Weitere Gedenkveranstaltungen zum Februar 1934

Buchpräsentation und Diskussion in der FAKTory

In der FAKTory präsentieren Werner Anzenberger, Ute Sonnleitner und Hans-Peter Weingand die 2025 erschienene Publikation „Österreich 1933/34. Eine politische Zäsur im europäischen Kontext“ und sprechen mit euch über neue Perspektiven auf diese umkämpften Jahre. Moderiert wird der Abend von Anna Rosenberg vom Bündnis 12. Februar.

Über 90 Jahre ist es her, dass die autoritäre Revolution – die systematische Aushöhlung von Demokratie und Rechts-staat durch rechtsextreme politische Kräfte – in der Errichtung der austrofaschistischen Diktatur 1933/34 einen ersten Höhepunkt fand. Der Aufstand von Teilen der Arbeiterschaft gegen diesen Putsch auf Raten im Februar 1934 scheiterte bereits nach wenigen Tagen. Im Februar 2024 fand dazu in Graz ein wissenschaftliches Symposium statt, bei dem neue Perspektiven auf diese, kontrovers diskutierten Entwicklungen und Ereignisse präsentiert wurden.

Informationen zum Buch:
Österreich 1933/34 – Eine politische Zäsur im europäischen Kontext
ISBN: 978-3-90342534-7, Verlag: CLIO

📅 9. Februar 2026
🕡 18:30 bis 20:30 Uhr
📍 FAKTory, Universitätsstraße 9, 1010 Wien
Anmeldung zur Veranstaltung

weitere Veranstaltungen zum 12. Februar 1934

Gedenkveranstaltungen des KZ-Verband zum 12. Februar 1934

Die KPÖ organisierte über die Rote Hilfe unmittelbar nach den Februarkämpfen “Geldsammlungen” für Familien der Februarkämpfer:innen. Zur Unterstützung wurde um 10 Groschen auch die Zeitschrift “Tribunal – Organ der Roten Hilfe” verkauft. Ende April wurde berichtet, dass bereits 5.900 Familien unterstützt wurden – finanziert zu zwei Drittel aus der Sowjetunion und anderen internationalen Spenden.
In der Tschechoslowakei wurden insgesamt 207 Kinder gefallener Wiener Arbeiter untergebracht, von diesen kamen 121 schließlich in die Sowjetunion. Nähere Informationen gibt es über 36 Buben und 33 Mädchen im Alter zwischen fünf und vierzehn Jahren, die in Prag untergebracht waren.
Die Eltern von sieben Kindern waren in der KPÖ organisiert, sonst waren alle SP-Mitglieder. Manche dieser Kinder hatten den Kämpfenden Essen und Munition gebracht, waren mit Verletzten und Toten konfrontiert worden. Dem Bruder eines Kindes wurde als “Vorbereitung für Aufhängen” das Bajonett an den Hals gesetzt, ein Vater in seiner Wohnung in Gegenwart der Familie bei einem Verhör geschlagen.1

Der KZ-Verband-Wien
legt am

12. Februar 2026 um 10h am Weissel-Denkmal in der Brünner Straße

und anschließend am Schlingerhof einen Kranz nieder.

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Niemals vergessen – Demokratie schützen

Vor 92 Jahren, am 12. Februar 1934, kämpften sozialdemokratische Arbeiter:innen gegen den Austrofaschismus und für die Demokratie. Der Widerstand der Arbeiter:innenbewegung wurde gewaltsam zerschlagen – viele Menschen verloren dabei ihr Leben.

Am 12. Februar 1934 erreichte sie schon am frühen Morgen ein Anruf von Otto Leichter, dem engsten Mitarbeiter von Oscar Pollak un der Arbeiter-Zeitung. Ohne genauere Kenntnis zu haben, eilten alle, die verständigt werden konnten, in den Verlag.
In Linz hatten die Kämpfe begonnen. Der Schutzbund in Linz leistete Widerstand bei der Durchsuchung der Räumlichkeiten im Parteiheim Hotel Schiff.
Die Wiener Polizeidirektion gab Weisung noch in den Vormittagsstunden die Redaktionsräume der sozialdemokratischen Presse im Vorwärts-Haus zu bestzen. Dort hatte man vergeblich auf eine Nachricht der Parteiführung gewartet, um zumindest ein Flugblatt zu drucken.
Es war ein Verzweiflungsaufstand, weitgehend führungslos und der Ausgang war klar.1

Die Opfer in ganz Österreich nach offiziellen Angaben: 118 Tote und 486 Verletzte aufRegierungsseite, 196 Tote und 319 Verwundete auf der Seite der Verteidiger der Demokratie. Neun Schutzbündler wurden standrechtlich gehenkt, mehr als 1200 eingekerkert.2

Das offizielle Februargedenken der SPÖ- Wien findet am:

Verhaftung und Tod
Münichreiter musste auf einer Tragbahre in den Gerichtssaal gebracht werden, durch seine Schussverletzungen konnte er weder gehen noch stehen. Zwar galten Schwerkranke laut Gesetz als nicht verhandlungsfähig, doch der sachverständige Arzt Dr. Sauer erklärte, dass Münichreiters Verletzungen „nicht als schwerkrank im Sinne des Gesetzes“ anzusehen seien. Mehr dazu…

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Wer hat Angst vor Braunau

EU XXL – Filmreihe mit Gästen
Veranstaltungstipp

Mittwoch, 4. Februar 2026, 19.00 Uhr, Hauptbücherei am Gürtel, Wien

Die Hauptbücherei nimmt an der von Mercedes Echerer initiierten Filmreihe EU XXL teil. Zu jedem Filmabend laden wir einen ganz besonderen Gast ein, sich den Film vorher anzusehen, um ihn dann bei uns zu kommentieren, zu kritisieren, zu diskutieren.
Wer hat Angst vor Braunau? (Ö 2023, Dokumentarfilm 99 min, OF. Regie und Kamera: Günter Schwaiger Drehkonzept: Günter Schwaiger undJulia Mitterlehner)
Unser Gast: Antonia Plessing (Haus der Geschichte Österreich; Kulturvermittlung und Veranstaltungen)

Warum wurde in Österreich noch nie ein Film über Hitlers Geburtsort und -haus gedreht? Diese Frage stellte sich der Regisseur Günter Schwaiger, als er 2018 mit der Arbeit an diesem Film begann. Kurz zuvor war das Haus von der Republik Österreich enteignet worden. Fünf Jahre lang begleitet der Regisseur die spannenden Entwicklungen rund um die Nachnutzung von Hitlers Geburtshaus mit einem ganz persönlichen Blick. Vom Hinterfragen des Klischees der »braunen Stadt« bishin zu überraschenden und empörenden Entdeckungen führt ihn schließlich sein Weg bis in die eigene Familiengeschichte.

In Kooperation mit EU XXL Die Reihe.
Anmeldung unter ticket.wien.gv.at/M13STB

Gedenken an die Roma-Opfer in Oberwart

Am 4. Februar 1995 wurde eines der schlimmsten rassistischen Verbrechen
in der Zweiten Republik begangen: Vier Volksgruppenangehörige der Roma,
Peter Sarközi, Josef Simon, Karl und Erwin Horvath, wurden in Oberwart durch einen
Terroranschlag getötet. Eine Bombe war als Schild mit der Aufschrift “Roma zurück
nach Indien” getarnt. Bei dem Versuch dieses Schild zu entfernen explodierte die
Sprengfalle. Dieser Anschlag war Teil einer rassistisch und völkisch motivierten
Terroranschlagsserie des Attentäters Franz Fuchs.

Mehr Informationen dazu im Artikel “Das Bombenattentat in Oberwart”.

Spanienkämpferin, Anarchistin, Psychoanalytikerin

Goldy Parin-Matthèy
Montag, 26. Januar 2026 | Beginn: 18:30 Uhr
FAKTory. Literatur, Wissen und Beratung für Studierende,
Universitätsstraße 9, 1010 Wien

 1911 in Graz geboren wurde sie schon früh aktiv in antifaschistischen Kreisen, kämpfte im Widerstand und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zur Mitbegründerin der Ethnopsychoanalyse.

Johannes und Michael Reichmayr haben nun zwölf psychoanalytische Texte von Parin-Matthèy neu herausgegeben, ergänzt um vier Artikel zu ihrer Biographie, über welche Ute Sonnleitner berichten wird.

Ute Sonnleitner, Michael und Johannes Reichmayr besuchen uns am Montag, dem 26. November 2025 um 18:30 Uhr in der FAKTory und stellen uns das neue Buch und Goldy Parin-Matthèy vor.

»Die Psychoanalyse ist die Fortsetzung der Guerilla mit anderen Mitteln« Goldy Parin-Matthèy 1911 in Graz geboren, früh in antifaschistischen (Künstler-)Kreisen aktiv, war sie emotionaler Mittelpunkt ihrer »Brüdergemeinde«, einer linken Horde, selbstverantwortlich und nie hierarchisch. Diese fand für sie ihre Fortsetzung im Spanischen Bürgerkrieg und bei den jugoslawischen Partisanen. Aber auch in den späteren Forschungsreisen mit Paul Parin sowie Fritz und Ruth Morgenthaler nach Westafrika und in ihrer späteren Tätigkeit als Psychoanalytikerin spiegelte sich ihre Haltung wider. Mit Paul Parin und Fritz Morgenthaler eröffnete sie 1952 eine bis heute legendäre psychoanalytische Praxis am Zürcher Utoquai. Die Forschungsergebnisse der Gruppe begründeten die Ethnopsychoanalyse im deutschsprachigen Raum. Das Buch umfasst neben 12 Texten von Goldy Parin-Matthèy vier Beiträge zu ihrer Biografie (Franz Josef Schober, Ute Sonnleitner, Günter Eisenhut, Clara Schliessler).

MENSCH SEIN – Die Kinder der Schweigenden

Ausgehend von einem Exklusivinterview mit dem 97-jährigen Abba Naor, der als Jugendlicher das KZ Dachau überlebte, wählte ich diese Überschrift für diesen Artikel. Seine zentrale Botschaft an die Schüler:innen ist auf oftmalige Frage “Was kann man tun” – MENSCH SEIN!

Fred Turnheim und sein Team haben einen bewegenden Film über die schrecklichen Ereignisse in den 1.634 nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager (incl. Außenlager) zusammengestellt.

In der FAKTory des ÖGB veranstalteten wir gemeinsam mit der ARGE für eine soziale und gerechte Gesellschaft diesen Filmabend. Manfred Arthaber als Hausherr startete die Veranstaltung mit seiner Einleitung. Nach dem Film gab es eine Diskussion mit dem Regisseur Fred Turnheim.

Basierend auf der Familiengeschichte der Familie Turnheim widmet sich der Film der verschiedenen Opfergruppen in den KZ-Lagern. Für mich erstmals wird hier filmisch auch die Opfergruppe der sogenannten “Kriminellen”, die nach ihren Haftstrafen ebenfalls in den Konzentrationslagern zu unmenschlicher Arbeit gezwungen und ermordet wurden, erwähnt.

In der Abschlussdiskussion kam auch die hervorragende Dramaturgie des Films zur Sprache. Sie führt trotz der “Grauslichkeiten und Schwere” der Ereignisse, in Verbindung mit den persönlichen Erinnerungen und Erlebnissen der Interviewten dazu, dass das ERINNERN wichtig zum GESTALTEN unserer Gesellschaft ist. Bei mir persönlich folgte nach dem Schock des Gesehenen die Kraft und der Wille etwas zu TUN, gegen die abzeichnenden faschistoiden und faschistischen Tendenzen rund um uns. DANKE an die Familie Turnheim für ihr Engagement.

Den Film gibt es auf blue ray oder DVD. Über diesen Kontakt kann man sie erwerben oder einen Filmabend planen.

SS-Justiz: Vernichtung durch Arbeit

Evening Lecture
Karl Reder: Vom Gefängnis ins KZ. Die „Übergabe“ von Justizhäftlingen an die SS in den Jahren 1942– 1945 am Beispiel des Zuchthauses Stein

Wann: Donnerstag, 19.02.2026, 18:30 Uhr
Wo: Wiener Standort der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, Argentinierstraße 13, 1040 Wien

Während des Nationalsozialismus galt das Zuchthaus Stein an der Donau gemessen an der Belegungszahl als die größte Justizvollzugsanstalt auf dem Gebiet des heutigen Österreich. In die Steiner Kerkerzellen sperrte man neben kriminellen Straftätern auch zahlreiche politische Häftlinge. Im Blickpunkt der Forschung stand Stein bislang in erster Linie aufgrund des im April 1945 verübten Massakers an den Insassen. Wenig bekannt ist jedoch, dass ab dem Spätsommer 1942 eine systematische Übergabe von Gefangenen aus dem Justizvollzug des Reichsjustizministeriums ins System der von der SS kontrollierten Konzentrationslager einsetzte. Für die betroffenen Häftlinge bedeutete dies oft den Tod. Der Vortrag widmet sich der Vorgeschichte und Genese der zugrunde liegenden Vereinbarung zwischen Justiz und SS. Vorgestellt werden jene Häftlingsgruppen aus den Vollzugsanstalten, die zur „Vernichtung durch Arbeit“ vorgesehen waren.

Die letzten Tage von Mauthausen

Ursprünglich als Erweiterung für das KZ Dachau geplant, wurde das KZ Mauthausen schon ein Jahr nach dem »Anschluss« Österreichs zu einem selbständigen KZ ausgebaut und 1941 durch einen Erlass Heinrich Himmlers zum Vernichtungslager bestimmt, in dem Menschen zwar arbeiten sollten, das Ziel ihrer Gefangenschaft war jedoch der Tod. Gebaut nahe einem schon früher für Zwangsarbeiter bestimmten Granitsteinbruch, wurden hier und in den zahlreichen Nebenlagern Menschen aus 30 Nationen inhaftiert, gequält und getötet.

ISBN:978-3-355-01926-2

Häftlinge wurden zum Bau unterirdischer Rüstungsanlagen und in der Kriegsproduktion eingesetzt. Unmenschliche Behandlung wurde zum Prinzip erhoben. Davon berichtet der ehemalige Häftling Bruno Baum nüchtern und mit bitterer Genauigkeit. Und er schildert die heiß erhoffte Befreiung: Am 7. Mai 1945 wurde das Lager Mauthausen, in dem zwischen 1938 und 1945 mehr als 100.000 Menschen umgebracht worden waren, als letztes KZ der Nazis durch US-Truppen befreit.
Bruno Baum

Zeitschrift der KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Ausdauer – die DNA der Demokratie

Demokratie ist ein Marathon, kein Sprint. Ihr gerecht zu werden, heißt, sich langen und zuweilen langweiligen Prozessen zu unterwerfen. Demokratie bedeutet, nicht der Illusion der schnellen Lösung zu erliegen.

Anmeldung erforderlich
telefonisch unter 01 501 70 377 oder per E-Mail an radiokulturhaus@orf.at

Programm

  • Begrüßung: Veronica Kaup-Hasler, Amtsführende Stadträtin für Kultur und Wissenschaft
  • Vortrag: Solmaz Khorsand, Journalistin und Autorin
  • Anschließendes Gespräch: Solmaz Khorsand und Stephanie Fenkart, Direktorin des International Institute for Peace (IIP)
  • Moderation: Vanessa Spanbauer, Journalistin und Historikerin

Die Journalistin und Autorin Solmaz Khorsand betont in dieser Wiener Vorlesung die Unabdingbarkeit und ebenso die Schönheit öder Prozesse, die zur DNA jeder Demokratie gehören sollten, und warnt vor den Schnellschüssen autoritärer „Möchtegernkönige“ und populistischer Antidemokratinnen.

Pathos ist überall. Permanent sind wir bewegt, empört und berührt von der Welt – und wollen das auch mit allen teilen. Pathos bedeutet Macht. Wenn die eigene Bewegtheit andere bewegt, kommen erst die Dinge ins Rollen. Dann kann Pathos Veränderung bedeuten. Gleichzeitig spiegelt sein Einsatz auch die herrschenden Machtverhältnisse wider.

128 Seiten, Format 12,5 x 19,0
1 Auflage, Kremayr & Scheriau 2021
20,00 € inkl. MwSt.
ISBN: 978-3-218-01256-0