Gedenken: „80 Jahre Deportationen Wien-Riga“

Eine Gedenkausstellung im Auftrag der Stadt Wien

Vor 80 Jahren wurden rund 4.200 Wiener Jüdinnen und Juden – darunter viele Kinder – mit dem Zug nach Riga (Lettland) deportiert. Viele wurden dort unittelbar nach ihrer Ankunft erschossen. Eine Gedenkausstellung im Auftrag der Stadt Wien soll in der großen Halle des Wiener Hauptbahnhofs die Grausamkeit des Nationalsozialismus vor Augen führen.

„80 Jahre Deportationen Wien-Riga“ läuft von 15. Oktober bis 30. November 2021. Anschließend soll die Schau auch in Riga gezeigt werden. 1)

Aus Österreich gingen am 3. Dezember 1941, am 11. und 26. Jänner und am 6. Februar 1942 Transporte mit insgesamt 4.200 Jüdinnen und Juden ab, die nach achttägiger Fahrt Riga erreichten. Die Deportierten wurden in das Ghetto eingewiesen oder mussten im Lager Salaspils Zwangsarbeit leisten. Aufgrund der furchtbaren Lebensbedingungen stieg die Sterblichkeitsrate der im Ghetto internierten Opfer, insbesondere bei geschwächten Menschen, vor allem aber bei älteren Personen und Kindern stark an.

Als im Februar 1942 der letzte von Wien nach Riga gesandte Transport eintraf, wurden beim Empfang am Bahnhof Skirotava jenen Menschen, denen der kilometerlange Fußmarsch zum Ghetto zu beschwerlich erschien, Lastkraftwagen – tatsächlich handelte es sich dabei um getarnte »Gaswagen« – zur Fahrt ins Ghetto angeboten. Von den 1.000 aus Wien Deportierten erreichten nur 300 Personen das Ghetto zu Fuß. 2)

  • 1) Mein Wien-Heft 09/2021. Medieninhaber und Herausgeber: Stadt Wien – Presse- und Informationsdienst
  • 2) https://ausstellung.de.doew.at/b203.html

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