Die diesjährige Gedenkfeier für die Opfer des Südostwallbaus beim Kreuzstadl in Rechnitz (Bezirk Oberwart) hat am Sonntag CoV-bedingt nur virtuell stattgefunden. Vor 76 Jahren wurden dort 180 jüdische Zwangsarbeiter aus Ungarn von den Nationalsozialisten ermordet. Zum Artikel
Oftmals werden wir bei unseren Spaziergängen und Interpretationen der Geschichte um „Objektivität“ ersucht. Viele von uns sind in Organisationen und Vereinen der Arbeiter*innenbewegung ehrenamtlich tätig. Wir stehen mit unserer Gesinnung zur Demokratie. Es ist für uns Demokrat*innen unmöglich, über die Verbrechen des Faschismus zu berichten, ohne gleichzeitig Stellung zu beziehen. (10)
Die Nationalratswahlen am 9. November 1930 in Walding (12)
Sozialdemokratische Partei – 154 Stimmen
Christlich-soziale Partei – 315 Stimmen
Nationaler Wirtschaftsbund und Landblock – 16 Stimmen
Heimatblock – 228 Stimmen
NSDAP – Hitlerbewegung – 0 Stimmen
Landbund für Österreich – 0 Stimmen
Kommunistische Partei Österreichs – 0 Stimmen
Österreichische Volkspartei – 0 Stimmen
Wer beseitigte die Demokratie und installierte einen diktatorischen Ständestaat?
Februar 1934 in Urfahr-Land: Die Exekutive führte viele Verhaftungen „vorbeugend“ durch. Die aktiven Schutzbündler des Bezirks kämpften in Linz. Puchenau wurde von den Kämpfen am Spazenberg berührt. (1) Eine Recherche initiiert von Vereinsmitgliedern in Walding, die uns anlässlich des Gedenkens zu den Ereignissen des 12. Februar 1934 Unterlagen zusendeten.
(2) Walding Topothek online von Eva Zauner zur Verfügung gestellt
Im Anschluss an die Kämpfe wurden die Sozialdemokratische Partei, die Gewerkschaften und alle anderen Arbeitnehmerverbände verboten, alle Sozialdemokraten wurden ihrer politischen Ämter enthoben. Am 24. April 1934 wurde die neue Verfassung, die das Ende der parlamentarischen Demokratie bedeutete, beschlossen. Österreich war jetzt ein Ständestaat. Von nun an regierte der Bundeskanzler Dollfuß autoritär und wandelte die Republik nach dem Vorbild des faschistischen Italiens in eine Diktatur um. (3)
Lentos Kunstmuseum Linz Transformation und Wiederkehr 24.3. bis 6.6.2021
Radikale Nationalismen im Spiegel der zeitgenössischen Kunst. Wie es faschistischen oder rechtsextremen politischen Ideen immer wieder gelingt, sich Gehör zu verschaffen.
Die internationale Gruppenschau versammelt Positionen einer Auseinandersetzung mit diesem Phänomen und wirft auch einen Bluck darauf, welche künstlerischen Strategien dazu geeignet sind, aktuelle totalitäre und rechtsextreme Entwicklungen zu visualisieren.
Die Siedlung Lockerwiese, welche in den Jahren 1928-1932 (sowie Erweiterung 1938-1939) durch die Stadt Wien errichtet wurde, ist ein interessantes Beispiel für ein Hybridkonzept einer kleinbürgerlichen Gartenstadt und den Prinzipien des kommunalen Wohnbaus des “Roten Wien” der Zwischenkriegszeit. Bei der Lockerwiese handelt sich um die zweitgrößte Gartensiedlung der Stadt (nach dem Karl-Seitz-Hof in Floridsdorf).
In der Siedlung Lockerwiese am Holowatyplatz
In einem Rundgang „Geschichten aus der Lockerwiese“ der VHS-Hietzing und des wohnpartner-Team 13_23. Am 28. September 2012 wurde in der Gemeindebausiedlung die Freiluftausstellung präsentiert. Die Ausstellung besteht aus 21 Informationstafeln. Diese Tafeln geben Auskunft über den Alltag der Menschen und über ihre poltische, kulturelle Geschichte.. Als Projekt „Geschichte mit den betroffenen Menschen“ war ein zentrales Motto – SAGEN SIE NICHT SIE HÄTTEN NICHTS ZU SAGEN.
Victor Adler – Hofrat der Revolution wurde mit einem Bild ergänzt. Im Beitrag ist ein Foto der Gedenktafel in der Gumpendorfer Strasse am Haus seiner ehemaligen Wohnung von 1905 bis zu seinem Tod 1918.
Lagerübersicht bei der Gedenkstätte in Mitterndorf an der Fischa
Es wurde im Jahre 1915 errichtet. Es diente fast ausschließlich den Flüchtlingen, Deportierten und Evakuierten aus dem italienischen Trentino sowie aus Istrien als Notquartier. Das Lager bestand (im Endausbau) aus ca. 400 Wohn- und Verwaltungsgebäuden, die sich auf über 700.000 Quadratmetern verteilten. (Der oben abgebildete Lagerplan stellt die ursprüngliche Planung dar. Tatsächlich wurde es dann aber mehr als doppelt so groß!) In jeder Wohnbaracke waren – je nach Größe – zwischen 40 und 100 Personen untergebracht. Nach Berichten von Zeitzeugen waren – vor allem zu Beginn – aber manchmal auch mehr als 250 Menschen in eine Baracke gepfercht.
Wir ehemalige Standorte markanter Gebäude des Lagers anläßlich einer Geocachingtour in Mitterndorf. Dabei pfauchte uns beim Rundgang kalter Wind um die Ohren passend zum Schicksal vieler Menschen hier.
Zwischen Arbeiterkammer und Bezirksmuseum Floridsdorf erinnert eine Gedenkstätte des Verein „Niemals Vergessen“ an die Menschen, die hier in Floridsdorf in den Aussenlagern des KZ-Mauthausen gequält und getötet wurden.
Das Denkmal soll an die Befreiung von 2 Außenlager des KZ Mauthausen erinnern.
niemals vergessen in floridsdorf befanden sich aussenlager des kz-mauthausen, welche vor 55 jahren befreit wurden verein niemals vergessen mai 2000
Inschrift bei der Gedenkstätte
Die SS errichtete am 13. und 14. Juli 1944 zwei Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen in Jedlesee und Floridsdorf. Ersteres befand sich auf dem Gelände der Jedlesee-Bierbrauerei-Kellereien, Heinkel Werke AG, zweiteres auf dem Gelände der Firma Hofherr-Schrantz, die ebenfalls zur Heinkel AG gehörte. Die KZ-Häftlinge mussten bei äußerst mangelhafter Ernährung unter großem Druck Zwangsarbeit leisten. Vor dem Eintreffen der Roten Armee wurden am 1. April 1945 2710 Häftlinge auf einen Evakuierungsmarsch nach Mauthausen geschickt. Bei Antritt des Marsches und unterwegs wurden Häftlinge ermordet.
Betriebsversammlung der Lederarbeitet*innen der Fa. Vogl in Mattighofen
Betriebsratsobmann Josef Kaiser referierte im Gasthaus „Zur Post“ seinen Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr. Der Linzer Gemeinderat Höglinger und sozialdemokratischer Kammerrat hielt ein Referat. Es waren etwa 150 Teilnehmer*innen bei der Versammlung, davon ca. ein Drittel Nationalsozialisten. Während der Versammlung lieferten sich beide Gruppen Schimpfduelle, besonders die Ausführungen eines nationalsozialistischen Belegschaftsvertreters erhitzten die Gemüter. Beim Hinausgehen kam es zu einem Handgemenge (Rauferei) zwischen beiden Gruppen, wobei ein Nationalsozialist eine Oberkieferdurchtrennung erliet und fünf seiner Parteifreunde leichtere Verletzungen davon trugen.
Gegen 21 Uhr abends begleiteten Wehrsportler den Linzer Referenten sicherheitshalber zur Bahn. Als die Wehrsportler vom Bahnhof weggingen, wurden sie von einer Bande Nazis, etwa 50 Burschen, die mit Messern und Totschlägern bewaffnet waren, überfallen. Die Arbeiter setzten sich heftig zur Wehr und als die Gendarmen eintrafen, war schon wieder Ruhe.
Das Todesopfer
Am Sonntag um 5 Uhr früh wurde auf dem Holzlagerplatz der Firma Goldberger der sozialdemokratische Lederarbeiter und Sohn des Ortsvertrauensmannes Robert Zimmerbauer aus Moos bei Mattighofen tot aufgefunden. Neben der Leiche lag eine Trommelrevolver und vermutete zuerst, dass dies Tatwaffe sei und Robert Zimmerbauer damit in den Hinterkopf geschossen wurde. Der Obduktionsbefund hat ergeben, dass er nicht erschossen wurde, sondern erstochen worden ist. Eswurden gegen ihn von rückwärts drei Messerstiche geführt. Einer traf oberhalb des rechten Ohres gegen das Hinterhaupt und bewirkte eine Durchtrennung des Schädeldaches und war unbedingt tödlich. Ein zweiter traf die rechte Schulter und ging 12 cm tief. Ein dritter Stich ging in die Nähe des Haarwirbels am Kopf.
Sie war innerhalb der Kinderfreundeorganisation von Anfang an die treibende Kraft für sozialistische Aufklärungspolitik bei Kindern. Die Vorsitzende der Kinderfreunde Wien-Alsergrund sprach fünf Sprachen. Geboren 1862 in Brünn – aufgewachsen in der bürgerlichen Familie Herzfelder. Nach dem Tod ihres Mannes schloss sie sich der Sozialdemokratie an. Sie starb am 26. Oktober 1922 an Darmkrebs.