Eine gesprengte Brücke als Verbindung zwischen zwei Widerstandsgruppen

Die Sprengung der Gorgopotamos-Eisenbahnbrücke am 25. November 1942 gilt bis heute als der größte und mutigste Moment des Widerstands gegen die deutsche Besatzung Griechenlands im Zweiten Weltkrieg.

Gorgopotamos bridge. Public Domain

Die Brücke nach der Sprengung. Wir besuchten die Brücke und das Denkmal bei einem Zwischenstopp auf der Fahrt nach Thessaloniki.

Der Busfahrer bringt uns vorbei an Olivenhainen auf engen Straßen in die Nähe der Brücke. Das erste Denkmal am Weg erinnerte an die Todesopfer anläßlich einer Minenexplosion von 1964. Toni, Michael und suchten uns nach der Einführung von Sissi einen Weg zu den stählernen Sockel der Brückenpfeiler.

GorgopotamosBrücke heute

Die Gorgopotamos-Brücke wurde von einhundert Italienern und fünf deutschen Soldaten bewacht, alle mit schweren Maschinengewehren. Ihre Neutralisierung erforderte nicht nur Schnelligkeit, sondern auch eine enorme Menge Sprengstoff. Das Widerstandsteam bestand aus einhundertfünfzig Mann: 86 Angehörige der ELAS, 52 der EDES sowie zwölf britische Soldaten. Der Plan sah vor, dass die Griechen die Wachen ausschalten oder ablenken sollten, während die Briten die Sprengsätze entlang der Brücke platzierten. Um 23:07 Uhr in der Nacht zum 25. November begann der Angriff auf die Wachen an beiden Enden der Brücke1.

1973 wurde ein Denkmal, das an die neun griechische Patrioten erinnert, die am 1. Dezember 1942 von den deutschen Besatzungstruppen an der Stelle der zerstörten Brücke öffentlich hingerichtet wurden.
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Unser griechischer Zeitstrahl durch 100 Jahre griechische Geschichte

Milena und Sissi bereiteten für uns eine Übersicht über die jüngere griechische Geschichte vor. Dazu trafen wir uns in den Räumlichkeiten der Redaktion von Epochi. Epochi ist eine griechische Wochenzeitung. Es wurde erstmals 1988 in Athen veröffentlicht und ist bis heute im Umlauf.

Von 1913, der Eingliederung Thessalonikis zum griechischen Staat, bis zur Ermordung von Shehzad Luqman und Pavlos Fyssas 2013 behandelten wir die wichtigsten politischen Ereignisse dieser 100 Jahre.

Zwischen Skylla und Charybdis – Griechenland unter der Diktatur

Nicolas Cassandras, aus dem Französischen übersetzt von Martin Donner, 1968 erschienen im Verlag des ÖGB

Skylla  ist ein Meeresungeheuer aus der griechischen Mythologie
Die Charybdis (Χάρυβδις) war ein gestaltloses Meeresungeheuer aus der griechischen Mythologie, das gemeinsam mit der Skylla in der Straße von Messina lebte.

Bei der Zusammenfassung der Texte habe ich versucht die starken antikommunistischen Darstellungen und Haltungen, von denen große Teile der Sozialdemokratie und Gewerkschaften, nach 1945 bis in die jetzige Zeit geprägt sind, abzuschwächen und heraus zu filtern. Diese „inhaltliche Gratwanderung“ wird aber durch andere Texte unseres „Readers“ ausgeglichen. Für die Begriffserklärungen habe ich anderen Quellen verwendet.
Es war hilfreich, weil es für mich ein weiterer Leitfaden durch die griechische Geschichte des 20. Jahrhundert war.

Ankunft in Athen

Mittags treffen wir uns zur Anreise nach Athen am Flughafen in Schwechat. Damit wir diese Studienreise starten konnten, war ganz viel Engagement und Vorbereitungsarbeiten notwendig. Herzlichen ❤️❤️❤️ Dank an Sissi, Milena, Rainer, Ingrid und Brigitte, die seit mehr als einem Jahr die Vorbereitungsarbeiten getragen haben.

Milena und Sissi checkten vor Ort den Einstieg in die Studienreise und bereiteten uns einen herzlichen Empfang im Hotel. Mit ersten griechischen Köstlichkeiten ging’s zum ersten Treffen auf der Dachterrasse, um uns mit dem Programm vertraut zumachen. Zum vertieften Kennenlernen hatten sie schon Plakate für uns vorbereitet.

Annähernd 1000 Jahre Erfahrung wandeln auf den ROTEN SPUREN.

Ganz viele Unterschiede und Gemeinsamkeiten treffen sich hier zu einer Geschichtetour. Im Raum spürte ich Lust, Vergnügen, großes Interesse und „wohlige Spannung“ auf die kommenden Programmpunkte. Unser gemeinsamer Spannungsbogen geht von Science fiction über Freude am Singen, Gewerkschaft bis zum gesellschaftspolitischen Interesse. Hier treffen sich Ober- und Niederösterreicher:innen, Wiener:innen, Eltern, Betriebsrät:innen, Arbeiter:innen, Angestellte, Akademiker:innen, Gewerkschafter:innen, Brillenträger:innen , Camper und Wanderer. Wir starten im Februar 2026 unsere „Odyssee“ in Athen. In welche Sphären wie damals  Stanley Kubrick mit seinem Film vorstieß , da lassen wir uns mal auch etwas überraschen.

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Gründung und Entwicklung der Gewerkschafttsbewegung in Griechenland

“Diejenigen, die uns schuldeten,
nehmen uns noch die Ochsen”

(griechisches Sprichwort)

“Was ist der Unterschied zwischen dem
Griechenland zur Zeit der Perserkriege und heute?
Damals wurden 300 geopfert, um den Rest des
Landes zu retten. Heute verhält es sich umgegkehrt.”

(Slogan auf dem Platz der Verfassung: das
griechische Parlament hat 300 Abgeordnete)

“Arme, esst euch nicht gegenseitig auf,
esst die Reichen, sie sind besser gemästet”

(Graffito in Athen)1

Quellen: Lüddemann Ralf – Zu den Anfängen der Arbeiterbewegung in Griechenland 1875 – 1918
Andere Quellen sind mit Fußnoten bezeichnet. Ab 1918 immer andere Quellen. weitere Hauptbezugsquelle das Heft 10 von 1957 Arbeit und Wirtschaft.

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Stolpersteine in Trier

Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Jude.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.1

Stolpersteine vor der Uni in Trier

Zur Gestaltung der Stolpersteine in Trier gibt es einen Wegbegleiter zu den Mahnmalen der Stadt auf den Bürgersteigen der Stadt Trier.
Herausgeber ist die Arbeitgemeinschaft Frieden e. V. Trier.

Von den über 200 bisher verlegten Gedenksteinen in Trier sind etwa ein Fünftel den Opfern der eugenischen Rassenpolitik gewidmet.
Am 15. August 1939 fuhr ein Autobus von dem Trierer Krankenhaus der Barmherzigen Brüder einen Sammeltransport mit psychisch Kranken nach Andernach in die dortige Heil- und Pflegeanstalt. In dem mit mindestens 70 Personen voll- besetzten Autobus saßen hinter milchverglasten Scheiben außer Heinrich Wetzstein achtzehn weitere Kranke. Von Erzählungen in seiner Familie wusste man , dass Heinrich wahrscheinlich in einer Psychiatrieanstalt „von den Nazis ermordet“ worden war.2


Quellenverzeichnis

  1. Dieses Zitat stammt von dem bekannten deutschen Pfarrer Martin Niemöller  ↩︎
  2. Heinrich Wetzstein (1902–1940). Die Aufdeckung seines Verfolgungsschicksals als Psychiatriepatient im Zusammenhang des Stolperstein-Gedenkprojekts. Mit einer Dokumentation seiner Krankenakte ↩︎

Trier distanziert sich von Hexenverfolgung

Wir entdeckten in Trier diese Gedenktafel bei unserem Stadtspaziergang. In der Recherche nach der Reise entdeckten wir, dass dieser Wahnsinn hier besonders wütete. 2014 erinnerte der damalige Oberbürgermeister von Trier Klaus Jensen (SPD) an die Opfer der grausamen Verfolgung1.

Es sei “an der Zeit und ein Gebot der Menschlichkeit, sich von dem nicht ungeschehen zu machenden Unrecht öffentlich zu distanzieren”

Ende des 16. Jahrhunderts galt die Region Trier wegen der Hexenverfolgung als “berühmt und berüchtigt”. Im Territorium der Reichsabtei St. Maximin bei Trier wurden zwischen 1586 und 1596 rund 400 Menschen – ein Fünftel der Bevölkerung – hingerichtet. “Hier fand eine der schlimmsten Hexenjagden in ganz Europa statt”, sagt die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Geschichtlichen Landeskunde. Oftmals wurde beliebige Anschuldigungen vorgebracht, um Menschen durch die Beschuldigung der Hexerei zu beseitigen, darunter etliche Bürgermeister und deren Frauen.
In ganz Europa starben 50 – 80.000 Menschen an der Hexenverfolgung, drei Viertel davon waren Frauen.

Die schlimmsten Hexenjagden in ganz Europa

karlmarxhaus – „Von Trier in die Welt: Karl Marx, seine Ideen und ihre Wirkungen bis heute“.

Auf unserer Rückreise von Ostfriesland machten wir Zwischenstation in Trier. Um das Karl Marx – Museum zu besichtigen legten wir einen weiteren Aufenthaltstag ein. Vier Stunden durchquerten wir die Räumlichkeiten im ehemaligen Geburtshaus von Karl Marx.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat im historische Wohnhaus, das heute als Museum dient, einen faszinierenden Einblick in das Leben und die Ideologie von Karl Marx zusammengestellt.

Die Ausstellung gibt Einblick in sein Leben, der politischen Verfolgung, die er ausgesetzt war und sein wissenschaftliches Wirken, das bis heute uns und viele politisch aktive Menschen fasziniert.

Weiter im Karl-Marx-Haus

NS-Verfolgung der jüdischen Bevölkerung in der Stadt Norden

Bei unseren Besuchen der Stadt Norden im Landkreis Aurich in Ostfriesland entdeckten wir diese Gddenktafel, welche an die in Ostfriesland geborene Recha Freier erinnert.

Die deutsch-jüdische Lehrerin Recha Freier aus Berlin organisierte seit 1932 die Auswanderung von jüdischen Kindern und Jugendlichen in das Britische Mandatsgebiet Palästina. Im Juli 1940 flieht Recha Freier selbst mit ihrer Tochter vor der nationalsozialistischen Verfolgung über Wien nach Jugoslawien. Von Zagreb aus gelingt es ihr, mit Fluchthilfenetzwerken mehr als 130 jüdische Jugendliche und Kinder heimlich aus dem Deutschen Reich und dem angegliederten Österreich zu holen. Im Frühjahr 1941 erreichen Freier und ihre Tochter sowie 90 Kinder und Jugendliche Palästina.1 Es gelingt ihr, mit der Sozialarbeiterin Käte Rosenheim etwa 12.000 Kinder aus Deutschland nach England, Dänemark und Palästina zu bringen.2

Der ehemalige Jüdische Friedhof in Norden

Die erste Synagoge wurde im Jahre 1804 errichtet und im Jahre 1903 neu erbaut. 1938 wurde die Synagoge niedergebrannt. Die Hälfte der Nordener Juden wurde im Holocaust ermordet.3

Die Samson-Stiftung erhält maßgeblich den jüdischen Friedhof und fördert weitere soziale Einrichtungen.4
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Magdeburg erinnert an die Atombombenabwürfe im Zweiten Weltkrieg

Bei unserem Rundgang in Magedeburg entdeckten wir eine Gedenkstätte zur Ehren der Opfer der Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki.

Auf der Informationsseite der Stadt Magdeburg steht dazu:

Vor 80 Jahren wurden die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki durch Atombomben im Zweiten Weltkrieg zerstört. Am 9. August ist an der Stele der Völkerfreundschaft auf dem Lukashügel an die Opfer erinnert und ein Zeichen des Friedens gesetzt worden. Bürgermeisterin Regina-Dolores Stieler-Hinz und ein Gesandter der japanischen Botschaft nahmen an dem Gedenken teil.

Seit 1981 steht in Nagasaki ein Duplikat der Stele der Völkerfreundschaft – ein Geschenk Magdeburgs