil uralte Bäume – Platanen die ganze Straßenzüger überspannen und somit Schatten spenden. Viele unterschiedliche Bezirke. menschenleere Seitenstraßen und dann wieder Einkaufsstraßen mit Securities die mit einem Horcherl im Ohr und schwarzen Anzug die Türe öffnen wenn mal eine Lady mit vielen Einkaufstaschen rauskommt. Die Einkaufstaschen trägt da im Regelfall eien Begleitperson meist ein biologisch erkennbarer Mann.

Eine schöne Beobachtung: Auf den Straßen sind auch Menschen die offenbar obdachlos sind und da saß ein Mann mit stressverzehrtem Gesicht erstarrt auf einem Schaufenstersockel schon längere Zeit. Daneben eine kleine Bäckerei und eine Gruppe von vier Herren die sich unterhalten und Kaffeetrinken. Plötzlich steht einer von diesen auf, geht auf den Menschen der dort sitzt zu und fragt ihn ob Kaffee mag. Dann geht er an die Budel der Bäckerei kauft einen Kaffee und ein Croisant und bringt es dem Mann am Schaufenster. Setzt sich wieder zu seiner Runde und es wird weiter palavert. Es wirkte wie eine selbstverständliche Geste ohne Aufhebens darum.

Wie ist das Sozialsystem in Spanien hab ich mich gefragt und noch keine Antwort über Details. Was auch bemerkenswert war, es gibt offenbar Wohnungsnot bzw. teure Wohnungen die Menschen auf die Straße treiben – mit Trolleys zum Teil wirken sie nicht wie Touristen sondern gehen in der Stadt herum und auf bemalten Wänden sind Texte formuliert wie – Tourismus ist der neue Kollonialismus. Oder Tourists are not welcome und das am Weg zu einem Park namens Gruell der als Touristenattraktion gilt.

Würzburger Stolpersteine

Am 29. Oktober 1941 wurden alle Mitglieder der Familie BUKOFZER nach Litzmannstadt (Lodz) deportiert und von dort in das Vernichtungslager Kulmhof (Chelmno). Dort wurden alle vier ermordet.

„Stolpersteine“ ist ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, mit dem an Menschen erinnert wird, die zwischen 1933 und 1945 von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden.

In Würzburg gibt es Stolpersteine seit 2006. Das Projekt wurde von Benita Stolz und Helmut Försch initiiert und wird von der Stadt Würzburg unterstützt.
Wir nutzten den Geocaching -Rundgang (Adventure Lab), um etwas über die Geschichte der Familien zu erfahren.

Max Pollak erblickte am 13. Juli 1890 das Licht der Welt. Er verdiente sein Geld als Tabakwarenhändler und zog bereits 1936 mit seiner Ehefrau Klara Pollak (geb. Günther) und den drei in Giebelstadt geborenen Kindern, Karl-Günther (1926), Manfred (1928) und Margot (1929), nach Würzburg1. Der Vater emigrierte im Juli 1938 nach New York, er beabsichtigte, Ehefrau und Kinder zu sich holen.
Günter Pollak lebte mit seinem Bruder Manfred im Kinderheim Antonienstraße 7 und machte nach dem Besuch der Volksschule in München in den jüdischen Anlernwerkstätten eine Schreinerlehre. Er meldete sich am 14.11.1941 nach Würzburg ab. Am 27.11.1941 wurde er von Nürnberg aus gemeinsam mit seiner Mutter und den beiden Geschwistern Manfred und Margot nach Riga deportiert und ermordet2.

Zu weiteren Stolpersteinen in Würzburg

Der brutale Hass der Nazis in Dresden

Uschi und Willi haben uns ein Foto von Stolpersteinen in Dresden dankenswerterweise zukommen lassen. Für uns eine gute Gelegenheit an die Opfer dieses blindwütigen und brutalen Hasses auf alle Anderen, die sich nicht der braunen Ideologie unterordnen wollten.

Diese beiden Stolpersteine erinnern an Max Hermann Dietze und Ernst Fritz Gottschling. Die Beiden waren maßgeblich an der Produktion des Porzellanglockenspiels im Dresdner Zwinger beteiligt.

Nur wenige Tage nach der Einweihung des Glockenspiels im Dezember 1933 wurde Max Hermann Dietze verhaftet, weil er den „Ernsten Bibelforschern“ (heute: Zeugen Jehovas) angehörte. Die Bibelforscher lehnten die Mitgliedschaft in der NSDAP und den nationalsozialistischen Organisationen, den Hitlergruß und den Wehrdienst ab und glauben zudem an den jüdischen Gott Jehova. Dietze wurde mehrere Monate im KZ Hohnstein (Sächsische Schweiz) inhaftiert, später im KZ Sachsenburg. Anfang 1936 kam Dietze frei. Max Hermann Dietze starb, aufgrund der Haft gesundheitlich stark angeschlagen, im Alter von nur 37 Jahren1.

Im Juli 1937 wurde Ernst Fritz Gottschling verhaftet und verbüßte anderthalb Jahre Strafhaft im Untersuchungsgefängnis Bautzen. Anschließend wurde er direkt ins KZ Buchenwald gebracht. Dort arbeitete er zunächst im Steinbruch und leitete später eine keramische Werkstatt im Lager. Auf einem Todesmarsch vom KZ aus wurde Gottschling im April 1945 von der SS erschossen2.


Quellenverzeichnis

  1. Stadtwiki Dresden ↩︎
  2. Stadtwiki Dresden ↩︎

Aktuelle politische Debatten (in Griechenland) und ihre Vergangenheit

Ein Nachtrag aus unserer Studiereise vom letzten Tag in Thessaloniki.

Sissi begrüsst Christos Mais.
Er studierte Wirtschaftswissenschaften an der Aristoteles-Universität Thessaloniki. Er besitzt einen Master-Abschluss in Buch- und Digitalmedienwissenschaften der Universität Leiden. Seine Dissertation über politisches Publizieren in Griechenland während der langen 1960er Jahre schloss er 2020 an derselben Universität ab.

Sein Referat umfasste vier Schwerpunkte:

  • Gibt es heute noch politische Debatten?
  • Mangel an Kritik und öffentlichem Dialog
  • Medienkontrolle durch spezifische wirtschaftliche und politische Interessen
  • Meta-Wahrheit, Fake News, Fehlinformationen, SLAPP1
WEITER ZUM vortrag von Christos

Gedanken und Lieder zum 1. Mai

Am Vorabend zum 1.Mai 1891erschien in der Arbeiterzeitung1 in der Rubrik „Es lebe der Achtstundentag“ dieser Artikel. Victor Adler meinte: „Das allgemeine Wahlrecht ist die Voraussetzung für die ökonomische Befreiung der Arbeiter:innen!“

Bei uns ist das Wahlrecht an den Besitz der österreichischen Staatsbürgerschaft geknüpft – ist das noch gerecht?

Das Wahlrecht ist ein zentrales Teilhaberecht in einer Demokratie. Mehr als ein Drittel der Menschen in Wien im wahlfähigen Alter können nicht bei der Wahl mitbestimmen, das sind rund 600.000 Einwohner:innen. Bei uns ist das Wahlrecht an den Besitz der österreichischen Staatsbürgerschaft geknüpft – ist das noch gerecht?
ÖAW-Politikwissenschaftlerin Monika Mokre meint in einem Interview2: Alle zahlen Steuern, alle unterliegen Gesetzen – warum also nicht auch mitbestimmen? Viele, die derzeit ausgeschlossen sind, leben schon zehn Jahre oder länger hier, manche sind hier geboren. Sie beschreibt Modelle des Wahlrechts, die an eine gewisse Aufenthaltsdauer gebunden sind. Monika Mokre nennt eine fünfjährige Aufenthaltsdauer zum Erhalt der Wahlbetechtigung. Ich persönlich denke, dass eine zweijährige Aufenthaltsdauer zur Teilnahme an allen Wahlen berechtigen soll.

Arbeiterzeitung am 29. April 1891, Seite 123
Die Forderung zum 8 – Stunden – Tag am 1. Mai

Preview zum Wiener Arbeitsfilmfestival: AMS – Arbeit muss sein

Film/Komödie

Gartenbaukino Wien (1010 Wien, Parkring 12)
Freitag, 1. Mai 2026, 21:30 Uhr
(Zusatzvorstellung)

Am Tag der Arbeit bietet das Gartenbaukino einen Vorgeschmack auf das 2. Wiener Arbeitsfilmfestival. Vor dem offiziellen Kinostart im Herbst wird im Rahmen einer Sondervorstellung der neueste Film von Sebastian Brauneis „AMS – Arbeit muss sein“ im Gartenbaukino gezeigt.

In der Komödie rund um ein fiktionales AMS schließt sich eine Gruppe von Langzeitarbeitslosen angeführt von Marie Wotruba (Margarethe Tiese) zusammen, um gemeinsam gegen Strukturen zu kämpfen, die sie hindern, das Leben zu führen, das sie wollen. Dabei braucht es Zusammenhalt, Erfindungsgeist und Verbündete innerhalb des Systems.

Anstelle eines tristen Sozialdramas ein schwungvolles Offbeat-Musical.“ (Lukas Foerster)

Alles in allem ist Sebastian Brauneis eine wunderbare sozialkritische Komödie gelungen, die in keinster Weise das AMS als Institution antagonisiert, sondern vor allem zu Menschlichkeit und Solidarität aufruft…“ (UNCUT)

Vom 18.-22. Mai 2026 findet das Wiener Arbeitsfilmfestival statt. Es ist das Festival für Arbeit, Beruf und Bildung, heuer mit dem Schwerpunkt „Frauen.Arbeit.Film“.

Weiterlesen

100 Jahre Fackelzug

Ausstellung

Der Fackelzug am 30. April ist einmal jährlich die größte Kampagne und Demonstration die die SJ Wien organisiert und das nicht erst seit Kurzem, sondern seit mittlerweile 100 Jahren.

Doch wie hat der Fackelzug in den letzten hundert Jahren eigentlich ausgesehen? Im Rahmen einer Ausstellung versucht die SJ Wien von heute genau diese Frage zu beantworten.

Tauch ein in diese Geschichte – durch Videos, Installationen und interaktive Ausstellungsstücke.

100 Jahre feiert man nur einmal – lass dir diese einzigartige Möglichkeit nicht entgehen!

Samstag, 18. April 2026, 14:00 bis 20:00 Uhr im WUK, 1090 Wien, Währinger Straße 59

Starke Frauen beim Walk of FEM

Sterne für weibliche Stars

Wer kennt Käthe Diernesberger, Marie Donner, Camilla Estermann, Leopoldine Feichtinger, Ferdinanda Floßmann, Anna Gröblinger, Gisela Tschofenig-Taurer oder Cäcilie Zinner? Wer hat von ihnen schon etwas gehört, gelesen? Wer hat sich bisher an sie erinnert? Das frage ich mich bei den Namen, die in goldenen Sternen auf der Ernst-Koref-Promenade in Linz aufgetragen sind.

Sie alle waren starke Frauen. Egal ob Dienstmädchen, Arbeiterin, Wissenschafterin, Künstlerin, Politikerin, Betriebsrätin, Widerstandskämpferin, Sozialarbeiterin, Unternehmerin, Jüdin, Katholikin, – sie alle mussten sich durchsetzen, um ihre Position ringen, manche waren widerständig, verloren dabei sogar ihr Leben. Sie alle sind Vorreiterinnen für uns Frauen, sie hatten Kraft und Mut trotz vieler Widrigkeiten in ihrem Leben. Dies muss gewürdigt und es muss auch immer wieder daran erinnert werden. Und das wird es in Linz mit dem Walk of FEM, bestehend aus mittlerweile ca. 90 Sternen.

Doch wer waren sie? Hier drei Frauen, stellvertretend für die Vielen.

Weiterlesen

Mahnmal für aktive Gewaltfreiheit in Linz

Aktive Gewaltfreiheit ist die innere Haltung gegenüber anderen Menschen. Aktive Gewaltfreiheit bedeutet

Achtung des Lebens aller Menschen
Anerkennung der Würde, Freiheit und Persönlichkeit jeder Person1

Am 2. Oktober 2017 wurde in der Friedensstadt Linz das europaweit erste „Mahnmal für aktive Gewaltfreiheit“ des Linzer Künstlers Karl-Heinz Klopf zwischen Nibelungenbrücke und Neuen Rathaus Linz der Öffentlichkeit feierlich übergeben.

Das Mahnmal für aktive Gewaltfreiheit besteht aus zwei unterschiedlich geformten Blöcken zum Sitzen. Diese stehen für Personen mit stark entgegengesetzten Meinungen und Lebensauffassungen, aber sie wenden sich einander zu: bereit zum wertschätzenden Dialog2.

Reiner Steinweg, ein angesehener Friedensforscher, der in Linz lebt, hat den Anstoß für dieses Denkmal gegeben. Der Linzer Künstler Karl-Heinz Klopf hat es gestaltet. Ein Element aktiver Gewaltfreiheit ist Gewaltfreie Kommunikation. Genau diese wird hier symbolisch dargestellt und gleichzeitig wird auch zu entsprechendem Handeln und Gespräch eingeladen. Eine zylindrische und eine kubische Sockel-Skulptur, also zwei verschiedene Formen, stehen einander gegenüber. Sie sind schräg geneigt, zeigen also ein aktives einander Zuwenden.
Zwei Gesprächspartner mit unterschiedlichen Standpunkten sitzen einander gegenüber, nehmen einander wahr und lassen sich auf ein wertschätzendes, zuhörendes, klärendes Gespräch auf gleicher Augenhöhe ein3.

Weiterlesen