Lernort Arbeiter:innenbildungsvereine

ARBEITERINNENBILDUNGSVEREINE

Unter den Frauen tauchte schon Ende Dezember 1867 der Plan auf, einen Arbeiterinnenbildungsverein zu gründen. Am 23. Dezember veröffentlichte die „Vorstadt-Zeitung“ eine Zuschrift einer in einem industriellen Etablissement beschäftigten Arbeiterin, die die Gründung eines solchen Vereines anregte.
Nach einigen Monaten kam es tatsächlich zur Gründung eines Arbeiterinnenbildungsvereines, der aber keine große Bedeutung gewann, und sich nach einigen Jahren wieder auflöste.25

Eine allgemeine Arbeiterinnen-Versammlung in der Schottenfelder Bierhalle mit etwa 200 Arbeiterinnen. Es wird die Gründung eines Arbeiterinnenbildungs-vereins und die Errichtung von Fachvereinen für Blumenmacherinnen und Manufakturarbeiter-innen beschlossen.26

Frau Roseberg berichtet bei der Allgemeinen Arbeiterinnenversammlung im Jänner 1871 im Viktoriasaal, dass der Arbeiterinnen-Bildungsverein die behördliche Genehmigung erhalten hat. Sie betont:

„Die Stunde unserer Erlösung hat geschlagen, wir haben die Aufgabe, uns auf die Stufe in der menschlichen Gesellschaft emporzuschwingen, die uns von rechtswegen gebührt. Hiezu thut uns vor allem Aufklärung noth. Wir brauchen uns nicht zu schämen wegen unserer mangelhaften Schulbildung, daran sind Andere, nicht wir schuld.27

Zum Abschluss der Versammlung ersucht Frau Baudisch dem Arbeiterinnen-Bildungsverein zahlreich beizutreten.