Pinkasynagoge und Jüdisches Museum in Prag

Am 8. Dezember 2016 besuchten wir das Jüdische Viertel in Prag. Neben den vielen restaurierten Synagogen besuchten wir das Jüdische Museum in der Pinkasynagoge. Sehr berührend und gleichzeitig sehr nachdenklich stimmten uns die Wandinschriften, wo die Namen der 80.000 jüdischen Opfer, die durch die Faschisten ermordet wurden, zur Erinnerung abgebildet sind.
Von den 10.000 Kindern in Theresienstadt gibt es 4000 Zeichnungen, die das Museum verwaltet. Im ersten Stock der Synagoge gibt es eine themenbezogene Dauerausstellung dieser Kinderzeichnungen. Die Österreicherin Friedl Dicker-Brandeis organisierte für diese Kinder Zeichenkurse, um ihnen etwas Hoffnung in ihrer Situation zu vermitteln.

Gruppe 40 – “Mein Kopf wird euch auch nicht retten”

Lisl Rizy und Willi Weinert haben als HerausgeberInnen die umfangreiche Korrespondenz österreichischer WiderstandskämpferInnen in vier Bänden unter dem Titel “Mein Kopf wird euch nicht retten” veröffentlicht. In dieser umfangreichen Sammlung werden Schicksale vieler politisch aktiver Menschen, die grausam durch die Gestapo ermordet wurden, und die ihre letzte Ruhestätte in der Gruppe 40 fanden, uns zur Verfügung gestellt.
Ludwig Höfernig, ein Eisenbahner, der in der Gruppe 40 nach seiner Hinrichtung beerdigt wurde, schreibt im Abschiedsbrief an seine Frau:

Jetzt ist Mitternacht vorüber und ich schreibe und denke an euch, meine Lieben. Einige Stunden noch und wir haben es überstanden. Meine letzten Gedanken gelten euch, meine Lieben. Die Zeit heilt alle Wunden, Liebste, und werde glücklich, wie du es verdient hast, für dein tapferes Ausharren. Ich danke dir für alle Liebe und Arbeit, die du für mich getan hast. Wenn es recht schwer ums Herz ist, nimm die Harmonika und spiel ein Lied und denke, ich sitze neben dir.

Jüdische Vertreibung in Wels 1938 – Familie Neubauer

Wohn- und Geschäftshaus der Familie Neubauer in Wels

Im Haus Ringstrasse 8 führte die jüdische Familie Neubauer ein Textilgeschäft. Sie wohnt auch im Haus. Nach dem “Anschluss” Österreichs 1938 wurde die Familie aus Wels vertriben. Geschäft und Haus wurden arisiert. Samuel Neubauer (geb. 1871) und seine Frau Sophie (geb. 1875) mussten nach Wien ziehen. 1940 starb Samuel Neubauer eines natürlichen Todes, 1941 Sophie Neubauer. Dadurch entgingen sie der Deportation und Ermordung. Ihr Sohn Leopold Neubauer (später Newbower 1902 – 1980) konnte mit seiner Frau Gerda (geb. 1910) in die USA flüchten.

Dieses “Citymark” (WelssetztZeichen) entdeckten wir bei einem Spaziergang mit guten FreundInnen in Wels. Herzlichen Dank an Franz, der mir das Zeichen zeigte. Weiterlesen

Saarbrücken – Willi Graf und die Weiße Rose

Zerreist den Mantel der Gleichgültigkeit, den ihr um euer Herz gelegt. Entscheidet euch, eh es zu spät ist.

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Gedenktafel am Saarufer in Saarbrücken

So ein Flugblatt des Widerstandskreises “Weiße Rose” dem Willi Graf angehörte. Dafür ließ ihn die NS-Unrechtsjustiz am 12. Oktober 1943 hinrichten. Graf, geb. am 2.1.1913 lebte von 1922 bis 1937 in Saarbrücken. 1946 wurden seine Gebeine nach Saarbrücken überführt una am 4. November auf dem alten Friedhof St. Johann beigesetzt.  Weiterlesen