Mut und Menschlichkeit in Neuhofen

Annemarie Schoßthaler stellte uns das Foto zur Verfügung

In der heutigen Zeit sei Zivilcourage nötiger denn je.

Willi Merny, der Vorsitzende des Mauthausenkomitees Österreich, rief am Grab der beim Durchmarsch durch Neuhofen erschlagenen oder erschossenen KZ- Häftlinge zu mehr Mut und Zivilcourage auf. 

Im April 1945 marschierten tausende völlig entkräftete Jüdinnen und Juden von KZ-Lagern aus Westungarn, Wien etc. nach Mauthausen. Da das dortige KZ bald überfüllt warm wurde ein Teil der Evakuierten ins Lager Gunskirchen überstellt. Die hungernden, völlig erschöpften Menschen mussten den langen Weg von Mauthausen über Ennsdorf, Asten, St. Florian, Fleckendorf, Pucking, Weißkirchen usw. zu Fuß gehen. Eine Route führte auch durch Neuhofen. Am 19. April 1945 gingen 5.000 Gefangene über Lining durch Gries und Markt weiter über Dambach und Guglberg. Wer nicht mehr konnte, wurde erbarmungslos niedergeschossen. Im Ortsbereich Neuhofen waren dies 24 Menschen, die am Friedhof Neuhofen begraben wurden.

Eröffnung des Rosa-Stummer-Parks. © Franz Lina

Dieser Park wurde 2015 feierlich nach Rosa Stummer benannt. Die Klavierlehrerin Rosa Stummer hatte einem KZ-Häftling das Leben gerettet, indem sie ihn am Heuboden versteckt, ihn dort gepflegt und versorgt hatte, bis nach drei Wochen der Krieg vorbei war. Damals wäre sie für diese Tat möglicherweise mit dem Tod bestraft worden.

Quellen

Ein Gedanke zu „Mut und Menschlichkeit in Neuhofen

  1. Einen Kommentar, den ich auf Facebook dazu gelesen habe

    „Ich kannte diese Geschichte von Kindheit an, denn meine Oma hat immer von ihr erzählt. Meine Mutter und meine Oma waren auch dort und haben Brot geworfen. Von einem der Aufseher (ich kannte sogar den Namen) wurde meine Mutter zurechtgewiesen „Wenn ich dich nicht kennen würde und wenn du nicht so jung wärest, würdest du jetzt auch mitgehen“ Sie haben aber trotzdem Brot zu den Gefangenen gworfen. … Angeblich war es ein Ungar, der sie dann auch einmal besucht hat.“

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