Strandet

Während einer Radtour sind wir in Ottensheim auf ein Denkmal der jüngsten ArbeiterInnengeschichte gestossen. Die Geschichte diese Bootes erzählt viel über das Leid der Menschen, die oft nach wochenlangen Strapazen auf der Flucht vor dem Krieg, vor politischer Verfolgung oder vor dem Hungertod zu Hunderten im Massengrab Mittelmeer sterben.

Denkmal Strandet in Ottensheim

Die Initiative im Kunst im Öffentlichen Raum in Ottensheim zeigt an Hand der Geschichte dieses Bootes die Verantwortung Europas an der Flucht dieser Menschen auf. Das Leerfischen der afrikanischen Meere durch europäische Fischfangflotten, Geschäftemacherei mit Herrschern, die durch brutale staatliche Schlägertruppe jede demokratische Opposition nieder prügeln lassen, Kinderarbeit in Minen für seltene Erden und Diamanten und umweltgefährlichen Schrot, den wir in Afrika entsorgen – Europa ist Mitschuld an dieser Fluchtbewegung.

Der afrikanische Arbeiter, die indische Näherin, die südamerikanischen LandarbeiterInnen steht uns ArbeiterInnen in Österreich näher als der Kapitalist oder Großindustrielle am Schwarzenbergplatz.

Frei zitiert aus einer Rede von Axel Magnus
Foto Brigitte Drizhal
SAMSUNG CAMERA PICTURES

Ich hatte Gelegenheit Emmanuel Mbolela, der in seinem Buch „Mein Weg vom Kongo nach Europa“ seine Flucht und die schrecklichen Ereignisse beschreibt, die er dabei erlebt hat, kennen zu lernen. Auf meine Frage „Wie ich ihm helfen könnte?“ sagte er nur „Erzählen sie meine Geschichte!“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.