SS-Justiz: Vernichtung durch Arbeit

Evening Lecture
Karl Reder: Vom Gefängnis ins KZ. Die „Übergabe“ von Justizhäftlingen an die SS in den Jahren 1942– 1945 am Beispiel des Zuchthauses Stein

Wann: Donnerstag, 19.02.2026, 18:30 Uhr
Wo: Wiener Standort der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, Argentinierstraße 13, 1040 Wien

Während des Nationalsozialismus galt das Zuchthaus Stein an der Donau gemessen an der Belegungszahl als die größte Justizvollzugsanstalt auf dem Gebiet des heutigen Österreich. In die Steiner Kerkerzellen sperrte man neben kriminellen Straftätern auch zahlreiche politische Häftlinge. Im Blickpunkt der Forschung stand Stein bislang in erster Linie aufgrund des im April 1945 verübten Massakers an den Insassen. Wenig bekannt ist jedoch, dass ab dem Spätsommer 1942 eine systematische Übergabe von Gefangenen aus dem Justizvollzug des Reichsjustizministeriums ins System der von der SS kontrollierten Konzentrationslager einsetzte. Für die betroffenen Häftlinge bedeutete dies oft den Tod. Der Vortrag widmet sich der Vorgeschichte und Genese der zugrunde liegenden Vereinbarung zwischen Justiz und SS. Vorgestellt werden jene Häftlingsgruppen aus den Vollzugsanstalten, die zur „Vernichtung durch Arbeit“ vorgesehen waren.

Ausdauer – die DNA der Demokratie

Demokratie ist ein Marathon, kein Sprint. Ihr gerecht zu werden, heißt, sich langen und zuweilen langweiligen Prozessen zu unterwerfen. Demokratie bedeutet, nicht der Illusion der schnellen Lösung zu erliegen.

Anmeldung erforderlich
telefonisch unter 01 501 70 377 oder per E-Mail an radiokulturhaus@orf.at

Programm

  • Begrüßung: Veronica Kaup-Hasler, Amtsführende Stadträtin für Kultur und Wissenschaft
  • Vortrag: Solmaz Khorsand, Journalistin und Autorin
  • Anschließendes Gespräch: Solmaz Khorsand und Stephanie Fenkart, Direktorin des International Institute for Peace (IIP)
  • Moderation: Vanessa Spanbauer, Journalistin und Historikerin

Die Journalistin und Autorin Solmaz Khorsand betont in dieser Wiener Vorlesung die Unabdingbarkeit und ebenso die Schönheit öder Prozesse, die zur DNA jeder Demokratie gehören sollten, und warnt vor den Schnellschüssen autoritärer „Möchtegernkönige“ und populistischer Antidemokratinnen.

Pathos ist überall. Permanent sind wir bewegt, empört und berührt von der Welt – und wollen das auch mit allen teilen. Pathos bedeutet Macht. Wenn die eigene Bewegtheit andere bewegt, kommen erst die Dinge ins Rollen. Dann kann Pathos Veränderung bedeuten. Gleichzeitig spiegelt sein Einsatz auch die herrschenden Machtverhältnisse wider.

128 Seiten, Format 12,5 x 19,0
1 Auflage, Kremayr & Scheriau 2021
20,00 € inkl. MwSt.
ISBN: 978-3-218-01256-0

Widerstandskämpfer, Gewerkschafter und Bildungsfunktionär

30. Josef-Hindels-Symposium 2026
110 Jahre Josef Hindels – Erinnerung und Auftrag

Am 10. Jänner 2026 wäre Josef Hindels 110 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass widmet sich das 30. Josef-Hindels-Symposium ausführlich seinem Leben und Wirken. Zugleich knüpft die Veranstaltung – ganz in seiner Tradition – an aktuelle politische Entwicklungen an: Vor dem Hintergrund des europaweiten und internationalen Erstarkens rechtspopulistischer und rechtsextremer Bewegungen diskutieren wir, warum auch viele Arbeitnehmer:innen zunehmend rechts wählen.

Termin: Freitag, 16. Jänner 2026
Uhrzeit: 15:00 – 18:30 Uhr
Ort: Wiener Bildungszentrum,
1020 Wien, Praterstrasse 25a/Tür 7
U1 Nestroyplatz
Anmeldung unter: markytan@wiener-bildungsakademie.at

Programmausblick:

  • Leben und Wirken Josef Hindels – Wolfgang Greif
  • Was ist dran am Rechtsruck unter Arbeitnehmer? Annäherungen aus Sicht der empirischen Sozialforschung – Eva Zeglovits (IFES)
  • Wählen gegen die eigenen Interessen? Erklärungen für den Erfolg der Rechten bei Arbeitnehmer – Jörg Flecker (Universität Wien)
  • Podiumsgespräch mit Sabine Schatz und Penny Bayr (Nationalratsabgeordnete) sowie Robert Misik (Autor)

Moderation: Karin Moser, Wiener Bildungsakademie

Was braucht Demokratie heute?

Die Arbeiter:innenbewegung ist eng mit dem Einsatz für Demokratie verbunden. Die Arbeiterkammer fördert demokratische Teilhabe im Alltag – im Betrieb, in der Freizeit und am Wohnort. In Wien sind viele Menschen vom Wahlrecht ausgeschlossen, besonders langjährig hier lebende Arbeiter:innen ohne Staatsbürgerschaft. Das gefährdet die Demokratie.

Der Kampf um das Wahlrecht war immer eine zentrale Forderung der Arbeiter:innenbewegung. Ein wichtiger Schritt der „ökonomischen Befreiung“ der Arbeiter:innen ist die Beteiligung an Wahlen. Die Reinungskräfte und Bauarbeiter:innen zahlen Steuern, zahlen die Sozialversicherung und leisten gesellschaftlich wichtige Arbeiten und gleichzeitig wird ihnen die Mitwirkung bei den Wahlen verwehrt.

Im Workshop lernen Teilnehmer:innen Beispiele aus der AK-Praxis kennen und erarbeiten eigene Beiträge zur Frage, was Demokratie heute braucht.
Mara Verlič ist Referentin der Abteilung Kommunalpolitik und Wohnen der AK Wien.

Hinweis: Der Workshop findet in der Ausstellung Wissen für alle. ISOTYPE – die Bildsprache aus Wien statt.
Ticket für Sonderausstellung und Workshop erforderlich
Dauer: ca. 150 Minuten
Kosten: € 10,00 zzgl. Eintritt in die Ausstellung
Treffpunkt: Im Foyer ca. 5 Minuten vor Beginn

Wiener Filmarchiv der Arbeiterbewegung

WIFAR – das Wiener Filmarchiv der Arbeiterbewegung ist ein Verein, bestehend aus ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter:innen, mit dem Ziel, das audiovisuelle Erbe der österreichischen Arbeiterbewegung von den Anfangstagen bis heute zu erhalten, zu archivieren und einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Wir haben einige Angebote für euch herausgesucht.

Sitzplatz-Reservierung ist unbedingt erforderlich!
Reservierung verfällt 10 min vor der Beginnzeit!

Daten zum Wifar

Verfolgung und Widerstand von Frauen in der Fürsorgearbeit von 1934 bis 1945

Die Mehrheit der Wiener Fürsorgerinnen im Austrofaschismus und Nationalsozialismus verhielt sich regimetreu. Zahlreiche ihrer Kolleginnen wurden entrechtet, entlassen, zur Flucht gezwungen oder ermordet und nur eine Minderheit war im Widerstand aktiv. Anhand von 80 exemplarischen Biografien politisch und rassistisch verfolgter Fürsorgerinnen analysiert Irene Messingers Studie deren private und berufliche Netzwerke, institutionelle Ausschlussprozesse und Formen des Wissenstransfers ins Exil. Die portraitierten Frauen wirkten zuvor in Institutionen der Stadt Wien wie dem Jugendamt, sowie in privaten und konfessionellen Einrichtungen, darunter in der Fürsorge der IKG Wien oder in jüdischen Vereinen. Basierend auf erstmals ausgewerteten Quellen wie Personalakten, Zeitzeuginneninterviews, privaten Nachlässen, konnten zahlreiche Frauenbiografien rekonstruiert und historisch kontextualisiert werden. Somit wird die Berufsgeschichte der Sozialen Arbeit um bislang übersehene vor allem jüdische Akteurinnen ergänzt.

Ein Bildungsauftrag in Sachen Demokratie

 “Zentralstelle” für systematische Beraubung, Vertreibung und Ermordung österreichischer Jüdinnen und Juden

Unmittelbar nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 wird das Gebäude von NS-Behörden
beschlagnahmt und dient bald als Sitz der von Adolf Eichmann gegründeten „Zentralstelle für
jüdische Auswanderung“.

Nach dem Zweiten Weltkrieg werden die Liegenschaften der Rothschild-Familie restituiert. Die Arbeiterkammer Wien erwarb zwei davon, die Theresianumgasse 16-18 (heute das AKBildungszentrum) und die Prinz-Eugen-Straße 20-22, die seit 1960 als Hauptsitz der
Arbeiterkammer Wien fungiert.

Erinnerungsort “Schaltstelle des Terrors”
Eine Ausstellung in der AK zeigt 30 ausgewählte NS Täter:innen-Biografien

Danke an Rainer für den Tipp zu dieser Ausstelllung

Die Kinder der Schweigenden

Ein Dokumentarfilm von Fred Turnheim

So wie die Großeltern des Filmemachers, Emanuel und Cäcilie Weiss, die am 19. November 1943 in Auschwitz ermordet wurden. Zu Erinnerung an ihre ermordeten Eltern hat die Tante des Filmmachers die Köpfe ihrer Eltern modelliert. Sie führen als die Schweigenden, die niemals Schweigen durch den Film.

Filmvorführung am 14. Jänner 2026
18:30 Uhr Buchhandlung FAKTory
Universitätsstrasse 9, 1010 Wien

Copyright: Doc-Film Vienna

Ausgehend von einem Exklusivinterview mit dem 97-jährigen Abba Naor, – der als Jugendlicher das KZ Dachau überlebte, seit Jahrzehnten als Zeitzeuge Schüler:innen in Bayern seine Geschichte erzählt, seine eigenen Kinder in Israel damit jedoch lange verschonte –, widmet sich der zweite Teil der Trilogie dem Erinnern und Schweigen der Überlebenden der Konzentrationslager.

Fred Turnheim versucht denjenigen, die vom unvorstellbaren Schrecken der NS-Konzentrations- und Vernichtungslager erzählen können und bald nicht mehr da sein werden, einen Platz für deren Erinnerung zu geben. Mehr Informationen zum Film…

Programm

  • Film: Die Kinder der Schweigenden
  • Diskussion mit Regisseur
  • Gemeinsamer Austausch über den Film bei einem Buffet.

Anmeldung bitte per E-Mail an rote.spuren@chello.at

„Der Steinhof im Nationalsozialismus“

Im Mai startet auch der Beitrag des DÖW zum Jubiläumsjahr, die Reihe „Immer Wider Stand“, die zugleich in die Vergangenheit und die Zukunft schaut.

Am Otto-Wagner-Areals befand sich die Heil- und Pflegeanstalt „Am Steinhof“, die in der Zeit des Nationalsozialismus zum Wiener Zentrum der nationalsozialistischen Tötungsmedizin wurde und in der mindestens 7.500 Patient*innen ums Leben kamen. Unter den Todesopfern befanden sich 800 Kinder, die in der Kinderfachabteilung „Am Spiegelgrund“ ermordet wurden. Seit über 20 Jahren erinnern eine Ausstellung des DÖW in Pavillon V und ein Mahnmal vor dem Jugendstiltheater an die Geschehnisse. 

Rundgang am 6. Dezember 2025  um 12.00 Uhr 
am Otto-Wagner-Areal (OWA), Treffpunkt: Pavillon V (nicht 5), Baumgartner Höhe 1, 1140 Wien
Kostenlose Teilnahme, Voranmeldung per E-Mail nötig – vermittlung@doew.at (bitte bis spätestens 4. Dezember)