Vergessen

Zwangsarbeiter, Fremdarbeiter, Kriegsgefangene

Georg Luif eröffnete am 28. Mai im 70er Haus der Geschichten in Mattersburg die Ausstellung zur Zwangsarbeit. 40 interessierte Gäste folgten bei sonnigen Wetter seinen Ausführungen im Garten des Geschichtehauses.

Zwangsarbeit seine Formen und Ausprägungen Merkmale

Georg Luif stellt die Stratgie des NS-Apparats dar, die Arbeitskräfte als “Kriegsbeute” betrachtete. Die zwangsweise Rekrutierung von Arbeiter*innen in militärisch eroberten Gebieten durch die Organisation Todt als paramilitärische Bautruppe sicherten den deutschen und heimischen Betrieben ausreichend Arbeitsplätze für die Rüstungsproduktion. Aber auch heimische Landwirtschaftsbetriebe, wie einzelne Besucher*innen schilderten, hatten Frauen als billige Arbeitskräfte zur Aushilfe.

  • Ausländische Zivilarbeiter*innen – kommen anfangs freiwillig, als die schlechten Arbeitsbedingungen bekannt werden, unter Zwang und Gewaltanwendung ins Deutsche Reich.
  • Kriegsgefangene – wurden erst später zur Schwerarbeit herangezogen. Allerdings musste die Genfer Konvention umgangen werden. Deshalb wurden aus Kriegsgefangenen Zivilarbeiter.
  • Häftlinge (Sklavenarbeiter*innen) – sie leisten Zwangsarbeit unter erschwerten Bedingungen. Für sowjetische Gefangene galt oft Arbeiten bis zum Tod.
Aus der Begleitbroschüre zur Ausstellung “Vergessen” von Georg Luif

Die Dimension der Zwangsarbeit

Aus dem Artikel – Zwangsarbeit in Wien während der NS-Zeit

Georg Luif gab einen Überblich über die Dimension der Zwangsarbeit. Insgesamt befanden sich 13 Millionen ausländische Zwangsarbeiter*innen im Deutschen Reich. Ihre Behandlung richtete sich nach der obigen Diskriminierungsskala.Zur Darstellung der enormen Wichtigkeit dieser Menschen für deutsche Industrie eine Übersicht über den Einsatz von Zwangsarbeiter*innen in Wien. 3,3 Millionen Menschen der Sowjetunion sterben dabei den Hungertod.

Zum Abschluss der Einführung versuchte Georg Luif eine Übersicht über Zwangsarbeit in Mattersburg und dem Burgenland zu geben. Allerdings wurden in den letzten Kriegstagen viele Dokumente zerstört und es gibt kaum mehr Unterlagen.

Vor dem Ende schilderten Teiulnehmer*innen Eindrücke aus Kindheit oder Überlieferungen über Frauen aus der Ukraine, die zwangsweise auf Bauernhöfen und Landwirtschaftsbetrieben arbeiten mussten. Fast immer mit dem Zusatz in der Schilderung, dass sie es eigentlich ganz gut gehabt hätten und einige gar nicht zurück wollten. Dies mag eventuell für die Verpflegung zutreffen, aber haben sie für ihre Arbeit eine adäquate Bezahlung bekommen, wielange war ihre Arbeitszeit, hatten sie die Freiheit ihre Arbeit einzuteilen oder waren sie dem Gutdünken der bäuerlichen Chef*innen ausgesetzt? Alles Fragen, die unbequem sind und eher nicht besprochen werden.

Herzlichen Dank an Familie Luif und den Initiator*innen für diese Ausstellung, für das Begleitheft und die Eröffnungsveranstaltung.

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