Betriebsrät:innen aus OÖ. begehen Geschichte
»Auf dem Hohen Markt in Wien ging es am 31. Oktober 1722 ungewöhnlich lebhaft zu. Immer mehr Menschen sammelten sich vor dem dortigen Gerichtsgebäude, der Schranne. Vor dem Haus ragte ein frisch gezimmerter Galgen in den grauen Herbsthimmel hinein. Zwei Menschen sollten vor dem Volk der Neugierigen hingerichtet werden!
Es handelte sich, wie ein zeitgenössischer Chronist schrieb, um >zweien der halsstörrigsten Schuhknechte als freventliche Verächter der landesfürstlichen Befehle und Stöhrer der allgemeinen Ruhe, und fünf der anderen Widerspenstigen mußten zu ihrer und ihresgleichen Erspiegelung bey der Vollziehung des Urtheils gegenwärtig seyn1.«
Von den ersten Bemühungen von Arbeitern (Schuhmachern in der Monarchie), die von Habsburgern brutalst unterdrückt wurden zum Beginn der Repuplik.
Das Denkmal der Republik ist kein Denkmal der Republik

Woraus ergibt sich dieser Widerspruch?
Das Denkmal zum 10jährigen Bestehen der Republik, wurde 1928 von der Gemeinde Wien errichtet. Weshalb wohl? – Eine Erklärung für mich ist, dass der damalige Bundeskanzler Ignaz Seipel und konservative Parteien gar kein Interesse an einer demokratischen Republik mit einem Parlament, wo Parteien und Abgeordnete das Staatsgeschehen mitentscheiden, hatten. In Wirklichkeit begann die Beseitigung der Demokratie und der Institutionen und der Partei der Arbeiter:innenbewegung, die 1934 vollendet wurde.

Zum Abschluss der Tour besuchten wir das Hauptgebäude der UNI-Wien. Für manche der erste, wichtige Schritt in eine Universität.
Quellenverzeichnis
- Hundert Jahre Gewerkschaft der Schuharbeiter, Festschrift zum hunderjährigen Bestehen 1871 – 1971, Gewerkschaft der Textil-, Bekleidungs- und Lederarbeiter, Sektion Schuh-Leder, F.d.I.v.: Adolf Tschemernjak, Seite 14 ff ↩︎