Brigitte und ich besuchten die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslager in Gusen. Wir besuchten im November 2025 eine Informationsveranstaltung im Roma-Dokumentionszentrum, wo der Historiker Mag. Robert Vorberg die Erweiterungspläne zur Neugestaltung der Gedenkstätte vorstellte.

Die Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers Gusen war in Österreich über Jahrzehnte weitgehend unbekannt. Das KZ Gusen in Oberösterreich war ein wesentlicher Teil des KZ-Lagersystems Mauthausen. Nach 1945 wurde das Areal des Lagers Gusen mit Wohnhäusern überbaut und von Gewerbe- und Industriebetrieben genutzt. Nur um den Krematorium-Ofen entstand eine von ehemaligen Häftlingen initiierte internationale Gedenkstätte.


Während des Besuchs erschüttert uns die Lage der Gedenkstätte inmitten einer Wohnsiedlung. Was bedeutet es für die Anrainer:innen wenn aus ihren Fenstern direkt auf die ehemaligen Verbrennungsöfen sehen? Wollten die ehemaligen Raumplaner die tragischen Geschichten zubetonieren? Die heutigen Anwohner:innen sind unschuldige Zeugen des mörderischen Nazi-Tegime, bei dem unsere Vorfahren mitwirkten.






Mir fällt der Besuch des Museum in einer der ehemaligen Firmengebäude von Topf & Söhne in Erfurt ein. Ihr Motto war:
Es sollte auch nicht die geringste Spur von menschlichen Leben übrig bleiben.
Die Vernichtung von Menschen war im Nationalsozialismus keine vorübergehende Erscheinung. Sie war, so erkannte man bei Topf & Söhne, offensichtlich auf Dauer und Ausweitung angelegt. Ohne Auftrag, aus freien Stücken, erfanden Ingenieure der Firma noch effizientere Vorrichtungen zur Beseitigung von immer mehr Menschen.
Das Auslöschen von Bevölkerungsgruppen oder ganzen Zivilisationen ist ein Kernelement des Faschismus.




