Fie Fabriken Ornstein und Rie schicken ihre Treiber herum, um die Arbeiter in die Fabrik hinein zu bringen; bei dieser Gelegenheit zeigen sich die Frauen als wahre Heldinnen. In der Fabrik Reuner sind am Montag den 29. Juli alle Frauen in die Arbeit gegangen, dort vereinigten sie sich und zogen durch die ganze Stadt herum und gingen dann jede nach Haus.
Von April 1943 bis Mai 1945 starben über 2.000 Menschen an den Folgen der Zwangsarbeit, um das Großprojekt der Nazis in Norwegen zu vollenden: den Bau der Nordlandbahn und der Polarbahn. Die meisten von ihnen waren sowjetische Kriegsgefangene.(2)
Die Flucht aus Kalvik war eine der umfangreichsten Fluchten von Gefangenen aus einem deutschen Gefangenenlager im Norwegen der Besatzungszeit. Fast 50 Häftlinge waren daran beteiligt. 11 Häftlinge wurden bei dieser Flucht erschossen, während 12 Häftlinge es über den Berg nach Schweden schafften! (1)
Brigitte und ich entdeckten diese Gedenkstätte zufällig durch ein Hinweisschild auf der E6.
Das Gefangenenlager in Kalvik war eines der vielen Kriegsgefangenenlager, die entlang der geplanten Eisenbahnstrecke von Fauske nach Narvik errichtet wurden. Hier waren rund 300 sowjetische Kriegsgefangene inhaftiert.
Gleichzeitig ist diese Flucht außergewöhnlich gut dokumentiert. Ein deutsches Tagebuch gibt uns eine detaillierte Beschreibung der Ereignisse. Ein Sørfold væringer, der an Bord des Bootes war, auf dem die Gefangenen randalierten, hat später von seinen Erinnerungen erzählt. Ein in den Felsen gehauenes Denkmal bei Sommerset erinnert uns an die 11 erschossenen Gefangenen. Deutsche Häftlingskarten sagen uns, wer diese Häftlinge waren. Der schwedische Polizeibericht bezeugt, dass 12 Gefangenen der Weg in die Freiheit gelungen ist!
In einem kleinen geografischen Gebiet gibt es mehrere Ortsnamen, die darauf hindeuten, dass hier wahrscheinlich seit mehreren Jahrhunderten eine Siedlung bestanden hat. Bis in unsere Zeit. Es mag den Anschein haben, dass der Ort in öffentlichen Quellen mit unterschiedlichen Namen bezeichnet wird. Hier werden die Namen Baksund, Baksundholmen und Krokan synonym verwendet, um sich auf die Zugehörigkeit der Menschen zu beziehen, die an diesen Orten lebten. Wir sehen, dass Menschen, die in Krokan auf der Südseite von Holmtjønna lebten, manchmal bei Taufen, Volkszählungen und Versetzungen nach Baksundholmen geschrieben wurden. Die Siedlung in Myra und Holmbakkan wurde Baksund und Baksundholmen, aber auch Krokan unterstellt. (Info vom Saltstraummuseum)
Pernille erlitt im Alter von 66 Jahren einen Schlaganfall. Sie starb 1873 einige Wochen später zu Hause auf Baksundholmen.
Auf unserer Teise entlang der Helgelandküste treffen wir am Morgen in Tjøtta an einer sowjetischen Kriegsgräberstätte ein. Bei unserer Ankunft werden wir von einem Mann, der aus Lettland stammt und jetzt seit 5 Jahren auf den Lofoten lebt, angesprochen. Er erzählt uns einiges über die Entstehung der Gedenkstätte, über die Umbettung vieler Gefallener und gibt uns einige Recherchetipps.
Eingangsdenkmal zur Kriegsgräberstätte
Schon im August 19411 werden daher die ersten Transporte mit sowjetischen Kriegsgefangenen von Stettin über die Ostsee entlang der norwegischen Küste nach Nordnorwegen gebracht. Insgesamt werden in den folgenden Kriegsjahren ungefähr 100 000 sowjetische Bürger nach Norwegen verschleppt. Die große Mehrheit sind Kriegsgefangene, etwa 93 000 Personen, die übrigen 7 500 Personen sind Zivilisten. Von dieser Gruppe sind etwa 13 700 Menschen in norwegischer Erde begraben oder haben vor Norwegens Küste ein Seegrab gefunden.(1)
In unserer Serie zur Gründung der Arbeiterzeitung 1889 haben wir vier Artikel aus dem digitalen Archiv der Österreichischen Nationalbibliothek herausgenommen.
Jägerndorf FunktionärInnen des Arbeiter – Bildungsvereins werden durch Gerichtsverfahren eingeschüchtert. Der Obmann Robert Hirt wurde zu vier Wochen Haft verurteilt.
Auch das Zusammenstehen unter freiem Himmel war nicht erlaubt, weshalb Leute, die miteinander im Freien sprechen wollten, die Regenschirme aufspannten, um überdacht zu sein.
Durchsetzung einer Lohnerhöhung in 7 Fabriken von 15 Prozent. Streikunterstützung für die ManufakturarbeiterInnen und streikenden Weber.
Auf unserer Norwegenreise entdeckten wir in Stryn, Provinz Vestland in Südnorwegen dieses Denkmal. Wir wurden an den grausamen rechten Terrorakt auf der Insel Utøya erinnert, wo ein rechtsextremer Terrorist bei einem sozialdemokratischen Jugendlager und in Oslo 77 Menschen brutal ermordete.
Die versuchte Übersetzung des Textes
Dann sammle deine Blumen – in einem breiten Strauß – sammle dein Licht – um durch die Dunkelheit zu sehen – sammle deine Freude – um alle Tränen zu öffnen – sammle deine Hoffnung – um am Traum festzuhalten – sammle deine Gedanken – allen Zweifeln standhalten – sammle deine Menschen – sammle unsere Mitmenschen – bringe uns zusammen
In Lecce entdecken wir eine Gedenktafel über den Tod von drei Arbeitern, wo wir etwas recherchieren mussten, bis wir sie richtig einordnen konnten.
Ein halbes Jahrhundert brauchte die Stadt für diese Gedenktafel, um an den Mord an drei Arbeitern zu gedenken.
Am Morgen des 24. September 1945 versammelten sich über 5.000 Menschen auf der Piazza San Oronzo (Lecce), getrieben von Hunger, Wut über gebrochene Versprechen und Arbeitslosigkeit. (1) Der Streik geht weiter und auch die Besetzung des Platzes. Am Morgen des 25. sind die zehntausend Demonstranten auf dem Platz und erreichen mit dem Ruf “Brot und Arbeit” die vergitterte Tür des Palazzo dei Celestini, in dem sich die Präfektur befindet.(2) Die Menschen bestanden aus Arbeitern, Maurern, Malern, Bauern, … alle erschöpft und wütend.
Den DemonstrantInnen gelingt es das Tor trotz des Widerstands der Carabinieri zu durchdringen. Dann wird der Schußbefehl an die Matrosen der “San Marco“ erteilt, die durch Schüsse in die Demonstranten das Vordringen stoppen. Die Schüsse sind zu hören und der erste der getötet wird ist Nicola Fatano, ein Straßenhändler, dann der Pizzicagnolo Oronzo Zingarelli, Francesco Schifa, ein Maurer, der ebenfalls an den Schüssen stirbt. Es gibt auch Verwundete, darunter ein neunjähriger Junge, der an einer Tür eines Hauses steht und fasziniert der Demonstration zusieht.
133 Jahre wäre sie vor ein paar Tagen alt geworden – unsere Arbeiterzeitung. Grund genug, die Geschichte der AZ, wie diese Alltagslektüre einst in vielen Haushalten liebevoll genannt wurde, Revue passieren zu lessen, aber auch, uns zu fragen, welche Rolle ein zentrales Medium der Arbeiter*innenbewegung heute in Österreich spielen könnte. Gerade bei der Diskussion politischer Positionen oder auch der Rolle einer Zeitung als „kollektiver Organisator“, welcher tragisch fehlt, wie die geringe Beteiligung von SPÖ und Gewerkschaften an Demonstrationen und anderen Aktionen zeigt, gäbe es einiges an Aufholbedarf. Das und noch mehr diskutieren wir in der 32. Ausgabe unseres Podcasts „Das Politische Quartett“. (Axel Magnus auf www.aufwiderstand.at)
Auf das Bild klicken – dann kommt man zum Podcast
Brigitte und Werner Drizhal diskutieren mit 2 Kollegen zur Entwicklung der Arbeiterzeitung.
Über all dies schrieb Victor Adler in „Die Gleichheit“ (die Vorgängerzeitung der Arbeiterzeitung). Der erste Artikel erschien am 1. Dezember 1888. Daraufhin wurden nicht die Arbeitsbedingungen verbessert, sondern „strenge Nachforschungen nach Arbeitern veranstaltet“, die „Die Gleichheit“ verteilt hatten oder gar besaßen. Zwei Arbeiter wurden von ihren Strohsäcken geholt, verhaftet, angeklagt und zu Geldstrafen verurteilt. Es wurde die Losung ausgegeben: „Wer Zeitungen liest, an Versammlungen (…) teilnimmt, wird sofort entlassen.“ Auch Adler wurde angeklagt und musste 30 Gulden Geldstrafe bezahlen. (Quelle: ÖGB, Marlies Mendel – Victor Adler und die ZiegelarbeiterInnen)
Bei unserem Besuch der Stadt in Alberobello entdeckten wir diese Gedenktafel.
Zum 20. Jahrestag (2. Juni 1965) wurde im Andenken an die nationalsozialistische Unterdrückung und den Kampf im Widerstand für ein freies Vaterland und für Demokratie, diese Tafel enthüllt.
Alberobello, das jährlich von tausenden Touristen (auch uns) wegen der Trulli-Häuser besucht wird, war auch Standort eines Internierungslager (campo di concentramento) der italienischen Faschisten. Die Internierten waren in einer ehemaligen Landwirtschaftsschule, der Casa Rossa, untergebracht, die sich einige Kilometer vom Ortskern entfernt im Weiler Alberto della Croce befand. Von 1940 bis 1943 waren insgesamt 208 Insassen in Alberobello interniert. Die ersten Internierten – Engländer, Iren, Malteser und Inder – wurden alsbald verlegt, um für italienische und ausländische Juden, Angehörige der slawischen Minderheiten in den italienischen Grenzprovinzen und Jugoslawen aus den von Italien besetzten und annektierten Gebieten Platz zu machen. Antifaschisten befanden sich ebenfalls im Lager. Im Sommer 1942 wurden die jüdischen Internierten nach Kalabrien, ins Internierungslager Ferramonti di Tarsia, überstellt. Die Belegung erreichte ihren Höchststand im Juli 1942 mit 105 Personen.(1)
Zurück zu den Trulli-Häusern. In einem Literaturreisebericht entdeckte ich auch einen Hinweis zum Namen der Häuser:
Diese Bauten hießen früher im salentinischen Dialekt einfach nur “casedde”, kleine Häuser. Mit dem Faschismus wurden diese Bauten in “Trulli” umgetauft. Andere Bezeichnungen sind truddhu, ruddo, turri, furnieddhu, furnu, pajaru, chipuru, calvari, lamie.(2)