Wer hat Angst vor Braunau

EU XXL – Filmreihe mit Gästen
Veranstaltungstipp

Mittwoch, 4. Februar 2026, 19.00 Uhr, Hauptbücherei am Gürtel, Wien

Die Hauptbücherei nimmt an der von Mercedes Echerer initiierten Filmreihe EU XXL teil. Zu jedem Filmabend laden wir einen ganz besonderen Gast ein, sich den Film vorher anzusehen, um ihn dann bei uns zu kommentieren, zu kritisieren, zu diskutieren.
Wer hat Angst vor Braunau? (Ö 2023, Dokumentarfilm 99 min, OF. Regie und Kamera: Günter Schwaiger Drehkonzept: Günter Schwaiger undJulia Mitterlehner)
Unser Gast: Antonia Plessing (Haus der Geschichte Österreich; Kulturvermittlung und Veranstaltungen)

Warum wurde in Österreich noch nie ein Film über Hitlers Geburtsort und -haus gedreht? Diese Frage stellte sich der Regisseur Günter Schwaiger, als er 2018 mit der Arbeit an diesem Film begann. Kurz zuvor war das Haus von der Republik Österreich enteignet worden. Fünf Jahre lang begleitet der Regisseur die spannenden Entwicklungen rund um die Nachnutzung von Hitlers Geburtshaus mit einem ganz persönlichen Blick. Vom Hinterfragen des Klischees der »braunen Stadt« bishin zu überraschenden und empörenden Entdeckungen führt ihn schließlich sein Weg bis in die eigene Familiengeschichte.

In Kooperation mit EU XXL Die Reihe.
Anmeldung unter ticket.wien.gv.at/M13STB

Gedenken an die Roma-Opfer in Oberwart

Am 4. Februar 1995 wurde eines der schlimmsten rassistischen Verbrechen
in der Zweiten Republik begangen: Vier Volksgruppenangehörige der Roma,
Peter Sarközi, Josef Simon, Karl und Erwin Horvath, wurden in Oberwart durch einen
Terroranschlag getötet. Eine Bombe war als Schild mit der Aufschrift “Roma zurück
nach Indien” getarnt. Bei dem Versuch dieses Schild zu entfernen explodierte die
Sprengfalle. Dieser Anschlag war Teil einer rassistisch und völkisch motivierten
Terroranschlagsserie des Attentäters Franz Fuchs.

Mehr Informationen dazu im Artikel “Das Bombenattentat in Oberwart”.

Spanienkämpferin, Anarchistin, Psychoanalytikerin

Goldy Parin-Matthèy
Montag, 26. Januar 2026 | Beginn: 18:30 Uhr
FAKTory. Literatur, Wissen und Beratung für Studierende,
Universitätsstraße 9, 1010 Wien

 1911 in Graz geboren wurde sie schon früh aktiv in antifaschistischen Kreisen, kämpfte im Widerstand und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zur Mitbegründerin der Ethnopsychoanalyse.

Johannes und Michael Reichmayr haben nun zwölf psychoanalytische Texte von Parin-Matthèy neu herausgegeben, ergänzt um vier Artikel zu ihrer Biographie, über welche Ute Sonnleitner berichten wird.

Ute Sonnleitner, Michael und Johannes Reichmayr besuchen uns am Montag, dem 26. November 2025 um 18:30 Uhr in der FAKTory und stellen uns das neue Buch und Goldy Parin-Matthèy vor.

»Die Psychoanalyse ist die Fortsetzung der Guerilla mit anderen Mitteln« Goldy Parin-Matthèy 1911 in Graz geboren, früh in antifaschistischen (Künstler-)Kreisen aktiv, war sie emotionaler Mittelpunkt ihrer »Brüdergemeinde«, einer linken Horde, selbstverantwortlich und nie hierarchisch. Diese fand für sie ihre Fortsetzung im Spanischen Bürgerkrieg und bei den jugoslawischen Partisanen. Aber auch in den späteren Forschungsreisen mit Paul Parin sowie Fritz und Ruth Morgenthaler nach Westafrika und in ihrer späteren Tätigkeit als Psychoanalytikerin spiegelte sich ihre Haltung wider. Mit Paul Parin und Fritz Morgenthaler eröffnete sie 1952 eine bis heute legendäre psychoanalytische Praxis am Zürcher Utoquai. Die Forschungsergebnisse der Gruppe begründeten die Ethnopsychoanalyse im deutschsprachigen Raum. Das Buch umfasst neben 12 Texten von Goldy Parin-Matthèy vier Beiträge zu ihrer Biografie (Franz Josef Schober, Ute Sonnleitner, Günter Eisenhut, Clara Schliessler).

SS-Justiz: Vernichtung durch Arbeit

Evening Lecture
Karl Reder: Vom Gefängnis ins KZ. Die „Übergabe“ von Justizhäftlingen an die SS in den Jahren 1942– 1945 am Beispiel des Zuchthauses Stein

Wann: Donnerstag, 19.02.2026, 18:30 Uhr
Wo: Wiener Standort der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, Argentinierstraße 13, 1040 Wien

Während des Nationalsozialismus galt das Zuchthaus Stein an der Donau gemessen an der Belegungszahl als die größte Justizvollzugsanstalt auf dem Gebiet des heutigen Österreich. In die Steiner Kerkerzellen sperrte man neben kriminellen Straftätern auch zahlreiche politische Häftlinge. Im Blickpunkt der Forschung stand Stein bislang in erster Linie aufgrund des im April 1945 verübten Massakers an den Insassen. Wenig bekannt ist jedoch, dass ab dem Spätsommer 1942 eine systematische Übergabe von Gefangenen aus dem Justizvollzug des Reichsjustizministeriums ins System der von der SS kontrollierten Konzentrationslager einsetzte. Für die betroffenen Häftlinge bedeutete dies oft den Tod. Der Vortrag widmet sich der Vorgeschichte und Genese der zugrunde liegenden Vereinbarung zwischen Justiz und SS. Vorgestellt werden jene Häftlingsgruppen aus den Vollzugsanstalten, die zur „Vernichtung durch Arbeit“ vorgesehen waren.

Ausdauer – die DNA der Demokratie

Demokratie ist ein Marathon, kein Sprint. Ihr gerecht zu werden, heißt, sich langen und zuweilen langweiligen Prozessen zu unterwerfen. Demokratie bedeutet, nicht der Illusion der schnellen Lösung zu erliegen.

Anmeldung erforderlich
telefonisch unter 01 501 70 377 oder per E-Mail an radiokulturhaus@orf.at

Programm

  • Begrüßung: Veronica Kaup-Hasler, Amtsführende Stadträtin für Kultur und Wissenschaft
  • Vortrag: Solmaz Khorsand, Journalistin und Autorin
  • Anschließendes Gespräch: Solmaz Khorsand und Stephanie Fenkart, Direktorin des International Institute for Peace (IIP)
  • Moderation: Vanessa Spanbauer, Journalistin und Historikerin

Die Journalistin und Autorin Solmaz Khorsand betont in dieser Wiener Vorlesung die Unabdingbarkeit und ebenso die Schönheit öder Prozesse, die zur DNA jeder Demokratie gehören sollten, und warnt vor den Schnellschüssen autoritärer „Möchtegernkönige“ und populistischer Antidemokratinnen.

Pathos ist überall. Permanent sind wir bewegt, empört und berührt von der Welt – und wollen das auch mit allen teilen. Pathos bedeutet Macht. Wenn die eigene Bewegtheit andere bewegt, kommen erst die Dinge ins Rollen. Dann kann Pathos Veränderung bedeuten. Gleichzeitig spiegelt sein Einsatz auch die herrschenden Machtverhältnisse wider.

128 Seiten, Format 12,5 x 19,0
1 Auflage, Kremayr & Scheriau 2021
20,00 € inkl. MwSt.
ISBN: 978-3-218-01256-0

Widerstandskämpfer, Gewerkschafter und Bildungsfunktionär

30. Josef-Hindels-Symposium 2026
110 Jahre Josef Hindels – Erinnerung und Auftrag

Am 10. Jänner 2026 wäre Josef Hindels 110 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass widmet sich das 30. Josef-Hindels-Symposium ausführlich seinem Leben und Wirken. Zugleich knüpft die Veranstaltung – ganz in seiner Tradition – an aktuelle politische Entwicklungen an: Vor dem Hintergrund des europaweiten und internationalen Erstarkens rechtspopulistischer und rechtsextremer Bewegungen diskutieren wir, warum auch viele Arbeitnehmer:innen zunehmend rechts wählen.

Termin: Freitag, 16. Jänner 2026
Uhrzeit: 15:00 – 18:30 Uhr
Ort: Wiener Bildungszentrum,
1020 Wien, Praterstrasse 25a/Tür 7
U1 Nestroyplatz
Anmeldung unter: markytan@wiener-bildungsakademie.at

Programmausblick:

  • Leben und Wirken Josef Hindels – Wolfgang Greif
  • Was ist dran am Rechtsruck unter Arbeitnehmer? Annäherungen aus Sicht der empirischen Sozialforschung – Eva Zeglovits (IFES)
  • Wählen gegen die eigenen Interessen? Erklärungen für den Erfolg der Rechten bei Arbeitnehmer – Jörg Flecker (Universität Wien)
  • Podiumsgespräch mit Sabine Schatz und Penny Bayr (Nationalratsabgeordnete) sowie Robert Misik (Autor)

Moderation: Karin Moser, Wiener Bildungsakademie

Was braucht Demokratie heute?

Die Arbeiter:innenbewegung ist eng mit dem Einsatz für Demokratie verbunden. Die Arbeiterkammer fördert demokratische Teilhabe im Alltag – im Betrieb, in der Freizeit und am Wohnort. In Wien sind viele Menschen vom Wahlrecht ausgeschlossen, besonders langjährig hier lebende Arbeiter:innen ohne Staatsbürgerschaft. Das gefährdet die Demokratie.

Der Kampf um das Wahlrecht war immer eine zentrale Forderung der Arbeiter:innenbewegung. Ein wichtiger Schritt der „ökonomischen Befreiung“ der Arbeiter:innen ist die Beteiligung an Wahlen. Die Reinungskräfte und Bauarbeiter:innen zahlen Steuern, zahlen die Sozialversicherung und leisten gesellschaftlich wichtige Arbeiten und gleichzeitig wird ihnen die Mitwirkung bei den Wahlen verwehrt.

Im Workshop lernen Teilnehmer:innen Beispiele aus der AK-Praxis kennen und erarbeiten eigene Beiträge zur Frage, was Demokratie heute braucht.
Mara Verlič ist Referentin der Abteilung Kommunalpolitik und Wohnen der AK Wien.

Hinweis: Der Workshop findet in der Ausstellung Wissen für alle. ISOTYPE – die Bildsprache aus Wien statt.
Ticket für Sonderausstellung und Workshop erforderlich
Dauer: ca. 150 Minuten
Kosten: € 10,00 zzgl. Eintritt in die Ausstellung
Treffpunkt: Im Foyer ca. 5 Minuten vor Beginn

Wiener Filmarchiv der Arbeiterbewegung

WIFAR – das Wiener Filmarchiv der Arbeiterbewegung ist ein Verein, bestehend aus ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter:innen, mit dem Ziel, das audiovisuelle Erbe der österreichischen Arbeiterbewegung von den Anfangstagen bis heute zu erhalten, zu archivieren und einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Wir haben einige Angebote für euch herausgesucht.

Sitzplatz-Reservierung ist unbedingt erforderlich!
Reservierung verfällt 10 min vor der Beginnzeit!

Daten zum Wifar

Verfolgung und Widerstand von Frauen in der Fürsorgearbeit von 1934 bis 1945

Die Mehrheit der Wiener Fürsorgerinnen im Austrofaschismus und Nationalsozialismus verhielt sich regimetreu. Zahlreiche ihrer Kolleginnen wurden entrechtet, entlassen, zur Flucht gezwungen oder ermordet und nur eine Minderheit war im Widerstand aktiv. Anhand von 80 exemplarischen Biografien politisch und rassistisch verfolgter Fürsorgerinnen analysiert Irene Messingers Studie deren private und berufliche Netzwerke, institutionelle Ausschlussprozesse und Formen des Wissenstransfers ins Exil. Die portraitierten Frauen wirkten zuvor in Institutionen der Stadt Wien wie dem Jugendamt, sowie in privaten und konfessionellen Einrichtungen, darunter in der Fürsorge der IKG Wien oder in jüdischen Vereinen. Basierend auf erstmals ausgewerteten Quellen wie Personalakten, Zeitzeuginneninterviews, privaten Nachlässen, konnten zahlreiche Frauenbiografien rekonstruiert und historisch kontextualisiert werden. Somit wird die Berufsgeschichte der Sozialen Arbeit um bislang übersehene vor allem jüdische Akteurinnen ergänzt.

Ein Bildungsauftrag in Sachen Demokratie

 “Zentralstelle” für systematische Beraubung, Vertreibung und Ermordung österreichischer Jüdinnen und Juden

Unmittelbar nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 wird das Gebäude von NS-Behörden
beschlagnahmt und dient bald als Sitz der von Adolf Eichmann gegründeten „Zentralstelle für
jüdische Auswanderung“.

Nach dem Zweiten Weltkrieg werden die Liegenschaften der Rothschild-Familie restituiert. Die Arbeiterkammer Wien erwarb zwei davon, die Theresianumgasse 16-18 (heute das AKBildungszentrum) und die Prinz-Eugen-Straße 20-22, die seit 1960 als Hauptsitz der
Arbeiterkammer Wien fungiert.

Erinnerungsort “Schaltstelle des Terrors”
Eine Ausstellung in der AK zeigt 30 ausgewählte NS Täter:innen-Biografien

Danke an Rainer für den Tipp zu dieser Ausstelllung