Gedenken an die Roma-Opfer in Oberwart

Am 4. Februar 1995 wurde eines der schlimmsten rassistischen Verbrechen
in der Zweiten Republik begangen: Vier Volksgruppenangehörige der Roma,
Peter Sarközi, Josef Simon, Karl und Erwin Horvath, wurden in Oberwart durch einen
Terroranschlag getötet. Eine Bombe war als Schild mit der Aufschrift “Roma zurück
nach Indien” getarnt. Bei dem Versuch dieses Schild zu entfernen explodierte die
Sprengfalle. Dieser Anschlag war Teil einer rassistisch und völkisch motivierten
Terroranschlagsserie des Attentäters Franz Fuchs.

Mehr Informationen dazu im Artikel “Das Bombenattentat in Oberwart”.

Spanienkämpferin, Anarchistin, Psychoanalytikerin

Goldy Parin-Matthèy
Montag, 26. Januar 2026 | Beginn: 18:30 Uhr
FAKTory. Literatur, Wissen und Beratung für Studierende,
Universitätsstraße 9, 1010 Wien

 1911 in Graz geboren wurde sie schon früh aktiv in antifaschistischen Kreisen, kämpfte im Widerstand und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zur Mitbegründerin der Ethnopsychoanalyse.

Johannes und Michael Reichmayr haben nun zwölf psychoanalytische Texte von Parin-Matthèy neu herausgegeben, ergänzt um vier Artikel zu ihrer Biographie, über welche Ute Sonnleitner berichten wird.

Ute Sonnleitner, Michael und Johannes Reichmayr besuchen uns am Montag, dem 26. November 2025 um 18:30 Uhr in der FAKTory und stellen uns das neue Buch und Goldy Parin-Matthèy vor.

»Die Psychoanalyse ist die Fortsetzung der Guerilla mit anderen Mitteln« Goldy Parin-Matthèy 1911 in Graz geboren, früh in antifaschistischen (Künstler-)Kreisen aktiv, war sie emotionaler Mittelpunkt ihrer »Brüdergemeinde«, einer linken Horde, selbstverantwortlich und nie hierarchisch. Diese fand für sie ihre Fortsetzung im Spanischen Bürgerkrieg und bei den jugoslawischen Partisanen. Aber auch in den späteren Forschungsreisen mit Paul Parin sowie Fritz und Ruth Morgenthaler nach Westafrika und in ihrer späteren Tätigkeit als Psychoanalytikerin spiegelte sich ihre Haltung wider. Mit Paul Parin und Fritz Morgenthaler eröffnete sie 1952 eine bis heute legendäre psychoanalytische Praxis am Zürcher Utoquai. Die Forschungsergebnisse der Gruppe begründeten die Ethnopsychoanalyse im deutschsprachigen Raum. Das Buch umfasst neben 12 Texten von Goldy Parin-Matthèy vier Beiträge zu ihrer Biografie (Franz Josef Schober, Ute Sonnleitner, Günter Eisenhut, Clara Schliessler).

MENSCH SEIN – Die Kinder der Schweigenden

Ausgehend von einem Exklusivinterview mit dem 97-jährigen Abba Naor, der als Jugendlicher das KZ Dachau überlebte, wählte ich diese Überschrift für diesen Artikel. Seine zentrale Botschaft an die Schüler:innen ist auf oftmalige Frage “Was kann man tun” – MENSCH SEIN!

Fred Turnheim und sein Team haben einen bewegenden Film über die schrecklichen Ereignisse in den 1.634 nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager (incl. Außenlager) zusammengestellt.

In der FAKTory des ÖGB veranstalteten wir gemeinsam mit der ARGE für eine soziale und gerechte Gesellschaft diesen Filmabend. Manfred Arthaber als Hausherr startete die Veranstaltung mit seiner Einleitung. Nach dem Film gab es eine Diskussion mit dem Regisseur Fred Turnheim.

Basierend auf der Familiengeschichte der Familie Turnheim widmet sich der Film der verschiedenen Opfergruppen in den KZ-Lagern. Für mich erstmals wird hier filmisch auch die Opfergruppe der sogenannten “Kriminellen”, die nach ihren Haftstrafen ebenfalls in den Konzentrationslagern zu unmenschlicher Arbeit gezwungen und ermordet wurden, erwähnt.

In der Abschlussdiskussion kam auch die hervorragende Dramaturgie des Films zur Sprache. Sie führt trotz der “Grauslichkeiten und Schwere” der Ereignisse, in Verbindung mit den persönlichen Erinnerungen und Erlebnissen der Interviewten dazu, dass das ERINNERN wichtig zum GESTALTEN unserer Gesellschaft ist. Bei mir persönlich folgte nach dem Schock des Gesehenen die Kraft und der Wille etwas zu TUN, gegen die abzeichnenden faschistoiden und faschistischen Tendenzen rund um uns. DANKE an die Familie Turnheim für ihr Engagement.

Den Film gibt es auf blue ray oder DVD. Über diesen Kontakt kann man sie erwerben oder einen Filmabend planen.

SS-Justiz: Vernichtung durch Arbeit

Evening Lecture
Karl Reder: Vom Gefängnis ins KZ. Die „Übergabe“ von Justizhäftlingen an die SS in den Jahren 1942– 1945 am Beispiel des Zuchthauses Stein

Wann: Donnerstag, 19.02.2026, 18:30 Uhr
Wo: Wiener Standort der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, Argentinierstraße 13, 1040 Wien

Während des Nationalsozialismus galt das Zuchthaus Stein an der Donau gemessen an der Belegungszahl als die größte Justizvollzugsanstalt auf dem Gebiet des heutigen Österreich. In die Steiner Kerkerzellen sperrte man neben kriminellen Straftätern auch zahlreiche politische Häftlinge. Im Blickpunkt der Forschung stand Stein bislang in erster Linie aufgrund des im April 1945 verübten Massakers an den Insassen. Wenig bekannt ist jedoch, dass ab dem Spätsommer 1942 eine systematische Übergabe von Gefangenen aus dem Justizvollzug des Reichsjustizministeriums ins System der von der SS kontrollierten Konzentrationslager einsetzte. Für die betroffenen Häftlinge bedeutete dies oft den Tod. Der Vortrag widmet sich der Vorgeschichte und Genese der zugrunde liegenden Vereinbarung zwischen Justiz und SS. Vorgestellt werden jene Häftlingsgruppen aus den Vollzugsanstalten, die zur „Vernichtung durch Arbeit“ vorgesehen waren.

Die letzten Tage von Mauthausen

Ursprünglich als Erweiterung für das KZ Dachau geplant, wurde das KZ Mauthausen schon ein Jahr nach dem »Anschluss« Österreichs zu einem selbständigen KZ ausgebaut und 1941 durch einen Erlass Heinrich Himmlers zum Vernichtungslager bestimmt, in dem Menschen zwar arbeiten sollten, das Ziel ihrer Gefangenschaft war jedoch der Tod. Gebaut nahe einem schon früher für Zwangsarbeiter bestimmten Granitsteinbruch, wurden hier und in den zahlreichen Nebenlagern Menschen aus 30 Nationen inhaftiert, gequält und getötet.

ISBN:978-3-355-01926-2

Häftlinge wurden zum Bau unterirdischer Rüstungsanlagen und in der Kriegsproduktion eingesetzt. Unmenschliche Behandlung wurde zum Prinzip erhoben. Davon berichtet der ehemalige Häftling Bruno Baum nüchtern und mit bitterer Genauigkeit. Und er schildert die heiß erhoffte Befreiung: Am 7. Mai 1945 wurde das Lager Mauthausen, in dem zwischen 1938 und 1945 mehr als 100.000 Menschen umgebracht worden waren, als letztes KZ der Nazis durch US-Truppen befreit.
Bruno Baum

Zeitschrift der KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Ausdauer – die DNA der Demokratie

Demokratie ist ein Marathon, kein Sprint. Ihr gerecht zu werden, heißt, sich langen und zuweilen langweiligen Prozessen zu unterwerfen. Demokratie bedeutet, nicht der Illusion der schnellen Lösung zu erliegen.

Anmeldung erforderlich
telefonisch unter 01 501 70 377 oder per E-Mail an radiokulturhaus@orf.at

Programm

  • Begrüßung: Veronica Kaup-Hasler, Amtsführende Stadträtin für Kultur und Wissenschaft
  • Vortrag: Solmaz Khorsand, Journalistin und Autorin
  • Anschließendes Gespräch: Solmaz Khorsand und Stephanie Fenkart, Direktorin des International Institute for Peace (IIP)
  • Moderation: Vanessa Spanbauer, Journalistin und Historikerin

Die Journalistin und Autorin Solmaz Khorsand betont in dieser Wiener Vorlesung die Unabdingbarkeit und ebenso die Schönheit öder Prozesse, die zur DNA jeder Demokratie gehören sollten, und warnt vor den Schnellschüssen autoritärer „Möchtegernkönige“ und populistischer Antidemokratinnen.

Pathos ist überall. Permanent sind wir bewegt, empört und berührt von der Welt – und wollen das auch mit allen teilen. Pathos bedeutet Macht. Wenn die eigene Bewegtheit andere bewegt, kommen erst die Dinge ins Rollen. Dann kann Pathos Veränderung bedeuten. Gleichzeitig spiegelt sein Einsatz auch die herrschenden Machtverhältnisse wider.

128 Seiten, Format 12,5 x 19,0
1 Auflage, Kremayr & Scheriau 2021
20,00 € inkl. MwSt.
ISBN: 978-3-218-01256-0

Demokratie wird nur solange akzeptiert, solange sie nicht stört?

R. sendet uns einen Hinweis zu einem Artikel im Standard. In diesem “Kommentar der anderen” von Asma Aiad geht es um die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Bevor wir auf diesen Artikel näher eingehen, einige Vorbemerkungen dazu.

Teilhabe ist ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Systeme. Sehen wir einmal genauer hin. Nehmen wir ein paar Bereiche genauer unter die Lupe. Es gibt im Arbeitsverfassungsgesetz die Regelung, dass ab 5 Arbeitnehmer:innen ein Betriebsrat (Kollegialorgan) gewählt werden kann. Die Wirtschaftskammer hat zu dieser Regelung keine Meinung, und na klar sie gibt keine Anleitung zum Verhalten. Lassen wir mal die Demokratie die Beschäftigen selber machen. Wählen sie Kolleg:innen und Betriebsrät:innen und fordern sie sogar ihre gesetzlich verbrieften Rechte ein – sind sie lästig, werden angefeindet, usw.
Natürlich gibt es Unternehmen, die diesbezüglich vorbildlich agieren. Aber die große Frage im Wissen über die Realität in den Betrieben ist: “Ist das mehrheitlich in den Betrieben so?”

Fragen sie mal ihre Kinder oder Jugendlichen – was sie so alles erleben, wenn man Klassensprecher:in oder Schulsprecher:in ist. Manche Lehrer:innen instrumentalisieren die Klassensprecher:innen, manche lehren sie vorbildlich demokratische Spielregeln. Aber ist es demokratisch sinnvoll dies der Einstellung des/der Lehrer:in zu überlassen. Wie schon Otto Glöckel anfangs des 20. Jhdt. meinte: “Wir brauchen Demokraten und keine Untertanen!” Eine Post, die schon mehr als 100 Jahre unterwegs ist und bei manchen nicht angekommen ist. Verzogen oder sagt man ungezogen…….???

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Widerstandskämpfer, Gewerkschafter und Bildungsfunktionär

30. Josef-Hindels-Symposium 2026
110 Jahre Josef Hindels – Erinnerung und Auftrag

Am 10. Jänner 2026 wäre Josef Hindels 110 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass widmet sich das 30. Josef-Hindels-Symposium ausführlich seinem Leben und Wirken. Zugleich knüpft die Veranstaltung – ganz in seiner Tradition – an aktuelle politische Entwicklungen an: Vor dem Hintergrund des europaweiten und internationalen Erstarkens rechtspopulistischer und rechtsextremer Bewegungen diskutieren wir, warum auch viele Arbeitnehmer:innen zunehmend rechts wählen.

Termin: Freitag, 16. Jänner 2026
Uhrzeit: 15:00 – 18:30 Uhr
Ort: Wiener Bildungszentrum,
1020 Wien, Praterstrasse 25a/Tür 7
U1 Nestroyplatz
Anmeldung unter: markytan@wiener-bildungsakademie.at

Programmausblick:

  • Leben und Wirken Josef Hindels – Wolfgang Greif
  • Was ist dran am Rechtsruck unter Arbeitnehmer? Annäherungen aus Sicht der empirischen Sozialforschung – Eva Zeglovits (IFES)
  • Wählen gegen die eigenen Interessen? Erklärungen für den Erfolg der Rechten bei Arbeitnehmer – Jörg Flecker (Universität Wien)
  • Podiumsgespräch mit Sabine Schatz und Penny Bayr (Nationalratsabgeordnete) sowie Robert Misik (Autor)

Moderation: Karin Moser, Wiener Bildungsakademie

Was braucht Demokratie heute?

Die Arbeiter:innenbewegung ist eng mit dem Einsatz für Demokratie verbunden. Die Arbeiterkammer fördert demokratische Teilhabe im Alltag – im Betrieb, in der Freizeit und am Wohnort. In Wien sind viele Menschen vom Wahlrecht ausgeschlossen, besonders langjährig hier lebende Arbeiter:innen ohne Staatsbürgerschaft. Das gefährdet die Demokratie.

Der Kampf um das Wahlrecht war immer eine zentrale Forderung der Arbeiter:innenbewegung. Ein wichtiger Schritt der „ökonomischen Befreiung“ der Arbeiter:innen ist die Beteiligung an Wahlen. Die Reinungskräfte und Bauarbeiter:innen zahlen Steuern, zahlen die Sozialversicherung und leisten gesellschaftlich wichtige Arbeiten und gleichzeitig wird ihnen die Mitwirkung bei den Wahlen verwehrt.

Im Workshop lernen Teilnehmer:innen Beispiele aus der AK-Praxis kennen und erarbeiten eigene Beiträge zur Frage, was Demokratie heute braucht.
Mara Verlič ist Referentin der Abteilung Kommunalpolitik und Wohnen der AK Wien.

Hinweis: Der Workshop findet in der Ausstellung Wissen für alle. ISOTYPE – die Bildsprache aus Wien statt.
Ticket für Sonderausstellung und Workshop erforderlich
Dauer: ca. 150 Minuten
Kosten: € 10,00 zzgl. Eintritt in die Ausstellung
Treffpunkt: Im Foyer ca. 5 Minuten vor Beginn

Wiener Filmarchiv der Arbeiterbewegung

WIFAR – das Wiener Filmarchiv der Arbeiterbewegung ist ein Verein, bestehend aus ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter:innen, mit dem Ziel, das audiovisuelle Erbe der österreichischen Arbeiterbewegung von den Anfangstagen bis heute zu erhalten, zu archivieren und einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Wir haben einige Angebote für euch herausgesucht.

Sitzplatz-Reservierung ist unbedingt erforderlich!
Reservierung verfällt 10 min vor der Beginnzeit!

Daten zum Wifar