Mahnmal in Fischamend

Mahnmal gegen Faschismus, Extremismus, Gewalt, Terror und Krieg.
Wehret den Anfängen

Erstmals veröffentlicht im Jänner 2017
Neu veröffentlicht wegen einer inhaltlichen Ergänzung

Die Stadtgemeinde Fischamend hat auf  Antrag des Gemeinderates Roland Schuh (KPÖ) gestiftet.
Es wurde am 20. September 2000 aufgestellt und am 21. April 2001 im Rahmen einer Festveranstaltung des Gemeinderates und mit einer Ansprache von Bürgermeister Franz Bayer gewürdigt. Organisiert haben die Enthüllung Roland Schuh und Thomas Tschernitschek. Gestaltet haben diesen Gedenkstein Dimitri Verdianu, Stefan Potengowski.(1)

Auf Initiative der SPÖ beschloss der Gemeinderat die Umgestaltung des Kirchenvorplatzes in einen Gedenkplatz mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP am 23. März 2009. Das vorher in der Parkanlage Gregerstraße 13–17 situierte Mahnmal wurde hierher versetzt. (2)

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“Die Juden waren plötzlich weg. Drei haben sie geköpft, drei aufgehängt und 300 erschossen.”

Merke, es gibt Untaten, über
welche kein Gras wächst.1

Nach einer kurzen Aufwärmpause und einer Stärkung mit Tee oder Kaffee machten wir uns auf den Weg mit Robert durch Krems zu einem Stadtrundgang. Bei diesem Rundgang versuchen wir den „Mantel des Schweigens“ zu lüften und über Ereignisse und Orte zusprechen, an denen sonst weiter gegangen wird.

Robert recherchierte für seine Dissertation, als einer der in Krems aufgewachsen ist, Unterlagen und Dokumente für die Zeit zwischen 1938 und 1945 zu bekommen. Wo immer eine Antwort auf die Frage “Was ist geschehen?” zu bekommen war – und das war nicht die Regel – lautete sie in etwa: “Die Juden waren plötzlich weg. Drei haben sie geköpft, drei aufgehängt und 300 erschossen.”
In den 1920er Jahren war Krems neben Gmünd ein Zentrum für österreichische NSDAP-Mitglieder. Die meisten Jüd:innen aus Krems zogen nach Wien, wo es bessere wirtschaftliche Möglichkeiten gab. 1934 gab es 220 Menschen jüdischen Glaubens in Krems, im März 1938 waren es 116 und im November 65 Jüd:innen2.

Der Antisemitismus fiel in Krems, wie in der gesamten Monarchie, auf fruchtbaren Boden. Die Wiener Allgemeine Zeitung vom 13. April 1926 veröffentlichte den nebenstehenden Artikel3.

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Geschändet – Zerstört – Vertrieben – Renoviert

Das Schicksal der Jüdischen Friedhöfe in Krems

 „Er war zwar nicht unsinnig fromm, aber man kann schon sagen traditionell eingestellt, und er ging immer zu den Gottesdiensten.“1

Unsere Studiengruppe marschiert nach dem Frühstück zum Jüdischen Friedhof in der Wienerstrasse. Robert Streibel holt sich vom gegenüberliegenden Autohändler den Schlüssel und führt uns in den Friedhof hinein.

Der jüdische Friedhof von Krems wurde 1880/81 eingeweiht2. Nachdem ein älterer Friedhof auf dem Turnerberg bei Krems in der Zwischenkriegszeit mehrmals geschändet worden war, wurde er 1936 geschlossen; die Gebeine der Toten wurden auf den Hauptfriedhof in der Wiener Straße überführt. Der Friedhof beherbergt rund 180 Grabstellen, die letzte Beerdigung fand 1971 statt.3
Heute ist der Friedhof vor allem ein Ort des Erinnerns an eine zerstörte Gemeinde. 1988 wurde er renoviert.

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Die Kinder der Schweigenden

Ein Dokumentarfilm von Fred Turnheim

So wie die Großeltern des Filmemachers, Emanuel und Cäcilie Weiss, die am 19. November 1943 in Auschwitz ermordet wurden. Zu Erinnerung an ihre ermordeten Eltern hat die Tante des Filmmachers die Köpfe ihrer Eltern modelliert. Sie führen als die Schweigenden, die niemals Schweigen durch den Film.

Filmvorführung am 14. Jänner 2026
18:30 Uhr Buchhandlung FAKTory
Universitätsstrasse 9, 1010 Wien

Copyright: Doc-Film Vienna

Ausgehend von einem Exklusivinterview mit dem 97-jährigen Abba Naor, – der als Jugendlicher das KZ Dachau überlebte, seit Jahrzehnten als Zeitzeuge Schüler:innen in Bayern seine Geschichte erzählt, seine eigenen Kinder in Israel damit jedoch lange verschonte –, widmet sich der zweite Teil der Trilogie dem Erinnern und Schweigen der Überlebenden der Konzentrationslager.

Fred Turnheim versucht denjenigen, die vom unvorstellbaren Schrecken der NS-Konzentrations- und Vernichtungslager erzählen können und bald nicht mehr da sein werden, einen Platz für deren Erinnerung zu geben. Mehr Informationen zum Film…

Programm

  • Film: Die Kinder der Schweigenden
  • Diskussion mit Regisseur
  • Gemeinsamer Austausch über den Film bei einem Buffet.

Anmeldung bitte per E-Mail an rote.spuren@chello.at

Der “Deutsche Frühling” in der Wachau

Wie die 1938 neugegründete Winzergenossenschaft Krems sich durch Arisierung die Kremser Sandgrube einverleibt1.

Nach dem Rundgang mit Karl Reder treffen wir uns mit Robert Streibl zum gemeinsamen Abendessen. Robert teilt mit der Stadt ein bewegtes Historikerleben. Krems, die erste Stadt Österreichs, die einen NSDAP-Bürgermeister hatte, wo Militärtradition vermengt mit traditioneller (rechter) Bürgerlichkeit und Wein, wehrt sich gegen die Aufarbeitung der jüdischen Verfolgung und nationalsozialistischer Verbrechen. In diese ideologische Stadtmauer dringt Robert mit der Veröffentlichung von Broschüren und Büchern, und zerrt die geschichtlichen Ereignisse in das helle Licht vor die Mauer.

Werner Drizhal mit Robert Streibel, dem Mitautor des dokumentarischen Roman “Wein des Vergessens”

Bernhard Herrman und Robert Streibel auf der Spur der Arisierung der Riede Sandgrube.
Die Denunziationen erleichtern die Arisierung jenes Besitzes, der zur Grundlage der berühmten Winzergenossenschaft Krems wird – ein Begriff für Wein & Kultur weit über die nationalen Grenzen hinaus. Diese Arisierung ist bis heute noch nie Thema der Forschung gewesen. Die Autoren konnten einen Schatz an Dokumenten sicherstellen, mit dem sie eine unglaubliche Geschichte von Verrat und Treue, Liebe und Geschäft, Vernichtung und Verdrängung erzählen2.

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„Der Steinhof im Nationalsozialismus“

Im Mai startet auch der Beitrag des DÖW zum Jubiläumsjahr, die Reihe „Immer Wider Stand“, die zugleich in die Vergangenheit und die Zukunft schaut.

Am Otto-Wagner-Areals befand sich die Heil- und Pflegeanstalt „Am Steinhof“, die in der Zeit des Nationalsozialismus zum Wiener Zentrum der nationalsozialistischen Tötungsmedizin wurde und in der mindestens 7.500 Patient*innen ums Leben kamen. Unter den Todesopfern befanden sich 800 Kinder, die in der Kinderfachabteilung „Am Spiegelgrund“ ermordet wurden. Seit über 20 Jahren erinnern eine Ausstellung des DÖW in Pavillon V und ein Mahnmal vor dem Jugendstiltheater an die Geschehnisse. 

Rundgang am 6. Dezember 2025  um 12.00 Uhr 
am Otto-Wagner-Areal (OWA), Treffpunkt: Pavillon V (nicht 5), Baumgartner Höhe 1, 1140 Wien
Kostenlose Teilnahme, Voranmeldung per E-Mail nötig – vermittlung@doew.at (bitte bis spätestens 4. Dezember)

Tod an der Schwelle zur Freiheit

Bei unserer Studienreise in Krems hatten wir Gelegenheit den Buchautor Karl Reder kennen zu lernen. Der studierte Handelswissenschaftler, der sich in seiner Studienzeit zusätzlich mit Ur- und Frühgeschichte und Skandinavistik beschäftigt hatte, gewährte uns bei einem Rundgang Einblick in das Verbrechen dem “Massaker im Zuchthaus Stein”.

An der Schwelle zur Freiheit sind 386 Opfer
des Hitler-Faschismus am 6. April 1945 im Kerker
zu Stein niedergemetzelt worden

FÜR FRIEDEN UND FREIHEIT
NIEMALS VERGESSEN
1

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Studienreise Krems – abseits der Marillen

Von 21. bis 22. November besuchten 17 Mitglieder der Roten Spuren Krems.
Am Nachmittag erwartete uns Edith Blaschitz in der UNI-Krems zu einer Führung durch die Ausstellung “Geschichte der Tabakfabrik Stein – zwischen Wohlfahrt und Widerstand”. Als Abschluss zeigte sie uns, die im Rahmen des Projekts “Kunst im öffentlichen Raum” entstandenen Mosaik- Teppiche.
Karl Reder schaffte es trotz der einsetzenden Dunkelheit und zunehmender Kälte, Licht in die Geschichte um das Massaker in der Strafanstalt Stein im April 1945 zu bringen.
Am Abend rund um das Abendessen gab es bei den Schilderungen von Robert Streibel die Gewissheit, dass Mut zur Aktion und Widerstand selbst schwerfällige Organisationen und Apparate in Bewegung setzt. Bei seiner Leseprobe zum “Wein des Vergessens” nahm er uns mit auf eine Fronleichnamsprozession im Jahr 1937.

Am nächsten Vormittag nahm uns Robert mit zur Besichtigung des “Jüdischen Friedhofs in Krems”. Wir lernten von ihm den Segensspruch “Deine Seele möge eingebunden sein in das Bündel des ewigen Lebens” kennen.
Nach einer Stärkung und kurzen Aufwärmrunde führte uns Robert durch Krems. Zum Standort der ehemaligen Synagoge und wir tauchten ein das Leben einer Stadt wo militärische Tradition, ehemaliges jüdisches Leben, Wein und Verdrängung vor der eigenen Geschichte noch immer eine Rolle spielen.

Robert begleitet unds nach Gneixendorf zur kleinen Aussstellung über das STALAG XVII B am Flughafen. Dank seiner genauen Schilderung fanden wir hin, denn die Stadtgemeinde schafft es bis heute nicht ein Hinweisschild anzubringen.
Nach dem Essen führte uns Karin Böhm durch das ehemalige Gelände des Lagers. Ihren Fotografien und historischen Recherche von Edith Blaschitz ist zu verdanken, dass es eine fotografische Vermessung dieses Ortes gibt. Auf verschlungenen Wegen führte sie uns zu den Überresten der Unterdrückung und Folter.
Gerhard Pazderka ließ uns teilhaben an der Enstehungsgeschichte der Gedenkstätte an die 61 Ermordeten des SS-Massaker in Hadersdorf. Kreative Ideen und Beharrlichkeit schafften dann doch noch einen würdigen Rahmen für die Opfer des grausamen Wahnsinns.

DANKE an alle, die mitgeholfen haben. Besonders bedanken wir uns bei Maxa, ihr Netzwerk hat wichtige Kontakte hergestellt und bei Brigitte, ihre Organisationskenntnisse in Verbindung mit unseren inhaltlichen Zielen, waren eine große Hilfe.

Tabakarbeiter:innen in Stein gegen den Faschismus

Die österreichischen Faschisten verhängten Verwahrungshaft gegen drei Tabakarbeiter aus Stein

Ludwig Reiter, Alois Knorr und Georg Riedmüller wurden von den Dollfuß-Schergen von 22. Juli bis 20. August 1934 in Haft genommen, weil sie als ehemalige Funktionäre der sozialdemokratischen Partei sich womöglich an einer marxistischen Kundgebung am 1. August beteiligt hätten. Gleichzeitig wurde die Leitung der Tabakregie aufgefordert, die drei Arbeiter zu kündigen und damit ihre Familien in die Armut treiben1.

Widerstand gegen die Faschisten in Krems im Deutschen Reich

Eine Strickerin, die für andere Hilfe besorgt und etwas unternimmt –
Leopoldine Puhl

1926 begann Leopoldine in der Tabakfabrik Stein zu arbeiten, sie war in der sozialdemokratischen Gewerkschaft organisiert. Ende l941 wurde Leopoldine Puhl beschuldigt, von Franz Wieland zur Spende für die „Rote Hilfe“ angeworben worden zu sein. Sie wiederum habe ihre Kollegin Marie Malat zur Spendentätigkeit angeworben und kommunistische Zeitschriften weitergegeben.2

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