Walk of FEM

Unsere zweite historische Station gemeinsam mit Uschi und Willi war der “Walk of FEM“. An der Ernst-Koref-Promenade, ehemaliger Bürgermeister der Stadt Linz, entlang der Donau sind “goldene Sterne“ am Weg sichtbar. Wir vier hatten die Möglichkeit bei gewerkschaftlichen Bildungsmaßnahmen sich mit unserer eigenen Geschichte, der Arbeiter:innengeschichte, auseinander zu setzen. Deshalb können wir für uns auch einen Bezug zu einiger dieser gewürdigten Frauen herstellen. Insgesamt erscheint mir die begleitende Information etwas rar. Was würden die Frauen, an die hier erinnert wird“ zu ihrer Darstellung sagen?

Die beiden Linzer Künstlerinnen Margit Greinöcker und Betty Wimmer wurden der Entwicklung einer permanenten Gestaltungsvariante der „walk of fem-Sterne“ (LINZFEST 2008) auf der Ernst-Koref-Promenade zwischen Lentos Kunstmuseum und Brucknerhaus beauftragt.
Am Linzfest 2008 wurde ein temporäres „walk of fem“-Projekt umgesetzt. 2018 wurde die Einrichtung einer dauerhaften Variante beschlossen. Diese konnte im Mai 2021 installiert und in Betrieb genommen werden. Im ersten Umsetzungsschritt wurden 63 Sterne angebracht, wobei eine Ausweitung in den Folgejahren Teil des Konzepts ist.1

„Die Menschen, nicht die Häuser machen die Stadt”

Perikles
Film vom Nordico Stadtmuseum Linz
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Jeder Millimeter hat einen Sinn

Margarethe Schütte-Lihotzky war die erste Architektin Österreichs und die Erfinderin der Einbauküche

Christine Sicher schreibt im “Zusammen“, dem Magazin des Integrationsfonds über das Leben von Margarethe Schütte-Lihotzky. Von Frauen die Häuser bauen, ihrem sozialen Engagement, ihrer Überzeugung als Widerstandskämpferin im Nationalsozialismus sind ihre Spuren in Wien zu finden.

Mit ihrem Wunsch, Architektin zu werden, stieß sie selbst bei ihren
liberalen Eltern auf Unverständnis. „Es war ja damals nicht vorstellbar, sich von einer Frau ein Haus bauen zu lassen.
Ich konnte es mir ja selbst nicht vorstellen“, erinnerte sie
sich. Aber sie setzte ihren Willen durch und studierte als erste Frau an der Wiener Kunstgewerbeschule Architektur.
Dort lernte sie, „dass jeder Millimeter, den man zeichnet, einen Sinn hat. Wenn er umgesetzt wird, beeinflusst er die tägliche Umgebung der Menschen entscheidend.“

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Tschikweiber“. Aus der Fabrik raus, heim – und „wieder oarbeiten, oarbeiten

In der Halleiner Tabakfabrik arbeiten fast ausschließlich Frauen. Bis 1940 arbeiten in Hallein hunderte Frauen in der Tabakfabrik. Mit ihrem Einkommen sichern sie ihren Familien das Überleben. Sie kümmern sich aber auch um die Kinder und die Hausarbeit.

6:50 Uhr. Eine Arbeiterin hastet zur Zigarrenfabrik. Ihre Kinder hat sie eben in die Schule gebracht, jetzt muss es schnell gehen. Um punkt 7 Uhr wird das Fabriktor zugesperrt. Schafft es eine Arbeiterin nicht rechtzeitig hinein, verliert sie das Einkommen eines halben Tages.

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wasbishergeschah.at
oder in einer Rezension von Reinhard Sieder über das Buch Ingrid Bauer, „Tschikweiber haum’s uns g’nennt…“ Frauenleben und Frauenarbeit an der „Peripherie“: Die Halleiner Zigarrenfabriksarbeiterinnen 1869 bis 1940, Europaverlag: Wien 1988. 

HerStory – starke Frauen in der Geschichte


Schließlich gilt: Frauen machen Revolution, erringen wissenschaftliche Durchbrüche, entwickeln Erfindungen, gehen auf Abenteuer oder regieren kriminelle Organisationen – aber in den Geschichtsbüchern landen wichtig aussehende Herren mit Wohlstandsbäuchen, Monokeln, Pfeifen, Schnurrbärten und großen Colts.

Jasmin, die Entwicklerin des Podcast
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Im Sommer 1942 und zu Beginn des Jahres 1943 verbreitete die studentische Widerstandsgruppe “Die Weiße Rose” erst in München, dann auch im süddeutschen Raum sowie in Linz, Salzburg und Wien Flugblätter gegen Hitler und das nationalsozialistische Regime. Sie forderte darin zunächst zum passiven Widerstand auf, aber schon bald auch zum Sturz der Regierung. Die Medizinstudenten Hans Scholl und Alexander Schmorell bildeten den Kern dieser Gruppe. Christoph Probst, Sophie Scholl, Willi Graf und ihr Mentor Professor Kurt Huber schlossen sich ihnen nach und nach an und beteiligten sich in unterschiedlicher Weise an den regimekritischen Aktionen. (bpb)

Die wunderbare Käthe Leichter

In den letzten Tagen habe ich tolle, interessante und aufschlussreiche Artikel, Tweets und Forumeinträge zum Leben und Wirken von Käthe Leichter gelesen. Marliese Mendel, Brigitte Pellar, Stefan Steindl, Lukas Oberndorfer, Kathrin Glösel, Gerald Demmel, Gerlinde Hauer, Sabine Lichtenberger, Ingrid Moritz, Markus Hasenberger erhellen das Umfeld dieser großartigen Frau. Der Aufbruch der Arbeiter*innenbewegung nach einem schrecklichen Krieg zu einem Sozialstaat, wo erstmals menschliche Lebensbedingungen für die Gefahren des Lebens (Krankheit, Arbeitslosigkeit und Alter) durch engagierte Gewerkschafter*innen wie sie, geschaffen wurden. Mit ihrem Wissen und ihrer Tatkraft versuchte sie sich der heraufziehenden „Düsternis“ des 20. Jahrhunderts, dem Austrofaschismus und Nationalsozialismus entgegenzustemmen. Selbst in in ihren letzten, schlimmen und qualvollen Tagen im Konzentrationslager schilderten Weggefährtinnen wie Rosa Jochmann wie als politisch, aufgeklärte Frau ihren Leidensgenossinnen Mut zusprach.

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1907 – Streik der Kleidermacherinnen

Auszug aus dem Buch “WIR.die Frauen der Produktionsgewerkschaft”

Am 18. März 1907 schritten mit „ernstem Selbstbewusstsein“ rund 6.000 Schneiderinnen in Viererreihen die Ringstraße entlang. Aus den Fenstern der Ringstraßenpalais schauten jene Damen zu, für die sie sonst zu Hungerlöhnen in den Werkstätten von frühmorgens bis spätabends „kunstvolle Roben“ herstellten. Bis zu diesem Tag hatte kaum jemand von den „Schneidermädchen“ gesprochen.

Digitales Archiv der Österreichischen Nationalbibliothek – Illustrierte Kronen vom 19. März 1907 – Titelseite
Weiter im Streik der Kleidermacherinnen

Drei Schwestern in der Résistance

Vor ein paar Tagen bekam ich einen Link von einem unserer Vereinsfunktionäre zugesandt. Sein Tipp verlinkte mich zu einer virtuellen Ausstellung des „kunstplatzl“. Eine der Schwestern war die Frau und Kollegin mit der beruflich Kontakt hatte.

Wie wurden die drei Schwestern Selma, Berthe und Gundl zu Widerstandskämpferinnen?

Frauen und ihre Rolle und Bedeutung im antifaschistischen Widerstand sind bis heute, obwohl in den letzten Jahren hierzu verstärkt publiziert wurde, immer noch ein Forschungsdesiderat. Sonja Frank, Enkelin der österreichischen Widerstandskämpferin Fanni Grossmann, hat mit ihrer Veröffentlichung einen überaus wichtigen und gelungenen Beitrag geleistet, um diese Lücke schließen zu helfen.

Stefan Kraus, Mitteilungen der Alfred Klahr Gesellschaft

In der Buchbeschreibung heisst es: „Die Beschreibung des Existenz- und Überlebenskampfes der Frauen ist ein bedeutendes Zeugnis des historischen und politischen Zeitgeschehens, wurde Widerstand doch meist männlich gedacht; wenn weibliche Widerstandtätigkeit in den Fokus rückte, neigte man dazu, immer die gleichen Namen zu nennen. Es waren jedoch Tausende Frauen, die sich gegen den Faschismus gestellt, ihr Leben riskiert haben. Mit den drei Steinmetz-Schwestern wird auch der Blick auf die Vielen geöffnet.“

Sonja Frank (Hg.): Die drei Schwestern. Selma, Berthe und Gundl, geb. Steinmetz. Frauen im Widerstand 1933–1945. Wien: Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft 2021. 326 S. – ISBN 978-3-901602-94-8 – Inhaltsverzeichnis

Internationaler Frauentag auf Ö1

Frauen mit Courage und vom politischen Aufbegehren

Montag, den 7.3. um 09:30 im Radiokolleg

Dienstag, den 8.3. um 10:05 Anklang

Im Radiokolleg – Frauen mit Courage – Protest gegen Frauenmorde

Ni una menos! Vivas nos queremos!

Skandieren Demonstrant*innen, die gegen Femizide protestieren.

Es bedeutet: “Nicht eine weniger!” und “Wir wollen leben!” beziehungsweise “Wir wollen uns lebend!” Der Satz stammt aus einem Gedicht der mesikanischen Dichterin und Menschenrechtsaktivistin Susana Chavez. Seit mehr als einem Jahr spielt dies Protestbewegung auch in Österreich einer immer größere Rolle, angesichts von 319 Frauenmorden und 458 Mordversuchen in 11 Jahren in Österreich.

Weitere Programmangebote zum Internationalen Frauentag am 8.3.2020

  • Mutig starke Frauen – Leonore und Milada – 10:05 Uhr
  • Mädchen mit Talent – 11:05 Uhr
  • Emanzipation am Bauernhof – 19:05 Uhr
  • Musik für Suffragetten – 19:30 Uhr
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Wie aus einer Textilgewerkschafterin die erste Bundesministerin Österreichs wurde

Veröffentlicht auf der Homepage des ÖGB unter Gewerkschaftsgeschichte. Danke an Marliese für die Recherche zu Grete Rehor.

Die erste Frau Bundesminister: Grete Rehor

Grete Rehor wurde am 30. Juni 1910 in eine gutbürgerliche Wiener Familie hineingeboren. Alles deutete auf ein gutes Leben hin. Als aber ihr Vater im Ersten Weltkrieg fiel, verarmte die Familie. Mit 14 Jahren musste sie ihren Traum, Lehrerin zu werden, aufgeben und zum Familienbudget beizutragen.


Nur eine qualifizierte Berufsausbildung dem sozialen und wirtschaftlichen Aufstieg der ArbeitnehmerInnen in Österreich förderlich sein kann.

Grete Rehor

Grete Rehor wurde am 30. Juni 1910 in eine gutbürgerliche Wiener Familie hineingeboren. Alles deutete auf ein gutes Leben hin. Als aber ihr Vater im Ersten Weltkrieg fiel, verarmte die Familie. Mit 14 Jahren musste sie ihren Traum, Lehrerin zu werden, aufgeben und zum Familienbudget beizutragen.

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Das Elend machte mich zur Sozialistin

Zum 120. Geburtstag von Rosa Jochmann schreibt die Pro-Ge in der “Glück Auf”

Rosa Jochmann (1901–1994) war als Zeitzeugin, ehemalige Widerstandskämpferin und Überlebende des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück bekannt und galt als „Grande Dame“ der Sozialdemokratie. Sie war zeit ihres Lebens eine glühende Kämpferin gegen Rassismus, Antisemitismus und Faschismus.

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