Niemand nahm Abschied

Aufgenommen in der Gedenkstätte Buchenwald – Brigitte & Werner Drizhal

Zu den Industriebetrieben, an die die Frauen von der SS vermietet worden seien, hätten immerhin namhafte Firmen gehört wie BMW, Krupp oder die Hugo-Schneider-AG.

Auf dem „verfluchten Ettersberg“ hätten sie nicht gewusst, dass die SS-Verwaltung des Lagers auch junge Mädchen und Frauen kontrollierte, ausbeutete, misshandelte und tötete. stellte der Ehrenpräsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos, Pierre Durand, anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Vergessene Frauen von Buchenwald“, fest .

In reflect – assoziation für politische bildung und gesellschaftsforschung schreibt Susanne Beer einen Bericht über die brutale nationalsozialistische Unterwerfung und Nutzbarmachung der Körper der Frauen als sexuelle Objekte.

Damals war Margarethe W. 25 Jahre alt. Zusammen mit 16 weiteren Häftlingen wurde sie aus dem Frauen-Konzentrationslager Ravens­brück selektiert und ins KZ Buchen­wald zu 20.000 männlichen Häftlingen gesperrt. Ihre Baracke war von Stacheldraht umzäunt, ihr Körper dem ständigen sexuel­len Zugriff ausgeliefert. Die Bordelle standen nicht im Widerspruch zur Logik des KZ-Terrors, vielmehr konzentrierte sich in ihnen dessen ganzes Ausmaß:

Hier waltete eine Macht, welche die ihr unterworfenen Menschen aller Rechte entkleidete, sie zum bloßen Material reduzierte und sie als nackte Körper nach Belieben einsetzte – bis sie nicht mehr funktionierten‚ kaputt’ waren, und ‚abgeschaltet’ wurden. Wir kennen diese Form totaler Macht, wie sie sich in den deutschen Konzentrationslagern entfaltet hat, aus den Berichten über Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie oder über medizinische Experimente. Wenig wissen wir jedoch bislang über die nationalsozialistische Unterwerfung und Nutzbarmachung der Körper als sexuelle Objekte.

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