Johann Janecek

Johann Janecek ist am 6. Mai 1881 in Borova, einem kleinem Dorf in Nordböhmen, geboren. Die Suche nach besseren Lebensbedingungen führte ihn nach Wien.
Er schloss sich den Gewerkschaften und der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei an, wurde Vertrauensmann in der Brigittenauer Metallfabrik Scherb, nach einem von ihm organisierten Streik jedoch entlassen und auf die berüchtigte „Schwarze Liste“ gesetzt, was zur Folge hatte, dass er in keinem anderen Betrieb Arbeit fand. – Auszug aus der Trauerrede von Karl Seitz – Ende Oktober 1932.

Gruppenaufnahme von Wiener Betriebsratsöbmänner der Firmen Siemens-Schuckert, Fiatwerke, Siemens-Kabelwerk, A.E.G. Union Stadlau, Floridsdorfer Lokomotivfabrik, Clayton & Shuttleworth, Brevillier & Urban und Paukerwerke.
Johann Janecek ist zweite von rechts sitzend mit den weißen Gamaschen.

Nur die freien Gewerkschaften können die Arbeiter schützen

Auszug aus einer Rede von Johann Janecek, Obmann der Wiener Metallarbeiter, anläßlich der gewerkschaftlichen Werbeaktion im Oktober 1926

Die Arbeiterschaft hat in Österreich ungeheuer viel zu verteidigen: alle sozialgesetzlichen Errungenschaften sind ununterbrochen Angriffen ausgesetzt. Wie würde es mit der Einhaltung dieser Gesetz aussehen, wenn neben der sozialdemokratischen Partei nicht die 800.000 freigewerkschaftlich organisierten Arbeiter hinter den Gesetzen ständen? Glaubt nur ein einziger Arbeiter, auch wenn er christlich oder gelb organisiert ist,

dass diese christlich-gelben Organisationen diese Gesetze nur einen Tag verteidigen können? Die christlich-gelben Gewerkschaften sollen ja ein Werkzeug sein, die Einheit der großen und mächtigen freien Gewerkschaften zu zerschlagen und so leichter die

die Errungenschaften der Umsturzzeit zu beseitigen! Wie sollen die christlich-gelben Gewerkschaften den Achtstundentag verteidigen, wenn die christlichsoziale Partei ebenso wie die Unternehmer diese Errungenschaften als ein Hauptübel unseres Staates bezeichnen! Wie die Arbeitslosenversicherung schützen, wenn die christlichsoziale Regierung diese Gesetz mit allen Mitteln bekämpft und verschlechtert. Was könnten schließlich die christlich-gelben Gewerkschaften tun, um den Mieterschutz zu verteidigen, wenn der Hauptangriff der christlichsozialen Regierung und Partei sich gegen diesen Mieterschutz richtet? Kann ein Mensch mit normalen Verstand diese christlich-gelben Gewerkschaftsbewegungen also überhaupt noch ernst nehmen? Was bleibt also jedem Arbeiter, der nur einen Funken von Verständnis für die Interessen seiner Klasse hat, andres übrig, als freigewerkschaftlich organisiert zu sein…

Johann Janecek

Das vielfältige Wirken von Johann Janicek

1919 – Bezirksvorsteher in Brigittenau
1919 bis 1921 Abgeordneter zum Landtag von Niederösterreich
1926 – Kandidat für die Wiener Arbeiterkammer für die Gruppe der Arbeiter
1926 – Obmann der Wiener Metallarbeiter
1927 bis 1932 Abgeordneter zum Nationalrat.
1928 – Stv. Präsident der Wr. Gebietskrankenkasse
1930 – Als Vertreter des Metallarbeiterverbandes war er Vizepräsident der Gemeinwirtschaftlichen Anstalt Arsenal
1930 – Wahl in den Parteivorstand

Kleine Volkszeitung 11. Juli 1926

Johann Janecek verstarb am 24. Oktober 1932 in Wien.


Quellenverzeichnis

  • Arbeiterzeitung vom 25. Oktober 1925
  • Arbeiterzeitung vom Oktober 1926
  • Arbeiterzeitung vom 25. Oktober 1932
  • Kleine Volkszeitung 11. Juli 1926
  • Das Rote Wien
  • Metall erleben – 100 Jahre Gewerkschaft Metall-Bergbau-Energie (Foto Janecek)
  • Parlament.gv

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