Demokratie wird nur solange akzeptiert, solange sie nicht stört?

R. sendet uns einen Hinweis zu einem Artikel im Standard. In diesem “Kommentar der anderen” von Asma Aiad geht es um die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Bevor wir auf diesen Artikel näher eingehen, einige Vorbemerkungen dazu.

Teilhabe ist ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Systeme. Sehen wir einmal genauer hin. Nehmen wir ein paar Bereiche genauer unter die Lupe. Es gibt im Arbeitsverfassungsgesetz die Regelung, dass ab 5 Arbeitnehmer:innen ein Betriebsrat (Kollegialorgan) gewählt werden kann. Die Wirtschaftskammer hat zu dieser Regelung keine Meinung, und na klar sie gibt keine Anleitung zum Verhalten. Lassen wir mal die Demokratie die Beschäftigen selber machen. Wählen sie Kolleg:innen und Betriebsrät:innen und fordern sie sogar ihre gesetzlich verbrieften Rechte ein – sind sie lästig, werden angefeindet, usw.
Natürlich gibt es Unternehmen, die diesbezüglich vorbildlich agieren. Aber die große Frage im Wissen über die Realität in den Betrieben ist: “Ist das mehrheitlich in den Betrieben so?”

Fragen sie mal ihre Kinder oder Jugendlichen – was sie so alles erleben, wenn man Klassensprecher:in oder Schulsprecher:in ist. Manche Lehrer:innen instrumentalisieren die Klassensprecher:innen, manche lehren sie vorbildlich demokratische Spielregeln. Aber ist es demokratisch sinnvoll dies der Einstellung des/der Lehrer:in zu überlassen. Wie schon Otto Glöckel anfangs des 20. Jhdt. meinte: “Wir brauchen Demokraten und keine Untertanen!” Eine Post, die schon mehr als 100 Jahre unterwegs ist und bei manchen nicht angekommen ist. Verzogen oder sagt man ungezogen…….???

Zurück zur Hauptfrage des Artikels

Widerstandskämpfer, Gewerkschafter und Bildungsfunktionär

30. Josef-Hindels-Symposium 2026
110 Jahre Josef Hindels – Erinnerung und Auftrag

Am 10. Jänner 2026 wäre Josef Hindels 110 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass widmet sich das 30. Josef-Hindels-Symposium ausführlich seinem Leben und Wirken. Zugleich knüpft die Veranstaltung – ganz in seiner Tradition – an aktuelle politische Entwicklungen an: Vor dem Hintergrund des europaweiten und internationalen Erstarkens rechtspopulistischer und rechtsextremer Bewegungen diskutieren wir, warum auch viele Arbeitnehmer:innen zunehmend rechts wählen.

Termin: Freitag, 16. Jänner 2026
Uhrzeit: 15:00 – 18:30 Uhr
Ort: Wiener Bildungszentrum,
1020 Wien, Praterstrasse 25a/Tür 7
U1 Nestroyplatz
Anmeldung unter: markytan@wiener-bildungsakademie.at

Programmausblick:

  • Leben und Wirken Josef Hindels – Wolfgang Greif
  • Was ist dran am Rechtsruck unter Arbeitnehmer? Annäherungen aus Sicht der empirischen Sozialforschung – Eva Zeglovits (IFES)
  • Wählen gegen die eigenen Interessen? Erklärungen für den Erfolg der Rechten bei Arbeitnehmer – Jörg Flecker (Universität Wien)
  • Podiumsgespräch mit Sabine Schatz und Penny Bayr (Nationalratsabgeordnete) sowie Robert Misik (Autor)

Moderation: Karin Moser, Wiener Bildungsakademie

Was braucht Demokratie heute?

Die Arbeiter:innenbewegung ist eng mit dem Einsatz für Demokratie verbunden. Die Arbeiterkammer fördert demokratische Teilhabe im Alltag – im Betrieb, in der Freizeit und am Wohnort. In Wien sind viele Menschen vom Wahlrecht ausgeschlossen, besonders langjährig hier lebende Arbeiter:innen ohne Staatsbürgerschaft. Das gefährdet die Demokratie.

Der Kampf um das Wahlrecht war immer eine zentrale Forderung der Arbeiter:innenbewegung. Ein wichtiger Schritt der „ökonomischen Befreiung“ der Arbeiter:innen ist die Beteiligung an Wahlen. Die Reinungskräfte und Bauarbeiter:innen zahlen Steuern, zahlen die Sozialversicherung und leisten gesellschaftlich wichtige Arbeiten und gleichzeitig wird ihnen die Mitwirkung bei den Wahlen verwehrt.

Im Workshop lernen Teilnehmer:innen Beispiele aus der AK-Praxis kennen und erarbeiten eigene Beiträge zur Frage, was Demokratie heute braucht.
Mara Verlič ist Referentin der Abteilung Kommunalpolitik und Wohnen der AK Wien.

Hinweis: Der Workshop findet in der Ausstellung Wissen für alle. ISOTYPE – die Bildsprache aus Wien statt.
Ticket für Sonderausstellung und Workshop erforderlich
Dauer: ca. 150 Minuten
Kosten: € 10,00 zzgl. Eintritt in die Ausstellung
Treffpunkt: Im Foyer ca. 5 Minuten vor Beginn

Wiener Filmarchiv der Arbeiterbewegung

WIFAR – das Wiener Filmarchiv der Arbeiterbewegung ist ein Verein, bestehend aus ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter:innen, mit dem Ziel, das audiovisuelle Erbe der österreichischen Arbeiterbewegung von den Anfangstagen bis heute zu erhalten, zu archivieren und einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Wir haben einige Angebote für euch herausgesucht.

Sitzplatz-Reservierung ist unbedingt erforderlich!
Reservierung verfällt 10 min vor der Beginnzeit!

Daten zum Wifar