1,75 Millionen auf der Flucht – die “Kleinasiatische Katastrophe”

Der zweite Studienreise-Bericht von Brigitte & Werner

1923 wurde im Vertrag von Lausanne im Einvernehmen beider Regierungen ein Austausch der Bevölkerungen beschlossen. Die Zwangsumsiedlung betraf ca. 1,25 Millionen Griechen und 500.000 Türke. Als ausschlaggebendes Kriterium der Volkszugehörigkeit wurde die Religion festgelegt (orthodox = griechisch, muslimisch = türkisch), die nicht immer der ethnischen Zugehörigkeit entsprach. Durch den Zuzug der Griechen aus dem anatolischen Festland und dem Pontos hatte Griechenland eine Flüchtlingsquote von ca. 25 % zu bewältigen, d. h. jeder vierte Grieche war Flüchtling.1

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Britischer Soldatenfriedhof in Ermoupoli auf Syros

Während des Ersten Weltkrieges attackierten deutsche U-Boote in dem Ägäischen Meer um die Kykladen die Schifffahrt. Die hier begrabenen britischen Seeleute, die in den torpedierten Schiffen getötet wurden. Viele davon beim Untergang der “Arcadian” am 15. April 1917. Ihre Leichen wurden auf den verschiedensten Inseln an Land gespült.

Dieser Friedhof wurde von der Commonwealth War Graves Commission gebaut und wird von ihr erhalten.

Der Friedhof wurde 1921 angelegt und insgesamt sind 111 Menschen begraben, darunter 30 Seeleute. Die Überstellung der Toten erfolgte von den Gräbern aus Amorghos (7); Antiparos(5); Ekinosa (9); Heraklia (26); Kassos (1); Ano Kouphonisia (1); French Consular Cemetery on Milo (Melos) (20); Naxos (2); Paros (1); Santorini (1); Skarpanto (Kerpe) (9); Stampalia (Astypalaa) (3); Syra British Consular Cemetery (12) and St. Trias Churchyard at Livadi, Zea (Keos) (1).1 

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Rosalux – History

«Geschichte gegen den Strich zu bürsten»
Der Geschichtspodcast der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Im Podcast «Rosalux History» geht es darum, «Geschichte gegen den Strich zu bürsten» (Walter Benjamin). Denn wer will schon bloß nacherzählen, was uns die Hofschreiber vergangener Epochen überliefert haben? Wir wollen von einer anderen, einer Geschichte von unten berichten – und jenen mit Empathie begegnen, die heute, in der Gegenwart, von den Erben der herrschenden Klassen der Vergangenheit beherrscht werden.

In diesem Sinne diskutiert «Rosalux History» aktuelle Fragen in ihrem historischen Zusammenhang. Moderiert und thematisch eingeleitet von Anika Taschke und Albert Scharenberg kommen Gäste aus Geschichtswissenschaft und -werkstatt, Politik und Gesellschaft zu Wort. Wir wollen wissen: Wie kann es gelingen, die Erzählung der Sieger zu durchbrechen und strategische Räume der Emanzipation zu öffnen?

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Das Industriemuseum in Ermoupoli

Von Christian bekamen wir den Tipp uns das Industriemuseum in Ermoupoli anzusehen. Vor dem Besuch machten wir eine Pause am Kreisverkehr (Plateia Iroon), wo wir bei Kaffee und Snack das bunte Treiben beobachteten. 
In der Geor. Papandreou 11 besuchten wir nachmittags das Museum. Ein älterer, freundlicher Herr begrüßte uns und gab uns eine Übersicht zum Museum.

Der Einreittspreis beträgt € 2.-, aber dem scharfsinnigen Blick des Kassiers ist unser Alter nicht entgangen. Wir brauchten nur den Pensionistenpreis € 1,50 zahlen.
Das 1888 erbaute Gebäude beherbergte zunächst eine Bleischrotfabrik, bevor es 1909 zu einer Färberei umgenutzt wurde. Das am 12. Mai 2000 eröffnete Museum bewahrt, restauriert und präsentiert einen bedeutenden Teil der Industriegeschichte von Syros.1

Rechts eine Albion Druckerpresse hergestellt von Madrid & Sons in England

Viel Raum wird der einst bedeutenden Druckindustrie der Insel gewidmet – schon 1831 erschien hier die erste Tageszeitung Griechenlands (zweisprachig, Griechisch und Französisch).6

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Nationales Widerstandsdenkmal im Hafen von Ermoupoli 

Am Hafen von Ermoupoli

Die Besetzung der Insel Syros durch die Italiener und Deutschen im Zweiten Weltkrieg hatte verheerende Auswirkungen. Die feindlichen Truppen beschlagnahmten die gesamte landwirtschaftliche Produktion, um sie an die Front zu schaffen, und ließen die Bevölkerung kaltblütig verhungern. Industriegüter wurden ebenfalls von der Insel geraubt und ihre Fabriken stillgelegt.1

„Die 8000 Hungertoten der Italienisch-Deutschen Besetzung von 1941 – 1944 senden an die ganze Welt eine Botschaft des Friedens.“
Gemeinde Ermoupoli 1984

Vor allem im Winter 1941/42 war die Hungersnot extrem groß mit tausenden Toten.


Quellenverzeichnis

Jugend im KZ

Die erste Studienreise des Vereins führte uns nach Erfurt, Von dort aus besuchten wir einen Tag die Gedenkstätte in Buchenwald im ehemaligen Konzentrationslager bei Weimar. In einem der Artikel „Das kleine Lager in Buchenwald“ schilderten wir wie Kinder gezielt zur Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie ins Konzentrationslager verschleppt wurden.

Eine On-Line-Ausstellung ruft uns das Schicksal der Kinder in Buchenwald in Erinnerung

Die Ausstellung widmet sich den Themen:

  • Herrenkinder und Ausgegrenzte
  • Jugend im KZ Buchenwald
  • Jugend im KZ Mittelbau-Dora
  • Verschleppt ins KZ
  • Ermordet im KZ
  • Erfahrungsräume
  • Befreiungen
  • Nach der Befreiung
  • Weiterleben ohne Kindheit

Måviken an der Höga Küste

Nach dem Abendessen machte ich noch einen Spaziergang rund um die Bucht. Hier gibt es ausser den Campingnachbarn, einem Bauernhof, einem großzügigen Bottshaus und wenigen Häusern weiter nichts.
Um so überraschter war ich, als ich bei der gegenüberliegenden Bucht auf Infotafeln über die ehemaligen wirtschaftlichen Aktivitäten in dieser Bucht und der Umgebung las. Dank des Übersetzungsmoduls, wo man nur mit der Kamera auf die Infotafel zuhält und man sofort den übersetzten Text hat, geht das ganz gut.

Die Küste (Bucht) heute und zur Zeit des Sägewerks
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Spuren der industriellen Vergangenheit an der Höga Küste

Wir genießen die landschaftlichen Reize der nordschwedischen Küste und stoßen dabei immer wieder auf wirtschaftlich und industrielle Spuren, die bis ins 17. Jahrhundert zurück reichen. In Sörfjärden am Bottnischnen Meer, das auch Gnarpsbaden genannt wird, mit dem längsten Sandstrands Norrlands, wo im Sommer die SchwedInnen sich von der anstrengenden Arbeit erholen, wissen wenige, dass hier früher eine Mühle stand und Eisen produziert wurde.

Ein Bild des alten Versorgungsgebäudes, bevor es 1983 in einem desolaten Zustand abgerissen wurde.

Die Hütten und Mühlen waren größtenteils autonome Gemeinschaften und das Meiste, was für die Produktion und das Überleben benötigt wurde, wurde vor Ort hergestellt. Land- und Forstwirtschaft gehörten ebenso zum Betrieb wie Nahrung und Unterkünfte für Angestellte. Der Standort vieler Hütten und Mühlen war vor allem von der Verfügbarkeit von Energie aus nahegelegenen Flüssen abhängig.

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Sikeå Hamn

Wir kommen nach Sikeå, wegen dem Adventure Lab, der sich geschichtlich mit der ehemaligen Eisenproduktion in der Gemeinde Robertsfors auseinandersetzt. Robertsfors ist ein alter Industrieort. 1758 wurde ein Hüttenwerk gegründet, das 1782 durch ein Hammerwerk und weitere Einrichtungen erweitert wurde. Im Laufe der weiteren Entwicklung wurden ein Hafen, eine Werft u. a. angelegt, ebenso die Bahnstrecke RobertsforsSikeå im Jahr 1878 erbaut. Das Hütten- und Hammerwerk wurde in den 1890er Jahren stillgelegt. Als die Industrie hier in Schwung kam, wurde ein Hafen zum Transport der Güter benötigt. In Sikeåhamn, wo sich der heutige Campingplatz befindet, wurde große Hafenanlagen, eine Werft und ein Sägewerk errichtet. Von den Produktionsstätten und dem Leben dervArbeiterInnen sind nur mehr Spuren vorhanden.

Hier ein Blick auf den ehemaligen Hafen

Zum Hafen in Sikeå gibt es eine Ausstellung, die das Ergebnis der engagierten Arbeit vieler Menschen ist. Anfang der 1980er Jahre wurden von einem Studienkreis in Sikeå Bilder gesammelt, die eine lange und wichtige Periode in der Geschichte von Sikeå und des Hafens dokumentieren. Die Ausstellung wurde 2005 eingeweiht und 2021 abgebaut. Meine Informationen beziehen sich auf die Ergebnisse dieses Studienkreises. Bei manchen Übersetzungen muss man vorsichtig sein, denn einzelnen Wörter stimmen so nicht.

Zur Geschichte des HafenNlagen

Gedenkstätte in Skibotn

Skibotn ist ein Dorf in der Gemeinde Storfjord in der nordnorwegischen Provinz Troms og Finnmark. Das Areal diente während des Zweiten Weltkriegs zur Beerdigung toter Kriegsgefangener. Die Häftlinge wurden später im Rahmen der Aktion Asphalt verlegt. Zur Aktion Asphalt gibt es einen Hinweis beim Artikel zur Kriegsgräberstätte in Tjøtta (siehe Link). Dass wir diese Gedenkstätte entdecken verdanken wir einem Geocacher, denn wir haben sonst nirgends einen Hinweis gesehen.

Die Gedenkstätte befindet sich in Skibotn gegenüber eines Friedhofs am Gammelveien.
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