Hermine Weinreb

Mitbegründerin der Kinderfreunde in Wien

Sie war innerhalb der Kinderfreundeorganisation von Anfang an die treibende Kraft für sozialistische Aufklärungspolitik bei Kindern. Die Vorsitzende der Kinderfreunde Wien-Alsergrund sprach fünf Sprachen. Geboren 1862 in Brünn – aufgewachsen in der bürgerlichen Familie Herzfelder. Nach dem Tod ihres Mannes schloss sie sich der Sozialdemokratie an. Sie starb am 26. Oktober 1922 an Darmkrebs.

Aufklärende Pädagogik zur Entwicklung junger emanzipierter, demokratischer Menschen

Die Kindergruppen wurden für damalige Zeit mit gänzlich neuen pädagogischen Methoden geführt. Nicht mehr Autorität, Zwang und Drill standen im Vordergrund, sondern Grundsätze demokratischer Selbstverwaltung und Selbstbestimmung.
Ihre Forderung, eine Erzieherschule einzurichten, in der moderne Grundsätze der Pädagogik erarbeitet und gelehrt werden sollten, fand schließlich in der Gründung der von ihr mitinitiierten Kinderfreundeschule Schönbrunn ihre Umsetzung, wo Weinreb auch teilweise unterrichtete und im „Erziehungsbeirat“ tätig war. Die Erziehung sollte zum Gemeinschaftsdenken, zur gegenseitigen Hilfe, zur Selbstbestimmung, zum politischen Denken und zur Friedensliebe hin führen.

Im Einsatz für ein besseres Leben von Kindern

  • 1910 Mitbegründerin der „Freien politischen Frauenorganisation“ in Alsergrund.
  • 1912 Gründung eines Hort der Kinderfreunde am Alsergrund.
  • 1918 initiierte sie mit Unterstützung der amerikanischen Kinderhilfsaktion eine Kindererholung in Gmünd, in zwei Durchgängen kamen insgesamt 1400 Wiener Arbeiterkinder in den Genuss einer sechswöchigen Sommerfrische.
  • 1919 – Der erste Kinderzug nach Italien. 428 Kinder konnten sich durch die Unterstützung sozialdemokratischer Gemeinden Oberitalien und die Initiative der Kinderfreunde an der Riviera erholen.
  • 1919 – Eröffnung der Kinderfreundeschule am 12. November in Schönbrunn.
Arbeiterzeitung 29.12.1919

Quellenverzeichnis

  • Das Rote Wien
  • Arbeiterinnenzeitung Heft 9, 1910
  • Arbeiterzeitung vom 29.12.1919
  • Arbeiterzeitung vom 22.10.1922
  • Heinz Weiss, Die Pädagogen des Schönbrunner Kreises