Der Bockerer

Der Fleischhauer Karl Bockerer ist schon ein bisserl enttäuscht, als er an seinem Geburtstag aufwacht: Es ist der 20. April 1938, aber statt der erwarteten Familienfeier begeht seine Frau Binerl

nicht seinen, sondern “Führers Geburtstag”, und sein Sohn Hans präsentiert schneidig seine SA-Uniform, bevor er zu einem Aufmarsch ausrückt. Zeiten sind das!

Und die wöchentliche Tarockpartie mit dem netten Doktor Rosenblatt soll künftig auch nicht mehr stattfinden können? Und als ihm der Herr Polizeiinspektor auch noch erklärt, dass man an einem Feiertag wie diesem die Fleischhauerei geschlossen halten und stattdessen die Hakenkreuzfahne heraushängen muss, ist ihm der Tag endgültig versaut. Aber es wird bald noch schlimmer kommen …

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Gedenken an Zwangsarbeit während der NS-Zeit in Wien

Bereits ab Kriegsbeginn wurden Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Wien in Lagern und lagerartigen Unterkünften untergebracht. Diese stammen unter anderem aus den Albanien, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Italien, Jugoslawien (Kroatien, unter ihnen auch kroatische Roma, und Serbien), den Niederlanden, Polen, Spanien, Russland (darunter unter anderem auch Urkrainerinnen und Ukrainer), Tschechien, Türkei und Ungarn1.

In 12., Oswaldgasse 33 befand sich laut dieser Liste ein Lager der Firma „Kabel und Draht“ (Kabel- und Drahtwerke AG, heute 21., Siemensstraße 88). Laut Volksgerichtsakt umfasste das Lager zum Zeitpunkt einer Inspektion durch den jüdischen Lagerarzt 50 Personen (9 Männer, 34 Frauen und 7 Kinder), von denen anfangs 40 als „arbeitsfähig“ eingestuft waren2.

Liste der Zwangsarbeiter:innenlager in Wien

Zu weiteren Blogeinträgen zum Thema Zwangsarbeit

Preview zum Wiener Arbeitsfilmfestival: AMS – Arbeit muss sein

Film/Komödie

Gartenbaukino Wien (1010 Wien, Parkring 12)
Freitag, 1. Mai 2026, 21:30 Uhr
(Zusatzvorstellung)

Am Tag der Arbeit bietet das Gartenbaukino einen Vorgeschmack auf das 2. Wiener Arbeitsfilmfestival. Vor dem offiziellen Kinostart im Herbst wird im Rahmen einer Sondervorstellung der neueste Film von Sebastian Brauneis „AMS – Arbeit muss sein“ im Gartenbaukino gezeigt.

In der Komödie rund um ein fiktionales AMS schließt sich eine Gruppe von Langzeitarbeitslosen angeführt von Marie Wotruba (Margarethe Tiese) zusammen, um gemeinsam gegen Strukturen zu kämpfen, die sie hindern, das Leben zu führen, das sie wollen. Dabei braucht es Zusammenhalt, Erfindungsgeist und Verbündete innerhalb des Systems.

Anstelle eines tristen Sozialdramas ein schwungvolles Offbeat-Musical.“ (Lukas Foerster)

Alles in allem ist Sebastian Brauneis eine wunderbare sozialkritische Komödie gelungen, die in keinster Weise das AMS als Institution antagonisiert, sondern vor allem zu Menschlichkeit und Solidarität aufruft…“ (UNCUT)

Vom 18.-22. Mai 2026 findet das Wiener Arbeitsfilmfestival statt. Es ist das Festival für Arbeit, Beruf und Bildung, heuer mit dem Schwerpunkt „Frauen.Arbeit.Film“.

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Gedenkfahrt zur Befreiungsfeier nach Mauthausen

Sonntag, 10. Mai 2026
Treffpunkt am Westbahnhof: 6:45 Uhr hinter der Parkgarage (Vom Bahnhof – Ausgang zu den Gleisen) – Abfahrt pünktlich um 7:00 Uhr

Bereits seit 1946 findet eine Zeremonie zur Wiederkehr der Befreiung des KZ Mauthausen statt. widmet sich heuer dem Thema „Täterinnen und Täter“.
Vor der internationalen Befreiungsfeier um 11 Uhr findet um 10 Uhr wieder unsere sozialdemokratische Gedenkfeier bei den Gedenktafeln für den ermordeten Schutzbundkämpfer Richard Bernaschek statt.

Wir freuen uns heuer Frau Korinna Schumann, BM Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, als Hauptrednerin begrüßen zu dürfen. Anschließend nehmen wir an der Hauptfeier am ehemaligen Appellplatz teil.

Anmeldung noch bis 7.Mai 2026 möglich per Mail kaempfer@spoe.at
Telefon+43(0)1 53427/277

Organisatorisches:
Nach der Feier treten wir die Heimreise nach Wien. Reservierungen waren nicht möglich, weil am Muttertag es keine freien Plätze gab. Daher bitte ich euch das bei eurer Planung des Tages zu berücksichtigen und euch mit Proviant zu versorgen oder die in der Gedenkstätte befindliche Kantine aufzusuchen.
WICHTIG: Bitte in den Tagen davor die Wettervorhersage verfolgen und sich dementsprechend vorbereiten (Schirm, Regenjacken, Getränke, Sonnenschutz usw.)

Die Teilnahme ist kostenlos, bitte beachtet, dass es sich um keine Führung durch die KZ-Gedenkstätte handelt, sondern um den Festakt zur Befreiung des KZ-Mauthausens.

100 Jahre Fackelzug

Ausstellung

Der Fackelzug am 30. April ist einmal jährlich die größte Kampagne und Demonstration die die SJ Wien organisiert und das nicht erst seit Kurzem, sondern seit mittlerweile 100 Jahren.

Doch wie hat der Fackelzug in den letzten hundert Jahren eigentlich ausgesehen? Im Rahmen einer Ausstellung versucht die SJ Wien von heute genau diese Frage zu beantworten.

Tauch ein in diese Geschichte – durch Videos, Installationen und interaktive Ausstellungsstücke.

100 Jahre feiert man nur einmal – lass dir diese einzigartige Möglichkeit nicht entgehen!

Samstag, 18. April 2026, 14:00 bis 20:00 Uhr im WUK, 1090 Wien, Währinger Straße 59

Licht, Luft und Schatten“

Lesung zu
Widerstand und Verfolgung in Wiener Gemeindebauten

Termin am 13. April 2026 um 18.30
Ort: in den SOHO Studios im Sandleitenhof
(Liebknechtgasse 32, 1160 Wien)
mit Michael Achenbach, Peter Autengruber, Winfried R. Garscha,
Claudia Kuretsidis-Haider und Manfred Mugrauer;
Anmeldungen per E-Mail an info@sohostudios.at

ISBN: 978-3-205-22312-2
Böhlau Verlag Wien, 1. Auflage 2026
440 Seiten, 64 meist farb. Abb., gebunden

Mehr zum Buch

Josef Hindels. Unbeugsamer Linkssozialist und antifaschistischer Mahner

Präsentation und Diskussion zur aktuellen VGA-Dokumentation: „Josef Hindels. Unbeugsamer Linkssozialist und antifaschistischer Mahner“

„Im Kampf zwischen Fortschritt und Reaktion gibt es keine Neutralität“ (Josef Hindels)

Termin: Dienstag, 21. April 2026 – 18:30
Ort: Verein für Geschichte der ArbeiterInnenbewegung, Rechte Wienzeile 97, 1050 Wien (Lesesaal, 1.Stock)

Programm:

  • Begrüßung und Moderation:
    Georg Spitaler
  • Skizzen zu Leben und Wirken von Josef Hindels
    Wolfgang Greif – Autor der VGA-Dokumentation
  • Kommentare und Diskussion:
    Brigitte Bailer – ehem. wissenschaftliche Leiterin des DÖW)
    Peter Pelinka – Medienberater, Journalist & Autor)

Eine Veranstaltung des Vereins für Geschichte der ArbeiterInnenbewegung (VGA) in Kooperation mit dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)

Gedenkfahrt nach Engerau

Busexkursion am 26. März 2026
Abfahrt: 08:00 Uhr, Praterstern, 1020 Wien
Kosten: Euro 20.-
Anmeldung bis 20. März unter DÖW

Ende November/Anfang Dezember 1944 wurde in Engerau (Petržalka, Bratislava) ein Arbeitslager für ungarische Juden eingerichtet. Circa 2000 Zwangsarbeiter mussten beim Bau des sog. Südostwalles Sklavenarbeit leisten. Viele starben an den Folgen von Hunger, Kälte und Misshandlungen oder wurden von Wiener SA-Männern oder Politischen Leitern ermordet. Mehr als 100 Männer kamen Ende März 1945 im Zuge des „Todesmarsches“ von Engerau nach Bad Deutsch-Altenburg ums Leben.

Besuch folgender Gedächtnisorte:
Mahnmal auf dem Friedhof Bratislava-Petržalka

10 Uhr: Gedenkfeier mit SE Botschafter Johannes Wimmer und Vertreter*innen der Botschaften von Deutschland, Israel und Ungarn sowie mit James R. Moser, Sohn von Jonny Moser; Musikalische Umrahmung: Naama Isabelle Fassbinder-Davidowicz (Gesang) und Adula ibn Quadr (Violine)

Gedenktafel am Restaurant Leberfinger Viedenská cesta, PetržalkaMit Eleonore Lappin-Eppel, Historikerin
Gedenkstein vor der Pfarrkirche Wolfsthal
Gedenkstele beim Ungartor in Hainburg
Grabstätte auf dem Friedhof Bad Deutsch-Altenburg
Gedächtnisort Kurpark Bad Deutsch-Altenburg

Mittagessen (auf eigene Kosten) im Restaurant Leberfinger, Bratislava

Rückkehr Wien: 18.00 Uhr

Mensch gegen Maschine – Wer gegen Wen?

Buchpräsentation
Dienstag, 14. April 2026
19:00 Uhr
Breite Gasse 3, 1070 Wien
Tel.: +43 699 13537710
E-Mail: depot@depot.or.at

Angelika Adensamer, Juristin, Kriminologin, Wien
Sara Hassan, Autor*in, Trainer*in, Wien
Sebastian Klocker, ÖGB-Stabstelle Digitalisierung und Technik, Wien

Künstliche Intelligenz dringt in immer mehr gesellschaftliche Bereiche vor, oft ohne Bewusstsein dafür, ob es auch sinnvoll ist. Häufig heißt es, KI sei unausweichlich und nicht aufzuhalten. Doch gibt es sensible Bereiche, in denen ihr Einsatz zu riskant ist? Wie verstärkt KI ohne klare Regeln bestehende Ungleichheiten, ausbeuterische Arbeitsverhältnisse und soziale Isolation? Wie können solidarische Strategien aussehen, damit die KI Arbeit erleichtert?