Widerstandskämpferin Edeltraud Posiles

Gerechte unter den Völkern
„Wer ein Menschenleben rettet – rettet die ganze Welt“

Edeltrud Becher hatte zunächst über längere Zeit versucht, den Arbeitsdienst für Frauen zu umgehen, meldete sich schließlich jedoch bei der Elektrofirma Pervesler in der Kirchengasse im 7. Gemeindebezirk Neubau, die für die Rüstungsindustrie arbeitete und Scheinwerfer für Panzer herstellte. Durch Sabotage konnte Posiles die Produktion in der Firma gelegentlich verzögern. Edeltrud Becher verfasste und stellte Flugblätter gegen die Nationalsozialisten her.

Sie, Charlotte Becher und die drei Brüder Posiles schrieben Spottsprüche und Parolen, die sie mit gummierten Streifen an Scheiben, Hydranten und sonstige öffentliche Einrichtungen an stark besuchten Orten klebten. Außerdem betrieben sie weitere Sabotage-Aktionen, u. a. durch das Auslegen von Reißnägeln auf kriegswichtigen Straßen und das Kappen von Telefonleitungen der Wehrmacht in Baden bei Wien.

Edeltrud Posiles, geborene Becher (* 4. Juni 1916 in Wien; † 23. Juli 2016 ebenda), war eine österreichische Gerechte unter den Völkern.

Ihr Leben im Widerstand

1936
vollzog sich die entscheidende Wende in ihrem Leben: Sie lernte den um 19 Jahre älteren tschechoslowakischen Staatsbürger Walter Posiles, der in Wien eine Weinhandlung betrieb, kennen und lieben.
1938
übersiedelte Posiles vorerst nach Bratislava, wo ihn Edeltrud öfter besuchte. Nach
einer Denunziation wegen „Rassenschande“ flüchtete sie nach Ungarn und fand bei
Walters Schwester Unterschlupf.
1940
konnte sie wieder nach Wien zurückzukehren, weil es ihrer Freundin Friederike Buchegger gelang, dass ihre Polizeiakte gelöscht wurde.
1942
Als die drei Brüder Hans, Ludwig und Walter Posiles unmittelbar von der Deportation in ein Konzentrationslager bedroht waren, hinterließen sie fingierte Abschiedsbriefe, in denen sie einen Suizid vortäuschten, und tauchten unter.
Im 7. Bezirk in der Neustiftgasse 33 mietete Edeltrud für sich ein Zimmer, wo die Brüder Posiles ein Versteck fanden.
Als Walter Posiles lebensgefährlich erkrankte, war es Dr. Ernst Pick, der ihn rettete. Obwohl als „Jüdischer Krankenbehandler“ zugelassen, ging Pick, der selbst bedroht war, mit der Betreuung eines „U-Bootes“ ein großes Risiko ein.
Ihre Aktivitäten im Widerstand sind oben beschrieben.


Quellenhinweise: