1993 Staatliche Anerkennung der Rom_nija als ethnische Volksgruppe

Im Rahmen unserer Studienreise besuchten wir das Zentrum des Roma-Service in Oberwart. Von Kollege Emmerich Gärtner-Horvath wurden wir herzlich Willkommen geheißen. Nach der historischen Einleitung zur Geschichte der Unterdrückung der Rom_nija in der Zeit der Habsburger präsentierte er uns die Aktivitäten verschiedener Roma-Initiativen der letzten 30 Jahre.

Die Diskriminierungen Ende der 80er-Jahre, die Einstellungen von Gastwirten, die jungen Rom_nija generelles Lokalverbot erteilten, war das auslösende Moment der Gründung der ersten Roma-Organisation in Österreich – des „Verein Roma“ am 15. Juli 1989 in Oberwart. Die Hauptanliegen dieser Initiative waren:

  • Verbesserung der unbefriedigenden Lebenssituation der Roma in Österreich.
  • Bestehende Vorurteile zu hinterfragen und aktiv für deren Abbau eintreten.
  • Förderung der Kinder und Jugendlichen im schulischen sowie freizeitpädagogischen Bereich.
  • Förderung des kulturellen Austausch zwischen Rom_nija und Nicht-Roma.
  • Integration der Rom_nija in die Gesellschaft mit Beibehaltung der eigenen Kultur.
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Bericht über unsere Studienreise zur Geschichte der Rom:nija in Burgenland

15.-16. Oktober 2022 von Elisabeth Luif

Im Rahmen unserer jährlichen Studienreise beschäftigten wir uns diesmal in einer Gruppe von 15 Personen während eines zweitägigen Ausflugs mit der Geschichte Roma und Romnija im Burgenland:

Eine Volksgruppe zwischen Disziplinierung, Verfolgung, Vernichtung und dem Kampf um Anerkennung.

Station 1: Einführung in Mattersburg

Nach einer gemeinsamen Anfahrt aus Wien begannen wir unser Programm im 70er Haus der Geschichten in Mattersburg. Dort gaben Elisabeth und Georg Luif einen Überblick zur Geschichte der Rom:nija im Burgenland.

Seit Jahrhunderten lebt diese eine Minderheitengruppe in einem sprachlich und kulturell vielfältigen Gebiet, gemeinsam mit der deutschen, ungarischen, kroatischen und jüdischen Bevölkerung. Traditionell baten Rom:nija verschiedene Dienstleistungen für die bäuerliche Bevölkerung an, sie waren Scherenschleifer, Schmiede, Korbflechter, Musiker oder Pferdehändler. Die wirtschaftliche Situation war dabei oft von Armut geprägt.

Zu den nächsten Stationen im Bericht von Sissi