Tränen über Gmünd

Der Tod in den Getreidespeichern

Das Mahnmal wurde am 24. Mai von Bürgermeister Franz Chaloupek und Rosa Jochmann erlffnet.

Für die Errichtung des Mahnmales dankten im Namen seines Landes der ungarische Bot- schaftsrat Zoltan Fodor und im Namen der Opfer der ungarische Oberarzt Dr. Stephan Abranyi als einer der wenigen Überlebenden des Lagers Gmünd. (2)

ÖsterreichischeNationalbibliothek – Digitales Archiv – Der Neue Mahnruf 1970, Heft 5, Seite 6

Der damalige Bezirksarzt Dr. Arthur Lanz (3) gab zu Protokoll:

Bei einer Aussentemperatur von etwa 10 Grad Minus waren 1700 jüdische Menschen in diesem Riesenraum untergebracht. Sie lagen auf dem Betonboden zum Teil ohne Unterlage, zum Teil auf einer stellenweise nur dünnen Unterlage Stroh. Etwa 200 bis 300 Personen hatten schwerste Erfrierungen an Händen und Füßen. Zudem litten alle Insassen an schwersten Durchfällen aller Grade. Der größte Teil von ihnen war hochgradig abgemagert. Seit einigen Tagen hatten sie auf der Fahrt hierher überhaupt nichts, und in den letzten Tagen in Gmünd erst eine Portion Kaffee und eine Schnitte Brot erhalten. Es fehlte außerdem an jeglichen Medikamenten und Desinfektionsmitteln.

ÖsterreichischeNationalbibliothek – Digitales Archiv – Der Neue Mahnruf 1970, Heft 5, Seite 1

Quellenverzeichnis

  • (1) ÖsterreichischeNationalbibliothek – Digitales Archiv – Der Neue Mahnruf 1970, Heft 5, Seite 1 und 6
  • (2) www.doew.at – Heinz Arnberger / Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.): Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand, Verfolgung, Exil und Befreiung, mandelbaum verlag 2011, Seite 253
  • (3) Artur Lanc war Physiker und in Gmünd in Niederösterreich als Arzt tätig. Früher war er Mitglied der Sozialdemokratischen Partei gewesen. 

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