Holocaustopfer – Ryfka und Toska Feuchtbaum

Anläßlich einer Einkaufstour mit den Rädern haben wir diese Gedenktafel in Simmering entdeckt.

Am Friedrich-Engels-Hof in 11., Ehamgasse 8 wurde am 22. September 1999 eine Gedenktafel für Ryfka Feuchtbaum und Toska Feuchtbaum im Rahmen des Projekts „Kündigungsgrund: ‚Nichtarier'“ enthüllt. Stifter der Tafel waren die Volkshochschule Simmering und der Kulturverein Simmering. Die Enthüllung der Tafel wurde von Gemeinderat Michael Ludwig und dem Kultusrat der Israelitischen Kultusgemeinde Nechemia Gang durchgeführt.

Toska Feuchtbaum wurde als Tochter des Berufsfotografen Anschel (auch: Adolf) und seiner Frau Ryfka geboren. Der Vater war ein aktives Mitglied der jüdischen Gemeinde sowie einer jüdischen Veteranenvereinigung aus dem Ersten Weltkrieg (vermutlich ist damit der Bund Jüdischer Frontsoldaten Österreichs gemeint).

Bald nach dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 wurde der Fotograf, zu dessen beliebtesten Motiven seine Tochter Toska gehörte, verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau überstellt. Später kam er nach Buchenwald und wurde dort 1939 freigelassen. Es gelang ihm, nach Frankreich zu fliehen, wo er sich der Untergrundbewegung anschloss.

  • Ryfka Feuchtbaum: geb. 17.12.1892 in Polen. Sie wohnte mit ihrer Tochter Toska im Widholzhof bis zu ihrer Delogierung und Zuweisung zu einer Wohnung in der Franz-Hochedlinger-Gasse 25, im Bezirk Leopoldstadt. Am 12. Mai 1942 wurden die beiden nach Izbica (gehört zum Vernichtungslager Belzec) deportiert und dort ermordet.
  • Toska Feuchtbaum: geb. 8.4.1935 in Wien – gestorben 14.5.1944 Vernichtungslager Belzec in Polen


Deportationen aus Österreich

Zwischen dem 9. April und dem 5. Juni 1942 gingen insgesamt vier Deportationstransporte mit 4.000 jüdischen Männern, Frauen und Kindern vom Wiener Aspangbahnhof nach Izbica ab.

Toska und ihre Mutter konnten Österreich nicht verlassen und waren gezwungen, in eine Sammelwohnung in die Franz Hochedlinger-Gasse im 2. Wiener Gemeindebezirk zu übersiedeln. Von dort wurden die beiden am 12. Mai 1942 gemeinsam mit 998 anderen Wiener Jüdinnen und Juden nach Izbica deportiert.


Der im Distrikt Lublin (Polen) liegende Ort war zwischen April und Juni jenes Jahres Ziel von insgesamt 4.000 Deportierten und diente als Durchgangslager in das Vernichtungslager Belzec.

Weder Toska noch Ryfka Feuchtbaum haben die Shoah überlebt; ihr Todesdatum ist unbekannt. 2011 wurde der Toskaweg in Wien-Simmering nach dem Mädchen benannt.

Einen großen Bekanntheitsgrad unter der Simmeringer Bevölkerung hatte der am 14. April 1894 in Moscika, Galizien geborene Fotograf Anschel (Adolf) Feuchtbaum. Nach seiner Lehrzeit und Ausbildung zum Fotografen in Przemysl und Wien übersiedelte er
nach Simmering.

Diese jüdischen Soldaten des Ersten Weltkrieges dürften sich den besonderen Hass der Simmeringer Nationalsozialist_innen zugezogen haben. So wurde
auch Anschel Feuchtbaum mit fünfzehn weiteren Simmeringer Juden am 31. Mai 1938
im Konzentrationslager Dachau registriert.

Das ist ein Auszug aus der obigen Broschüre, die online verfügbar ist.

Im Zuge der Recherche haben ich diesen Beitrag von drei Schülerinnen des BG Zaunergasse in Salzburg entdeckt.

Quellenverzeichnis:

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